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Das jüdische Echo · 1918-09-20 · 38 (20.9.1918) · p. Seite 454

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
5 (1918)
Issue
38 (20.9.1918)
Date
1918-09-20
Page
Seite 454 (sequence 10)
Language
German
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454 Das Jüdisch* Echo Nr. 38 Polen. Jüdisch - orthodoxe parlamentarische Fraktion. Im polnischen Staatsrat in Warschau wurde eine jüdisch-orthodoxe Fraktion gebildet, die mit Hilfe einer außerparlamentarischen orthodoxen Kommission für Regelung der religiösen Angelegenheiten sorgen soll. In die Kommission wurden gewählt die Rabbiner aus Kalisch, Lodz und Zaviercie. Das Begräbnis des Großrabbiners Salaweitschik. Zu den ergreifendsten Trauerfeiern in Warschau zählt diejenige, welche vor kurzem anläßlich des Verscheidens des bekannten Talmudgelehrten und Qroßrabbiners Salaweitschik stattfand. Die den Trauerzug begleitende Volksmenge war mit der Zahl von 50 000 gewiß nicht zu hoch geschätzt. Die Otwotzker Gemeinde, welche anfangs gefordert hatte, daß der Verblichene bei ihr die letzte Ruhestätte finden solle1, fügte sich schließlich dem Beschlüsse der Warschauer Gemeinde und begnügte sich damit, daß in ihrem Bezirke die Weihe des Toten stattfand. Außerdem durfte sie den Sarg bis in die Totenhalle begleiten. In Warschau wurde der Trauerzug im Namen der jüdischen Gemeinde von den Mitgliedern des Brester Komitees und von Herrn Leibusch Davidson aufgenommen, welche die letzten Grüße an den Toten richteten. Zur Aufrechterhaltung der Ordnung während des Leichenzuges wurde ein spezielles Komitee ernannt, welches jedoch Aufrufe zur Versammlung aller jüdischen Organisationen in den Zeitungen nicht mehr erscheinen lassen konnte, da die Zeit zu knapp bemessen war. Dennoch war die Ordnung in Anbetracht einer so ungeheueren Menschenmenge erträglich. Trotz des strömenden Regens bewegte sich der gewaltige Zug über die Brücke, vorbei an Samkowiplatz, Senantoska, Theaterplatz, Bielanska, Nalewki und Genscha. Auf Bielanska wurden die Pferde ausgespannt und nun zog das Volk selbst den Wagen bis zum Friedhof. Auf Genscha wollte man den Leichnam aus dem Wagen herausnehmen und in einer Bahre weitertragen. Da man aber befürchtete, es möchten Unbefugte die Leiche berühren, sah man davon ab. Auf Genscha und Nalewki waren alle jüdischen Geschäfte dieser Trauer wegen geschlossen. Um 6 Uhr langte der Zug beim Friedhofe an, der von Menschen dicht angefüllt war. Auf dem Wege von der Leichenhalle zum Grabe wurde der Sarg niedergelegt und Rabbiner Perlmutter hielt im Namen des Warschauer Rabbinats eine ergreifende Trauerrede. Beim offenen Grabe hielten dann weitere Trauerreden Rabbi Welwel, der Sohn des Verstorbenen und Herr Radiewski im Namen der evakuierten Brester. Letzterer übergab Rabbi Welwel ein Rabbinatsschreiben, welches sich im Archiv des verstorbenen Großrabbiners befand und ihn in das Amt seines Vaters einsetzte. Hierauf wurde Rabbi Welwel von den anwesenden Rabbinern und Gemeindevertretern beglückwünscht. („Haint“.) Rußland. Judenpogrome. Nach der langen Reihe von Pogromen, die die Juden von seiten der bolschewistischen Truppen zumeist in den Grenzgebieten des gegenwärtigen Rußlands, der Ukraine und den besetzten Gebieten zu erdulden hatten, beginnt jetzt, mit dem Zunehmen der antibolschewistischen Bewegung, eine neue Pogromwelle. Die Befürchtung, die die Juden vor der Rache der Kontrerevolutionären wegen der Tätigkeit einwer Juden in leitenden Stellen der bolschewistischen Partei hatten, beginnt sich als begründet zu erweisen. In vielen Städten wurde seitens der weißen Garde eine antisemitische Hetze eingeleitet. In Moskau wurde ein Mann namens Turbin verhaftet, bei dem ein großer Vorrat von antisemitischer und Pogromliteratur gefunden wurde. In Sisran inszenierten die weißen Gardisten während ihres Rückzuges einen entsetzlichen Judenpogrom. Sieben jüdische Greise wurden aus der Synagoge herausgeschleppt und vor den Augen des Pöbels in Stücke zerrissen. In Jaroslaw entluden die weißen Gardisten all ihren Grimm auf die jüdischen Bolschewisten. Der Vorsitzende des Jaroslawer Vollzugsausschusses, der jüdische Bolschewist Sackheim, wurde, wie „Unser Tageblatt“ mitteilt, auf grausamste Weise ermordet. Seine Leiche wurde auf die Straße geworfen, wo sie einige Tage liegen blieb. Um die Leiche versammelten sich die Monarchisten und begannen unter Hinweis auf den Ermordeten eine hetzerische Pogrompropaganda. Die Juden wurden als die einzigen Schuldigen an den Mißständen in T?auThallm< /ijofUeferant München Theatinet&r.tö. vomj© rt) st ^/xyrzcoüarm e<i? ,r P7" 0* jal^ iß? 50*$"'1 ai tfk'- ieit! •- Rumänien DfeSfcV tespfflic""'- at si Ü Jit.W - Ja 1L SKI« X. 1, lü~: ]j*j(r ■■ nnSf. -!i k kl •MR l hv. fc»;,,* & c e>s. fl* %

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