Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- 32 (9.8.1918)
- Date
- 1918-08-09
- Page
- Seite 374 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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374 Das indische Echo Nr. 32 scheitert betrachten. Darum sei es Pflicht eines jeden, bei allen wichtigen Lebensvorgängen, besonders bei der Berufswahl, dafür zu sorgen, daß ihn seine Lebenslinie in möglichst kurzer Zeit mit absoluter Sicherheit nach Palästina führt. In der anschließenden Diskussion bemerkte Dr. Freundlich, daß auch in den sich bildenden Randstaaten im Osten viele zionistische Arbeit unserer harre. Dem gegenüber wurde von anderer Seite das Programm der „Nur-Palästina-Arbeit“ energisch vertreten. Gegen 2 Uhr schloß die Debatte mit dem Schlußwort von Dr. Hirsch. Nach kurzer Mittagspause begannen Wettspiele u. dergl., mit denen der Nachmittag ausgefüllt wurde. Am Abend sprach1 dann in der Aula der dortigen jüdischen Schule Herr Zahnarzt Hugo Schachtel- Breslau. Zu diesem Vortrage waren die Mitglieder der jüdischen Gemeinde Lissas erschienen. Herr Schachtel setzte sich noch einmal mit den Gegnern des Zionismus gründlich auseinander. Im daran anschließenen Schlußwort von Dr. Hirsch führte dieser aus, daß der Wert solcher Tagungen, neben dem Anknüpfen persönlicher Beziehungen, besonders darin liege, daß sie zeigen, daß die heutige Jugend sich bewußt als jüdisches Volk fühle, ohne darüber wertlose Diskussionen zu veranstalten. Etwa 30 Teilnehmer vereinigten sich noch zu einer Nachtfahrt. Damit schloß dieser gehaltreiche Tag. Das Distrikts-Rabbinat Würzburg sah sich veranlaßt, folgende Erklärung in den dortigen Tagesblättern zu veröffentlichen: Erklärung. Um irriger Meinung vorzubeugen, sehe ich mich zu folgender Erklärung veranlaßt: Am Montag den 15. Juli wurde mir amtlich mitgeteilt, daß Frl. Sophie Goldschmidt im Hause ihrer Eltern dahier verstorben sei, daß die Leiche in Fürth bestattet werde und die Überführung dahin am Dienstag abend vom Bahnhofe aus erfolge. Ich fand mich selbstverständlich dort ein, hielt eine Rede, bemerkte sogar hierbei, daß auf besonderen Wunsch die Beisetzung auf dem israelitischen Friedhof zu Fürth stattfinde. Heute erhielt ich die Nachricht, daß man mich, die Bruderschaft und den israelitischen Frauenverein getäuscht, indem die Leiche nach Koburg zur Einäscherung verbracht wurde. Selbstredend hätten wir bei Kenntnis des wirklichen Tatbestandes jede Mitwirkung religionsgsetzlich versagen müssen. Würzburg, 18. Juli 1918. Das D i s t r i k t - R a b b i n a t : Nathan Bamberger. Der Leiter des „Gesamtarchivs der deutschen Juden“ und Dozent an der „Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums“ Dr. Eugen T ä u b - 1 e r habilitierte sich als Privatdozent an der Berliner Universität für alte Geschichte. Dr. Täubler, der sich in seinem Fache bereits einen Namen erworben hat, hat auch wichtige Beiträge zur Geschichte der Juden in Deutschland veröffentlicht und sich durch die von ihm redigierten „Mitteilungen des Gesamtarchivs der deutschen Juden“, um die jüdische Geschichsschreibung in hervorragendem Maße verdient gemacht. Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden. Der vor kurzem gegründeten Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden hat sich eine Anzahl größerer Gemeinden angeschlossen. Ein unlängst konstituierter Bund israelitischer Wohlfahrtsvereinigungen in Baden ist ebenfalls der Zentrale beigetreten. Es soll ein Archiv gegründet werden, das einer geregelten Auskunftserteilung und Beratung dienen soll. Ferner ist die Herausgabe eines Handbuches der gesamten jüdischen Wohlfahrtspflege in Deutschland geplant. Auch an der Unterbringung jüdischer Stadtkinder auf dem Lande hat sich die Zentralstelle beteiligt. Österreich. Kundgebung der österreichischen Juden. Die Vorstände der Wiener und mehrerer Hundert anderer israelitischen Kultusgemeinden haben eine Kundgebung beschlossen, in der es u. a. heißt: „Gegenüber den in den antisemitischen Versammlungen usw. vorgebrachten unwahren und entstellten Anwürfen sieht sich die österreichische Judenschaft veranlaßt, nachdrücklich festzustellen: Sie hat in ihrer Gesamtheit in diesem Krieg bedingungslos und uneingeschränkt Gut und Blut geopfert. Für Kriegsfürsorge und für die Bedürfnisse des Staates leistet sie weit über jedes andere Verhältnis. Sie' hat materiell ungleich mehr gelitten als andere Bevölkerungskreise. Aber auch ihre seelischen Leiden waren größer, weil gewissenlose antisemitische Parteiführer des Hinterlandes nicht ohne Erfolg bemüht waren, den Judenhaß in die Armee zu verpflanzen, selbst in die vorderste Feuerlinie. Kriegsgewinne wurden von Nichtjuden in höherem Maß erzielt als von Juden. Andererseits erreichte die Summe von Verfehlungen, deren einzelne Juden sich schuldig gemacht haben, nicht im Entferntesten im Verhältnis die Summe jener Verfehlungen, deren Nichtjuden überführt wurden. Zum Schluß wird darauf hingewiesen, daß bei dem Versagen des Schutzes der Behörden bei etwaigen Pogromen die Juden gezwungen wären, eine Selbsthilfe zu organisieren.“ IKgl (Bayer. (Porzellan* (fflanufafciur Plympßenburg y (Kauptniederlage QHßnchen: Qdeonsplatf 1 i'Kunst* u. Guxusgegensiände, Tafel•, bessert*, K (Kaffee• u. Teegeschirre, Tiguren, Gruppen eic. Baach a[ten ‘Rymphenburger Original ‘Ulodeden. w (Außerdem neue Tormen und Tlodelle nach Gnt» 3 würfen erster TIünebner (Künstler. Königl. bayer. Lotterie* einnahme der Preuss.' Siidd. Klassen-Lotterie A. Ostermaler, München Promenadepl. 12/1, Eing. durch d. Zigarrengeschält Beginn der 12. (238.) Lotterie mit Ziehung I. Klasse am 9. u. 10. Juli 1918, 2. Klasse am 13. u. 14. August 1918, 3. Klasse am 10. u. 11. Sept. 1918, 4. Klasse am 8. u 9. Okt. 1918. 5. Klasse (Hauptuna Schlußziehung) beginnt am 8. Nov. und endet am 4. Dez. 1918. . Lose ln groder Aaswnlii stels vorrätig. Preis für die 1. Klasse; für »/8 lU Va Vt _ . . . 5 10 20 40~M Bei den folgenden Klassen sind die Vorklasscn stets nachzubezahlen.