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Das jüdische Echo · 1918-09-13 · 37 (13.9.1918) · p. Seite 440

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
5 (1918)
Issue
37 (13.9.1918)
Date
1918-09-13
Page
Seite 440 (sequence 8)
Language
German
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440 Das Jüdische Echo Nr. 37 In» p jMirinr „Sil)«iitf=3ri)fli ifitiifilie Stankmlwiis su Iraifalfin örgantfatton rein atropäifd) 3folterf)äufer für Anftetkenbe S>öd)fte Anerkennung aller 33el)örben Aufnahme unterfc^iebslos für Alle Alan forbere bie 25ebingungen ein. bittet für feine ©efcbäftslettung: 2r r a n k f u r t a. Al. spoftfcbeckkonto 9lr. 7785 «frkft. a. Al. i^ölt fid) für geroiffenljafte llebernafjme non Stiftungen empfohlen! «Betten — 3immer — Sattelt — ©cbcnütafel — Stiftungen «Briefe m rieten nach Aöberbergioeg 63. in Vierfarben-Steindruck werden die einfachsten Begriffe des täglichen Lebens, die Gegenstände des Kinderzimmers, des Schulzimmers, der Apotheke und ähnliches den Kindern in Bild und hebräischem Wort vorgeführt und werden sich ihnen sicherlich auf diese Weise leichter einprägen als in der Form von „Vokabeln“ im Lehrbuch. Als Gesellschaftsspiel im Familienkreise ist das Quartett warm zu empfehlen. Weitere eingegangene Bücher: «Mein Judentum“. Die hauptsächlichsten unterscheidenden Merkmale des Judentums und des Christentums. Für jung und alt dargestellt von Isaac Herzberg, erstem Lehrer der Synagogengemeinde zu Bromberg. Verlag von M. W. Kaufmann, Leipzig 1918. Preis Mk. 1.30. „Sabbatgedanken für jüdische Soldaten“. Herausgegeben von den! Feldrabbinern des Westheeres. Verlag von M. W. Kaufmann, Leipzig 1918. Mk. 1.—. „Die Juden und die österreichische Verfassungsrevision“ von H. Kadisch (Jüdische Kriegshefte II. Heft). Verlag von Dr. Wilhelm Berkelhammer (Moriah), Wien 1918. „Logos und Pan“. Eine Liederkette aus unserem Leben von Josef Kastein. R. Löwit Verlag, Berlin-Wien 1918. Feuilleton Äus der Vergangenheit des deutschen Judentums.*) Der Bauernaufstand von Worms. Der Bauernaufstand des Jahres 1431 galt nicht allein den Juden. Man kann dies schon an der allgemeinen Erregung sehen, den derselbe hervorrief. Man wußte, daß die. Bauern in ihrem „fürnemen“ nicht allein die Juden gemeint hatten. Fürsten und Pfaffen, überhaupt alles was Besitz hatte, war mitbedroht. „Es muß über die fürsten gan oder über die juden unraini“ sagt Suchenwirt. Für uns kommt der Aufstand jedoch nur insoweit in Betracht, als er sich gegen die Juden richtete. *) Aus: Die Judengemeinden zu Mainz, Speyer und' Worms von Dr. Leopold Rothschild (Berlin 1904, Nathausen & Lamm). Die Wormser Juden hatten durch die Zahlung einer Abfindungssumme die Tilgung ihrer Schulden abgewandt. Vielleicht hatten sie anfangs gezögert, das Abkommen zu treffen und dadurch bei ihren Schuldnern die Hoffnung erweckt, daß der König seine Drohung ausführen würde. Besonders mögen darauf die Bauern gewartet haben, die den Juden stark verschuldet waren. Um so enttäuschter waren sie, als das Abkommen doch zustande kam. Sie hatten sich so sehr ihren Hoffnungen hingegeben, daß sie nun das ihnen Entrissene auf eigene Faust zu nehmen suchten. Einige Adelige warfen sich zum Vertreter ihrer Angelegenheit auf. Zunächst ließ Kurfürst Ludwig von der Pfalz, der, wie eine Reihe Adliger, bei der ganzen Sache seine Hand mit im Spiele hatte, bei einem gelegentlichen Besuche in Worms den Rat anfragen, ob man nicht den „armen Leuten“ der Pfalz Erleichterung ihrer Judenschulden verschaffen könnte. Kurz darauf schrieb dann in derselben Angelegenheit Heinriehl von Rodenstein, im Namen des Kurfürsten, an den Rat. Dieser war zur Beratung der Angelegenheit bereit. Den Bauern ging die Sache jedoch etwas zu langsam. Ehe der Rat etwas hatte tun können, mußte er erfahren (17. Dezember), daß die Bauern sich zusammengerottet hätten und die Auslieferung der Juden verlangten. Er sandte deshalb zwei Ratsherrn an den Kurfürsten nach Heidelberg (20. Dezember), um diesem Meldung von dem Verhalten der Bauern zu machen. Dieser gab vor, von dem ganzen Aufstande nichts zu wissen. Er ermahnte die Wormser, die Juden zu beschützen und nicht herauszugeben. Zur tatkräftigen Unterstützung der Wormser, die dem bäuerlichen Verlangen nicht nachgaben, machte die kurfürstliche Regierung jedoch keinerlei Anstalten. Die Bauern wurden dadurch zu weiterem Vorgehen ermutigt. Am 27. Dezembier erschienen pfälzische Schjulltheißen, Bauern und1 eine Reihe Adliger, darunter zwei kurfürstliche Amtleute vor der Stadt. Die beiden Amtleute, Werner Wunncher und Konrad von Rodenstein, verlangten im Namen des versammelten Volkes mit drohenden Worten die Auslieferung der Juden. Sie gaben vor, daß sie Brief und Siegel des Pfalzgrafen hätten. Die Amtleute, diie sich stellten, ate ob sie ihre Rollen nur zum Scheine spielten, bewogen zunächst die Bauern zum Rückzug und zur Beziehung eines Lagers bei Pfiffligheim. Der Rat von Worms, der vor einem Anschlag gewarnt wurde, sandte schleunigst Boten nach Speyer, um mit den dortigen Freunden beim Kur.-

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