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Das jüdische Echo · 1918-08-23 · 34 (23.8.1918) · p. Seite 400

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
5 (1918)
Issue
34 (23.8.1918)
Date
1918-08-23
Page
Seite 400 (sequence 8)
Language
German
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400 Das Jüdisch* Echo Nr. 34 Abschaffung der Autonomie und des jüdischen Ministeriums wurde am 21. Juli vom Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde in Kiew, M. Syrkin, auf einer Plenarsitzung der Gemeindeverwaltung verlesen und von der Verwaltung einstimmig angenommen. Einstimmig wurde auch auf dieser Sitzung eine Protestresolution gegen die Verfolgung der jidischen Sprache angenommen, die sich gegenwärtig in Kiew und in der ukrainischen Provinz wiederholt bemerkbar machte. Leiden der ukrainischen Juden. Ein in Berlin eingetroffener offizieller Bericht aus Rußland schildert die verzweifelte Lage der jüdischen Bevölkerung im besetzten Gebiet der Ukraine. Die Bewohner sind großenteils ihrer Habe vollständig beraubt und eine Reihe von Ortschaften niedergebrannt worden. Die jüdische Fraktion des Stadtrates von Minsk erhebt Protest gegen die begangenen Ausschreitungen. Der Volksrat für auswärtige Angelegenheiten stellt fest, daß dieselben ohne das Wissen und gegen den Willen der deutschen Zentralregierung erfolgt sind und schlägt vor, einen Ausschuß zu bilden, der sich an Ort und Stelle von den Verhältnissen überzeugen soll. Polen. Polnische Politik. Dem „Berliner Tageblatt“ gibt sein Mitarbeiter Erich Dombrowski eine Schilderung der jüdischen Situation in Polen, die deutlich erkennen läßt, daß die Selbständigkeit jüdischen Volkstums in Polen einer Zeit unvergleichlich schwerer Prüfungen entgegengeht. In dem betr. Artikel heißt es: „W!ie gestaltet sich nun das Verhältnis der polnischen Bevölkerung zu den Juden? Die deutsche Okkupationsverwaltung hat sich in kluger Zurückhaltung bisher mehr theoretisch als praktisch mit der polnischen Judenfrage beschäftigt. In sozialhygienischer Hinsicht hat sie, vornehmlich in Warschau, die ärgsten Mißstände beseitigt. Politisch ist das Generalgouvernement durch eine Verordnung vom 1. November 1916 über die Organisation der jüdischen Religionsgesellschaften aktiv hervorgetreten. Die jüdischen Gemeinden, die bis dahin ein isoliertes Dasein führten, wurden durch diese Verordnung neu organisiert, die Gemeinden eines Kreises wurden in Kreisgemeinden, die von einem VerwaDtungsrat geleitet werden, zusammengeschlossen, und in dem Obersten Rat erhielt das gesamte Judentum eine Zentralinstanz. Nicht mit Unrecht wurde jedoch der Wahlmodus (die Kurieneinteilung), die der Intelligenz, also in erster Linie den Assimilanten, eine besondere, eine bevorzugte Stellung einräumte, vielfach befehdet. Immerhin war mit der Verordnung der erste Schritt einer Zusammenfassung des Judentums getan. Die polnische Regierung kann daran nun in ihren Reformplänen anknüpfen. Sie will, wie mir erklärt wurde, dabei von dem Grundsätze der staatsbürgerlichen Gleichberechtigung ausgehen. Das schließe, sagt sie, nationale Sonderrechte aus. Das Verlangen der jüdischen Nationalisten, die sich allerdings eines wachsenden Anhanges erfreuen, nach einer nationalen Sonderstellung sei schon deshalb nicht berechtigt, weil die Juden in Polen weder räumlich, noch sozial ein geschlossenes Gemeinwesen mit einer in sich ausgeglichenen Berufsgliederung bilden. Einen Staat im Staate könne man nicht dulden. Praktisch werde sich die Verleihung der staatsbürgerlichen Rechte so vollziehen, daß jeder Einwohner einen staatsbürgerlichen Ausweis, einen Paß, erhalte. Wer sich dabei als Pole bekenne, übernehme mit diesem Paß alle Rechte und Pflichten eines polnischen Staatsbürgers, wer nicht, werde fortan als Ausländer betrachtet werden. Die Religionsfreiheit werde nach jeder Richtung hin unangetastet bleiben. In das jüdische Sonderschulwesen werde man nicht sofort regulierend eingreifen. Man gedenke die Chederschulen noch 15 bis 20 Jahre fortbestehen zu lassen, bis das staatliche und kommunale Schulwesen vollständig ausgebaut sei. Aber man werde das Polnische als Pflichtsprache in sämtlichen Schulen des Landes verlangen, und kein Examen, kein Zeugnis einer Lehranstalt werde staatlich anerkannt werden, das nicht das Polnische zur Voraussetzung habe. Auf diese Weise hoffe man die Juden allmählich sozial in den polnischen Staat einfügen zu können. Wirtschaftlich wolle man dem Genossenschaftswesen die größte Fürsorge 'angedeihen1 lassen, um dadurch indirekt die Juden nach und nach auch in die andren Berufe hineinzudrängen und so eine gleichmäßigere Verteilung auf die verschiedenen Erwerbsschichten zu erzielen. Die durchgehende geschäftliche Tätigkeit der Juden am Sonntag, die von den polnischen Geschäftskreisen stets als eine T?auThallmcuer fixyfUeferarit München Theatinerür.ld. min/Q!jxyvzellanjQ. Se M 0 Asr* SOI# qm# Le'C 0Ü: ier-.;.; 5** m % ,»i!*** #»** iiri ei .. fetfi dnrcli im Leta dt- scta Board oi k in einer Er., sd'sse. daü ö i3£es:i' Die mettziiis \ hwa tar Abreise v £"- nieäi: töKlft Zici1 Die Der 513 V-, "HStx-. 1 ab. y, .Hie:: Hie.- Se " 7 tu v N;' 49

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