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Das jüdische Echo · 1918-07-26 · 30 (26.7.1918) · p. Seite 350

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
5 (1918)
Issue
30 (26.7.1918)
Date
1918-07-26
Page
Seite 350 (sequence 6)
Language
German
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Aus dem Geschäftsbericht, den der Vorsitzende des gechäftsführenden Ausschusses, Dr. Mainzer- Frankfurt a. M., gab, sei hervorgehoben, daß der Verband während des Krieges einen besonders großen Aufschwung genommen hat und insbesondere im letzten Jahre ganz ungewöhnlich an Mitgliederzahl zugenommen hat. Freilich stehen die allermeisten der Bundesbrüder unter den Waffen und 84 von ihnen sind den Heldentod gestorben. Neu aufgenommen wurden in den Verband die im Kriege gegründete Verbindung „Nassovia“ zu Frankfurt a. M. und der Altherrenverband „Badenia“ Karlsruhe. Es referierten sodann Rechtsanwalt Erich Boehm-Berlin über „Die Judenfrage im Kriege“, Dr. Felix Goldmann-Leipzig über „Die Stellung des K.C. zu den studentischen Korporationen“ und Sanitätsrat Dr. Goldschmidt - Berlin über „Entwicklung des Zionismus und Stellung des K.C. zum Zionismus“. An alle Referate schlossen sich lebhafte Diskussionen, aus denen sich die Richtlinien für die künftige Stellung des Verbandes ergaben. Um den Vorsitzenden für seine hingebungsvolle Tätigkeit zu ehren, stiftete das Verbandsmitglied Josef Molling eine Summe von 3000 Mark als Grundstock einer Dr. Max Mainzer-Stiftung. Die von allen Verbindungen beschickte stark besuchte Tagung wurde dem Charakter der Zeit entsprechend im engsten Kreise durch interne gemütliche Zusammenkünfte eingeleitet und geschlossen. Gerüchte. Reuter meldet am 8. Juli folgendes: Die Bureaus der deutschen Zionistenföderation in Berlin wurden von der Polizei durchsucht, anscheinend wegen des Verdachtes, daß die deutschen Zionisten seit der britischen Palästina-Deklaration mit den Alliierten sympathisieren. Hierzu erklärt die Zionistische Vereinigung für Deutschland Folgendes: Die Meldung des Reuterbureaus ist unwahr. Die zionistischen Bureaus arbeiten seit Kriegsbeginn völlig ungestört, sie sind niemals von der Polizei durchsucht oder überhaupt von irgend einer Behörde in ihrer Tätigkeit gestört worden. Vielmehr haben die deutschen Behörden sich gegenüber den deutschen Zionisten und gegenüber der allgemeinen Zionistischen Organisation stets entgegenkommend verhalten und dem Zionismus bei vielen Gelegenheiten sehr wertvolle Unterstützung zuteil werden lassen. Die Herren Dr. Arthur Hantke und Dr. Paul Nathan haben sich am 15. Juli nach Rumänien begeben, um mit den dortigen Juden sowie mit maßgebenden rumänischen Politikern in Angelegenheit der bevorstehenden gesetzlichen Regelung der rumänischen Judenfrage Fühlung zu nehmen. Seit Monaten ist sowohl das Zionistische Aktionskomitee wie auch die Vereinigung Jüdischer Organisationen Deutschlands bemüht, auf eine umfassende Regelung dieser Frage hinzuwirken. Es ist zu hoffen, daß die Reise der genannten Herren nach Rumänien, wo sie sich an Ort und Stelle vom Stande der Dinge überzeugen und mit allen in Betracht kommenden Kreisen mündlich Rücksprache nehmen werden, zu günstigen Resultaten führen wird. Rußland. Pogrome. Das Jüdische Pressebureau in Stockholm berichtet: Das rußländische Judentum steht noch ganz unter dem Eindruck der entsetzlichen Pogrome, die in unzähligen Orten stattgefunden haben. Die Pogromgefahr ist noch keineswegs gebannt, vielmehr lassen viele Anzeichen darauf schließen, daß der Judenheit Rußlands noch furchtbare Tage bevorstehen. Zuverlässige Nachrichten, die wir eben aus Rußland erhielten, besagen, daß die Pogrompropaganda mit ungeschwächter Kraft fortgesetzt wird und daß diese Propaganda sich selbst in Moskau und Petersburg breit macht. In der „Petersburger Pravda“ vom 21. Juni lesen wir: „In der letzten Zeit hat sich die Pogromagitation in Moskau, gestützt auf die Nahrungsmittelschwierigkeiten, verstärkt. Die Agitation wird hauptsächlich in der Nähe der Bahnhöfe, auf den Marktplätzen und in den Herbergen geführt und richtet sich hauptsächlich gegen die Juden.“ Ein Protest des Nationalrates der russischen Juden. Der Provisorische Nationalrat der russischen Juden, der seinen Sitz in Petersburg hat und in dem alle jüdischen politischen Parteien vertreten sind, hat anläßlich der Pogrome eine Kundgebung erlassen, in der es u. a. heißt:

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