Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- 34 (23.8.1918)
- Date
- 1918-08-23
- Page
- Seite 398 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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398 Das Jüdische Echo Nr. 34 i Tl Organisation rein europäifd) 3foIieri)änfer für Stnftecfcenbe höchste ^tnerhennnng oller Q3el)brben 2lufnähme unterfctytebslos für $Ule 9Hon forbere bie 53ebingnitgen ein. IraifnlPin bittet für feine ©efcbäftsleitnng: S'ronbfurto. 9)t. spoftfdjecbfumto 9lr. 7785 3rhft. o. 201. #ält fid) für gemiffenbafte Üebernobme oon 6tiftnngen empfohlen! betten — 3immer -- 3obräeit — OcbcnUtafet ~ Stiftungen. Briefe 51t rieten nad) 9lbberbergroeg 63. charischen Viertel. Auf den Straßen bildeten Schulkinder, Männer und Frauen Spalier. Eine Ehrenwache aus blau-weiß gekleideten Makkabäern sowie die Mitglieder der bucharischen und orthodoxen Gemeinden in ihren bunten Kleidern gaben ein malerisches Bild. In der Halle des Hauses fand ein öffentlicher Empfang statt, bei dem der sephardische Rabbiner Nahum und der aschkenasische Rabbiner Elijahu Ansprachen hielten. Dr. Weizmann begrüßte den General im Namen der Zionistischen Organisation und überreichte ihm ein Sefer Thora in einem silbernen Behälter. Empfang beim Großvesir. Das Jüdische Korrespondenzbureau berichtet: Die Delegation des zionistischen Aktionskomitees der Vereinigung jüdischer Organisationen Deutschlands und die Vertreter der jüdischen orthodoxen Organisationen wurden von der türkischen Regierung zu Verhandlungen über die Frage des jüdischen Zentrums (Palästina) eingeladen und vom Großvesir empfangen. Der Großvesir bekundete bei dieser Gelegenheit seine Sympathien gegenüber den jüdischen Bestrebungen. Das vorläufige Resultat dieser Verhandlungen war der Beschluß des Großvesirs, eine Kommission zur Prüfung der palästinensischen Angelegenheiten einzusetzen. Die Ergebnisse der Arbeiten in dieser Kommission und ihrer Verhandlungen sind abzuwarten. Rekrutierung der jüdischen Bevölkerung in Palästina. Reuter teilt in einer längeren Meldung mit, daß in Palästina mit der Rekrutierung unter der jüdischen Bevölkerung begonnen worden ist. Gute Erntenachrichten aus Galiläa. Nach den beim Hauptbureau des Jüdischen Nationalfonds im Haag eingetroffenen Berichten aus Galiläa haben seine Besitzungen, und zwar sowohl die Getreidefarmen wie die Pflanzungen ihre diesjährigen Ernten mit erheblichem Reingewinn abgeschlossen. Die! Arbeitergenossenschaft Daganiah am Tiberiassee, die schon in früheren Jahren Gewinne ergab, erzielte in diesem Wirtschaftsjahr einen Reingewinn von 65 000 Goldfranken. Ebenso erfreulich ist, daß die von außerökonomischen Unglücksfällen oft heimgesuchte Siedlungsgenossenschaft Merliawjah im Emek Isreel zum ersten Male einen Reingewinn von 17 000 Goldfranken hat. Auch die Arbeiter-Pflanzungsgenossenschaft Gan Schmuei! in Chederah wird einige Tausend Franken an Reingewinn abwerfen. Die Farm Kinereth wird durch ihren diesjährigen Gewinn alle ihre früheren Verluste decken. Außer den Farmen haben die Gemüsebau-Gruppen, die mit Hilfe der Notstandsaktion des Nationalfonds finanziert wurden, das laufende Wirtschaftsjahr 5678 sehr günstig abgeschlossen. Es liegen bis jetzt folgende Angaben vor: 1. Arbeiterinnen-Gruppe in Sarona, bestehend aus 16 Mädchen, hat nach Abzug aller Ausgaben einen Reingewinn von 2000 Franken, 2. Gruppe von 11 Arbeiterinnen in Merhawjah einen Reingewinn von 2000 Franken, 3. Gruppe von 15 Arbeiterinnen in Kinereth 2000 Franken, 4. Gruppe von 8 Arbeiterinnen in Tiberias 500 Franken, 5. Gruppe von 15 Arbeiterinnen auf verschiedenen kleineren Plätzen verteilt 3000 Franken. Nur eine Gruppe von 10 Mädchen in Metulah schloß mit einem Verlust ab, weil sich herausgestellt hat, daß Metulah und seine Umgebung für das produzierte Gemüse keinen genügenden Absatz haben. Auf Grund des befriedigenden Resultats der Gemüsebau-Gruppen plant der Nationalfonds die Vergrößerung der gegenwärtigen und die Gründung weiterer Gemüsebau-Gruppen im nächsten Wirtschaftsjahre. Es wird zu diesem Zwecke ein Gesamtbetrag von 90 000 Goldfranken erforderlich sein. Mit Rücksicht auf den doppelten Segen, den die Notstandsarbeiteai des JNF erstens für die Arbeitsfähigen, zweitens für die notleidende jüdische Bevölkerung im allgemeinen stiften, werden die Freunde des JNF ihm wohl auch im neuen Wirtschaftsjahre die erforderlichen Mittel zur Verfügung stellen. Der Bericht aus Galiläa schließt mit folgenden Worten: „Die Getreideernte in den Farmen, besonders in Daganiah, war vorzüglich. Das ist umso wichtiger, als dadurch die Beschaffung des Getreides für die Evakuierten ungeheuer erleichtert wurde. Das Hilfskomitee für die Flüchtlinge in Galiläa gibt hierüber seiner besonderen Anerkennung Ausdruck und hebt hervor, daß die großen Vorräte und die Hilfsbereitschaft der Nationalfonds-Farmen es dem Flüchtlingskomitee in erster Linie ermöglicht, die notleidenden Juden in Palästina mit Getreide zu versorgen. Es hat sich gerade in dieser schweren Zeit gezeigt, daß die Nationalfondsfarmen die festeste Stütze des Jischuw sind. Nicht nur ihre Getreideproduktion, sondern auch der gesunde Geist, der von ihnen ausgeht, hat viel zur Besserung der Lage beigetragen.“ Deutschland. Rabbiner Dr. Adolf Rosenzweig f. Im Alter von 68 Jahren starb in Kolberg der älteste in Berlin amtierende Rabbiner, Dr. Adolf Rosenzweig. Dr. nie-- Rät- - Rf Sc'ft?r■ I