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Das jüdische Echo · 1918-09-27 · 39 (27.9.1918) · p. Seite 465

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
5 (1918)
Issue
39 (27.9.1918)
Date
1918-09-27
Page
Seite 465 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 39 Das Jüdisch« Echo 465 L* it ■**»!*: •WT«k,; -fl ueate.v,"‘',-5.)I.l- * I>v fcv ‘ “ »cae T****&. * «* ■*: ~x -f ttsoatij. •: *•' Mi-^«aer Ges* *«a teste 'Jcs:iöÄ3ts K1:- *ü*r. hr ViXiSiK - ' ä taa Le’ku w a iLe:. sei Die c i jetnw!>!2 seel j; v*;ec 18 Asscii: i{ ötaasieveffia»:. ■j,j iarch ki hau c-. »r'Ku rcissel iii Vsiir.;rter ft'1®2, : r^r. &?f ./~V‘ \\:v w::^; ***£& * *• AS, U*? *£?•& •p.S'X Ss*'* 3‘ 1Ä Blau«Weiß und Orthodoxie. Zu diesem Thema schreibt uns Herr Louis Levin g e r, der zurzeit im Felde in Mazedonien steht, neuerlich eine „Entgegnung“, in der er sich einleitend1 beschwert, wir hätten in unserer „Anmerkung“ zu seinem Aufsatz (vergl. Nr. 34 unseres Blattes) „wie man zu sagen pflegt, um den heißen Brei herumzugehen verstanden “ Levinger fährt dann fort: „Ich wiederhole die Hauptpunkte des gegen mich ins Treffen Geführten: ^SkHv-^T. ___ 1. Meine Bes 'Mm hauptung, jeder der das Religionsgesetz nicht anerkenne, sei ein „Min, ein Abtrünniger, ist falsch. 2. Da einmal die Absperrung nach außen für den orthodoxen Jehudi unmöglich ist, so müssen die Kinder ja ohnedies für den Verkehr mit?: V ‘ - Kindern anderer I.L V:' . Anschauung geröstet sein; .und da soll der f, ■ ■ .Blau-Weiß“, ■ v";■; das geselligfrohe Zusara- . menwandern , v, mit anderen jü- L, ’ ’. diseben Kindern, 1 plötzlich ein so , ... .-t' gefährlicher Herd der An- * * steckung sein!“ / Bleiben wir . .... einmal zunächst -sY« 'V&m*' hier stehen! *0***' J/B ad 1. Mit etwas, sagen wir, persönlicher Ironie nennt mein'.Gegner dies eine Levingersche These. Ich will meinem talmudsicheren Gegner verraten, daß i. der Talmud nicht nur den einen Abtrünni-;<r gen nennt, der IS ' - _'X alle Religionsgesetze als für sich nicht bindend erklärt, sondern sogar wenn er nur ein einziges Gesetz der Thora leugnet. Und daß Unter solchen Minim keineswegs bestimmte Sekten verstanden sind, dazu lese er die Worte einer Autorität: S. R. Hirsch in seinem Offenen Brief gegen Rabb. Bamberger. ad 2. Man beachte die feine Logik in diesem Satze meines Gegners. Meine Logik geht so: Wenn schon in der Schule der hundertmal als verderblich empfundene Einfluß Nicht-Frommer unvermeidlich — besser gesagt in diesen Tagen noch unvermeidlich — ist, so muß man doch gerade bei gesellig-frohem Zusammensein diesen Einfluß zu vermeiden suchen. Ich habe, als Orthodoxer, gefragt: Was ist denn an der Orthodoxie und ihren „Gebräuchen“ so schön für den Außenstehenden? Mein Gegner ist mir ausgewichen mit Hinweis auf den Sederabend, dessen geheimnisvoller Zauber durch solche Hinweise leider bald genug gänzlich profaniert sein wird, und bei dem sich auch den Kindern gerade am seltensten die Gelegenheit bietet, die Schönheit jüdischer Gebräuche zu zeigen. ■ •. »>' 'V Darum will ich ein paar deutlichere Beispiele geben: Die Kinder setzen sich gesellig zum Mahle zusammen. Das orthodoxe Kind kann ganz zufällig sein Brot nicht essen, weil es gerade vergessen hat sich zu waschen — u. zum nächsten Brunnen ist eine Viertelstunde Wegs. Die Kinder haben von einer Bäuerin feine warme Milch bekommen. Das orthodoxe sitzt dabei und sieht zu, weil es gerade vorher fleischig gegessen oder beim Melken nicht zugesehen hat. So könnte ich die Beispiele mehren, bei denen das orthodoxe Kind ganz ohne Absicht geradezu darauf hingestoßen x" wird, jüdische Gesetze — und das sind Gesetze >' und nicht Gebräuche — zu verletzen. Von ' einer Schönheit dieser Gesetze — und das sind solche, die sich täglich u. stündwerden die anderen lieh bemerkbar machen, — nichts verspüren. Oder kann etwa Schönheit jüdischer Feste auf gemeinsamer Grundlage empfunden werden? Ist denn Pesach nicht vor allem das Fest der Mazzos und Schewuos das Fest der Gesetzgebung. Und gibt die Gesetzgebung nicht gerade Pesach und Schewuos ihren inneren Gehalt? Mit anderen Worten — und damit ist die eigentümliche hagadischb Beantwortung meines Gegners erledigt: Es gibt nur eine Erlösung aus Mizrajim mit nachfolgender Gesetzgebung. Von dem Kofer- Boikor

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