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Das jüdische Echo · 1918-08-02 · 31 (2.8.1918) · p. Seite 364

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
5 (1918)
Issue
31 (2.8.1918)
Date
1918-08-02
Page
Seite 364 (sequence 8)
Language
German
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364 Das Jüdisch« Echo Nr. 31 Zionismus. Kein zionistisches Palästina. Durch eine Reih« von deutschen Zeitungen macht eine Nachricht folgenden Inhalts die Runde: „Bei der Begrüßung einer zionistischen ärztlichen und militärischen Mission, die nach Palästina gehen wird, erklärte sich der englische Minister Barnes gegen den Wunsch der Zionisten, in Palästina für sich ein Monopol zu erhalten. Er sagte, es käme darauf an, in Palästina Verhältnisse zu schaffen, unter denen die Juden mit andren Völkern in vollkommener Eintracht leben könnten. Die Juden sollten nicht als Sieger nach Palästina zurückkehren, sondern mit andern Zusammenleben und sich vertragen.“ Diese Nachricht, in dieser Form verbreitet, geht zweifellos von irgendeiner Seite aus, der daran gelegen ist, in Zeitungslesern, die dem Zionismus sympathisch gegenüberstehen, Zweifel an dem Wert der englischen Regierungserklärung zu erwecken. Einem Bericht des Londoner Zonistischen Bureaus zufolge stützt sich nämlich die aus ihrem Zusammenhang gerissene Nachricht auf die folgenden tatsächlichen Vorgänge: Zur Begrüßung der Amerikanischen medizinischen Expedition wurde am 14. Juli im Londoner Opernhause eine Versammlung unter dem Vorsitz des Lord Rothschild abgehalten, bei der Abgesandte der britischen und anderer Entente-Regierungen anwesend waren. Nach einer Begrüßungsrede des Lord Rothschild begrüßte George Barnes, ein Mitglied des Kriegskabinetts, die medizinische Expedition im Namen der englichen Regierung. Die letztere, sagte er, stimme der zionistischen Bewegung zu, weil sie glaube, daß diese den allgemeinen Menschheitszielen diene. Es sei das Vorrecht der Alliierten gewesen, das Heilige Land zu erobern, und es würde nun ihr Vorrecht sein, Bedingungen zu schaffen, unter denen die Bewohner in Duldung und gegenseitiger Hilfe Zusammenleben könnten. Hierauf ergriff der Minister Sir Alfred Mond das Wort und führte aus, die Juden kehrten nicht als Monopolisten und Besieger, sondern als Menschen zurück, die gemeinsam mit andren für die Fortentwicklung der Menschheit arbeiten wollten. In Anerkennung dieser Tatsache gewährten die alliierten Regierungen den Juden ihre herzliche Unterstützung. VERLANGEN SIE TELEPHON 9319 BeraiDig und Vermiiilago von Verslchennp ürimmstr. 4/i. E. CM Moderne Xllclltl- EMdfflmgen In gediegener preiswerter Ausführung Edsorl Ran SchliMl'i Sfiofcsnud Wlrt- «eksft - Zi&rloMungi - Vsguis München Kanfl&oerstr.9P8S8age8cbfls»l Kauft Hei (losem Inserenten Die jüdische Frage. In Konstantinopel finden zur Zeit auf Einladung des Großvesirs Besprechungen über die zukünftige Gestaltung der iudischpalästinensischen Frage statt, an denen Vertreter der türkischen Regierung und verschiedener großer jüdischer Organisationen aus der Türkei und von den Mittelmächten teilnehmen. Liga der britischen Juden, Das „Kopenhagener Zionistische Bureau“ berichtet: Der energische Kampf, den die national-jüdischen und zionistischen Kreise Englands monatelang gegen die „Liga der britischen Juden“ geführt haben, hat die Liga veranlaßt, nunmehr ihre Opposition zu den Palästina-Bestrebungen des jüdischen Volkes zum wenigsten sehr erheblich zu modifizieren. Die veränderte Stellungnahme der Liga gelangt in einem Telegramm zum Ausdruck, das Major Lionel de Rothschild im Aufträge der Liga an das American Jewish Committee anläßlich der bekannten Resolution desselben zugunsten der britischen Palästina- Deklaration, gerichtet hat. Das Telegramm hat folgenden Wortlaut: „Obwohl wir einige Einwände inbezug auf Details haben, die wir Ihnen brieflich übermitteln werden, und über die, wie wir glauben, leicht eine Verständigung erzielt werden kann, möchten wir Ihnen doch von unserem -rinzipiellen Einverständnis mit Ihrer Resolution zur Palästinafrage und von unserer Bereitwilligkeit, mit Ihnen zusammen für ihre Verwirklichung zu arbeiten, Kenntnis geben.“ Aus aller Welt. Das jetzige Jaffa. Ein Korrespondent des „Manchester Guardian“, der sich bei der englischen Palästina-Armee befindet, schreibt seinem Blatte: In diesen Tagen vollster Frühlingsblüte verdient Jaffa seinen Namen mehr denn je. Wenn schon das ganze Land einen lieblichen Anblick gewährt, so ist doch noch lieblicher diese Stadt mit ihren roten Dächern und weißen Kuppeln rund um die Plantagen und Gärten, mit ihren Palmen und Cypressen auf den Hügeln, die sich steil aus dem Meere erheben. Ich war gerade von den blumigen Abhängen des judäischen Gebirges herabgestiegen, durch die schattigen Straßen der Kolonie Wilhelma — deren deutsche Einwohner nun fortgezogen sind, die aber noch immer ihre deutsche Schmuckheit bewahrt —, dann durch die Wiesen und Kornfelder bei Jehudija und Bne Brak, und zuletzt durch die Orangengärten. Am Ende meines Weges durch Blütenreichtum und Fruchtfülle und durch die Düfte der Orangenblüte leuchtete mir ein durchsichtigeres Himmelsblau — das Geschenk des nahen Meeres — entgegen. Bei der Ankunft in Jaffa selbst findet man allerdings. daß es noch immer ein Haufen von schlechten, schmutzigen Häusern ist. Äußerlich hat es sich wenig geändert. Es ist den Schrecken des Krieges entronnen und ist in den letzten drei Jahren von den Türken verschönert worden. Djemal Pascha wünschte, seinen Narrten in gutem Andenken zu hinterlassen, und eine Straße, die seinen Namen trägt, führt jetzt von der Ramleh- Chaussee zur Landstraße, die von Schmuckgärten eingefaßt ist und in der Mitte einen eleganten Musik-Kiosk trägt. Die Straße ist das Werk eines jüdischen Ingenieurs und Unternehmers und entsprang augenscheinlich dem Wunsche, die Boule-

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