Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- 36 (6.9.1918)
- Date
- 1918-09-06
- Page
- Seite 424 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/9072829-9102973-9138405--02300-9075122- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
424 Das Jüdische Echo Nr. 36 heitswesen geliefert hat. In Haifa besteht das Technikum und in Atlit eine landwirtschaftliche Versuchsstation. Wir verdanken es wissenschaftlicher Forschung und ihrer Anwendung, daß wir zuversichtlich die Dolmtelplage Palästinas, Malaria und Trachoma auszurotten hoffen dürfen, ebenso wie andere einheimische Krankheiten. Dank der wissenschaftlichen Arbeit dürfen wir der vollen Ausnutzung dieses schönen und fruchtbaren, aber jetzt so unergiebigen Landes entgegensehen. Hier wird man Chemie und Bakteriologie, Geologie und Klimatologie als Hilfskräfte brauchen, so daß der große Wert der Universität für den Aufbau unseres nationalen Heimes ersichtlich ist. Alles das erinnert uns wieder an eine Tatsache, die man nach vier Jahren eines schrecklichen Krieges mit seiner schlimmen Anwendung wissenschaftlicher Methoden leicht zu vergessen geneigt ist, daß wir nämlich in der Wissenschaft die Heilerin vieler Wunden und die Erlöserin von vielen Übeln zu erblicken haben. Neben der wissenschaftlichen Forschung werden die humanistischen Fächer eine bedeutende Rolle spielen. Die alte jüdische Wissenschaft, die angehäuften, halbverborgenen Schätze unserer alten philosophischen und religionsgesetzlichen Literatur sollen wieder ans Licht gebracht und vom Staube der Zeiten befreit werden. Sie sollen in das neue Leben eingehen, das sich in diesem Lande zu entwickeln anschickt, und unsere Vergangenheit soll mit unserer Gegenwart verbunden werden. Darf ich, bevor ich schließe, noch auf einen sehr wichtigen Gesichtspunkt unserer neuen Universität hinweisen? Während sie versuchen wird, das höchste wissenschaftliche Niveau zu erreichen, muß die Universität gleichzeitig allen Klassen des Volkes zugänglich gemacht werden. Der jüdische Arbeiter und Landmann müssen dort eine Möglichkeit finden, in ihren Mußestunden ihr Wissen fortzusetzen und zu vervollkommnen. Die Türen unserer Bibliotheken, Hörsäle und Laboratorien müssen ihnen weit offenstehen. So wird die Universität auf die Nation in ihrer Gesamtheit ihren segensreichen Einfluß ausüben. Der erste Kern der Bibliothek besteht hier bereits, und sehr wertvolle Ergänzungen zu ihr stehen in Rußland und anderwärts bereit. Die Eröffnung einer Universitätsbibliothek und Universitätspresse sind für die Zeit kurz nach dem Kriege in Aussicht genommen. Noch sind vielfache Vorbereitungen notwendig. Manche von ihnen sind bereits in Angriff genommen; manche, wie der Bau dieses Hauses, müssen notwendigerweise bis zu dem glücklichen Tage des Friedens verschoben werden. Aber von diesem Tage ab ist die jüdische Universität eine Wirklichkeit. Unsere Universität, gespeist von jüdischer Wissenschaft und jüdischer Kraft, wird1 zu einem wesentlichen Teil des nationalen Baues, den wir jetzt errichten, werden. Sie wird zentripetale Kraft gewinnen, indem sie alles in ihren Bannkreis zieht, was edel im Judentum der ganzen Welt ist, und ein Zentrum der Vereinigung unserer verstreuten Elemente wird. Begeisterung und Stärke werden aus ihr hervorgehen, welche die jetzt in unseren verstreuten Gemeinden latenten Kräfte mit neuem Leben erfüllen werden. Hier soll Israels wandernde Seele ihren Hafen erreichen; seine Kraft soll sich nicht länger in rastloser und vergeblicher Wanderung erschöpfen. Israel! soll endlich den Frieden mit sich selbst und der Welt finden. Eine talmudische Legende erzählt, die jüdische Seele hause körperlos zwischen Himmel und Erde. Das ist unsere Seele von heute; morgen wird sie in diesem unserem Heiligtum zur Ruhe kommen. Das ist unser Glaube“. Danach las Dr. Weizmann die Botschaft des Ministers Balfour vor. Im Namen der französischen Regierung überbrachte Kapitän Coulandre die folgende Botschaft: JS«X£><2X9<2XS>ex9@X9?3<2X9exS>SE@X9<2X9eiCf><22CS>8 I Xgf. ^ayer. m Porzeffan* 1 1 TJlanufaßfur Tlympßenburg t 9fauptniederfage Q7[ünc£en: Odeonsplaij 1 I e ®| l'Kunst» a. ßuxusgegensiände, ‘CafeF, ‘Dessert*, jg K Kaffee* u. ‘Ceegescßirre, ‘Figuren, Gruppen etc. K BnacH alten ‘Kympdenburger Original-Mode fien. ß Außerdem neue Formen und ‘Diodeüe nacfi Gnt• Jg I4 würfen erster ‘IKüncfiner Künstler. V: SSX9SX3SX3ST32!SX32SSY3SX3SXcXsXc)S?Kc)S?Oä König), bayer. Lotterie“ einnahme der Preuss.“ Siidd. Klassen-Lotterie A. Ostermaier, München Promenadepl. 12/1, Eing. durch d. Zigarrengeschäft Beginn der 12. (238.) Lotterie mit Ziehung I. Klasse am 9. u. 10. Juli 1918, 2. Klasse am 13. u. 14. August 1918, 3. Klasse am 10. u. 11. Sept. 1918, 4. Klasse am 8. u. 9. Okt. 1918, 5. Kiasse (Haupt- und Schlußziehung) beginnt am 8. Nov. und endet am 4. Dez. 1918. Lose In oroüer Auswahl stets vorrätig. Preis für die 1. Klasse; für Vs lU Va 1h s 10 20 40 M Bei den folgenden Klassen sind die Vorklassen stets nachzubezahlen. SööTO JJtündjner 3teuefte 2ladjndjfen ©röfite,tägl.2mal erfdjetnenbe 3eitung 6üb* unb Oflittelbeutfdp lanb$.$?auffräftiger£eferfrei$ unb über ©eut f^lanböörenjen hinauf geljenbe Verbreitung, ©rofjerfauf* männ.u.getoerbl.6fellenmarft Slnerfannt fefjr erfolgreich für Slnseigen aller Slrt. feigen* prei$ unb 3lad)laj? nad) $arif. Äejugdpreid monatl.271f.2.—bei allen beuffdjen poftanffalten £äglid?e31uflage 2mal 160 ooodgemplare/Über ‘/2 MillionLefer "*ß