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Das jüdische Echo · 1918-09-06 · 36 (6.9.1918) · p. Seite 429

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
5 (1918)
Issue
36 (6.9.1918)
Date
1918-09-06
Page
Seite 429 (sequence 13)
Language
German
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Nr. 36 Das Jüdische Echo 429 Feldwebel Jacob, der später ebenfalls in ungarische Gefangenschaft geriet, bestätigte bei einem Verhör unter eigener Unterschrift alle diese Angaben. Der Hauptzeuge in der Angelegenheit der vom 8. Jäger-Regiment ermordeten Juden ist Mojor Ropala Eduard, der diesem Regiment angehörte und der die ganze Angelegenheit kennt und bereit ist, die Wahrheit auszusagen.“ Die Behandlung der heim kehrenden jüdischen Kriegsgefangenen. Das Kopenhagener Zionistische Bureau berichtet: Beim 37. Infanterie-Regiment aus Botosani werden alle aus der Gefangenschaft zurückkehrenden jüdischen Soldaten auf Befehl des Oberstleutnants Paszu mißhandelt; viele werden in Einzelarrest gesteckt, alle werden weiter mobilisiert gehalten, während die zurückkehrenden Rumänen gut behandelt werden, einen achttägigen Urlaub bekommen und dann entlassen werden. Und das geschieht nach der Annahme des Judengesetzes im Parlament... Amerika. Die jüdischen Arbeiter und der Zionismus. Zu dieser Frage schreibt der „American Jewish Chronicle: Es ist interessant, zu verfolgen, welch ein Wandel im letzten Monat in den Beziehungen zwischen der jüdischen Arbeiterschaft und dem Zionismus eingetreten ist. Die Beziehungen zwischen den Zionisten und den Sozialisten waren seit zwanzig Jahren aus dem eigentümlichen Grunde gespannt, weit in Rußland die Zionisten in rein russisch-politischen Fragen ihre eigene Politik verfolgten, welche derjenigen der jüdischen Sozialisten entgegengesetzt wlair. Da die Mehrzahl jüdischer Sozialisten dieses Landes von russischer Abstammung ist, haben sie bis vor kurzer Zeit ihre feindliche Haltung gegenüber dem Zionismus aufrecht erhalten, obgleich hierzulande die Zionisten als amerikanische Bürger keine eigene Politik verfolgen und weder zionistisch noch jüdisch, sondern allgemein demokratisch oder republikanisch wählen. Hier bilden die Zionisten den palästinagerichteten Teil der amerikanischen Judenheit, und da kein ernsthafter jüdischer Sozialist gegen die Ansiedlung der Juden in Palästina ist, brauchte eigentlich, kein Antagonismus zwischen Zionisten und Sozialisten zu bestehen. Dieser Antagonismus hat sich aber doch in der Politik der sozialistischen jidischen Tageszeitung, des „Vorwärts“ ausgesprochen, der bis vor kurzem die zionistische Bewegung vollkommen ignorierte und es sogar unterließ, von wichtigen zionistischen Ereignissen wie Kongressen oder Konferenzen Notiz zu nehmen. Neuerdings scheinen die Wortführer der jüdischen Sozialisten ihre Haltung gegenüber dem Zionismus geändert zu haben, und dieser Wandel spricht sich im Verhalten des „Vorwärts“ aus. Zum ersten Male in der Geschichte des Zionismus hat der „Vorwärts“ es für ratsam gehalten, Vertreter zu einer zionistischen Tagung zu schicken. Der letzten Konferenz wohnten mehrere Vertreter des „Vorwärts“ bei, und das sozialistische Organ gab tägliche Berichte über die Vorgänge in Pittsburgh heraus. Außerdem brachte er eine Artikelserie seines wissenschaftlichen Mitarbeiters Dr. Ginzburg über die Pittsburger Konferenz. Es ist möglich, daß die allgemeine Wandlung der sozialistischen Anschauung über jüdischen Nationalismus die Politik des „Vorwärts“ bestimmt hat. Verfolgung iidischer Blätter. „Central News“ zufolge wurden bei mehreren New Yorker jidischen Zeitungen oppositioneller Richtung Haussuchungen vorgenommen, gleichzeitig sämtliche jidischen Zeitungen der Vereinigten Staaten unter verschärfte Zensur gestellt, nachdem schon vor längerer Zeit die verbreitetste jidische Zeitung „Der Vorwärts“ wegen angeblicher Deutschfreundlichkeit von amerikanischen Behörden gemaßregelt war. literarisches Echo Jüdischer Nationalkalender. Demnächst erscheint im Verlage der „Jüdischen Zeitung“ in Wien der vierte Jahrgang des „Jüdischen Nationalkalenders“, redigiert von Otto Abeies und Ludwig Bato. Die neue Folge dieses Almanachs, der sich bereits einen großen Leserkreis erworben hat, enthält Beiträge folgender Autoren: Otto Abeies, Viktor Arlosoroff, Ludwig Bato, Z. F. Finkeistein, Ludwig August Frankl, Adolf Friedemann, Eugen Hoeflich, Heinrich Loewe, Hermann Kadisch, Salomon Kassner, Heinrich Margulies, Mendele Mocher Sforim, Jakob Oettinger, Marek Scherlag, Adolf Stand, Osias Thon, Augusta Weldler-Steinberg, Sch. Zemach und Hugo Zuckermann. Die Illustrationen stammen von folgenden Künstlern: Josef Budko, Jakob Löw, Abel Pann und Hermann Struck. — Umschlagzeichnung von Josef Budko. Wie in den früheren Jahrgängen behandeln auch diesmal berufene Autoren in gediegenen und dabei allgemein verständlichen Arbeiten die wichtigsten jüdischen Fragen der Diaspora und Palästinas. Im Text sind sorgfältig gewählte Kernworte zur Judenfrage jüdischer Denker eingestreut. Besondere Sorgfalt wurde auch dem belletristischen Teile des Buches und seiner künstlerischen Ausstattung zugewendet. Vorausbestellungen zum Preise von K 5.20 nimmt der Verlag „Jüdische Zeitung“ entgegen. Die Schwalben. Von J. L. Pe r e z. Es war Ende Sommer, als sich die ersten Herbstfäden zeigten. Es war unter Schwalben in einem Walde. In einem Walde, der so viel böse kriechende Lebewesen groß zog und in einiger Höhe auch viele beflügelte Leben beherbergte . . . Da liebte auch: das unruhige Schwalbenvolk, das einst den Tempel zu Jerusalem retten und das Feuer, das ihn vernichtet, mit eigenem Blute löschen wollte: es konnte aber das Feuer nicht löschen und wurde darum aus der Weltgeschichte gestrichen, denn die Weltgeschichte berichtet nur von glücklichen Völkern und gelungenen Unternehmen . . . Der Sommer, der eben zu Ende ging, war ein unruhiger Sommer gewesen. Viele Schwalbennester waren von Regengüssen weggeschwemmt worden;unter vielen Schwalbennestern waren die Lebenszweige gebrochen: sie fielen herab, und die junge Brut zerschmetterte am Boden . .. Der süße Schwalbenschlaf wurde nachts oft gewaltsam unterbrochen. Jäger waren in den Wald gekommen, und ihre Gewehre knallten . . .

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