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Das jüdische Echo · 1918-07-26 · 30 (26.7.1918) · p. Seite 349

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
5 (1918)
Issue
30 (26.7.1918)
Date
1918-07-26
Page
Seite 349 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 30 Das Jüdisch« Echo 349 disclie Theater, der Arbeiter-Kultur- und Kunstverein, der Studentenverein, haben viel zur Stärkung des nationalästhetischen Sinnes und zur Hebung der jüdischen Massen beigetragen. Hunderte jüdischer Konzerte, Lotterien und Unterhaltungsabende zugunsten der verschiedenen jüdischen Vereine bildeten zwar einen starken Gegensatz zu dem trüben Leben der hungrigen Massen, hatten aber außer ihrem materiellen auch einen moralischen Nutzen, indem sie die verschiedenen Volksschichten vereinigten und sie für einige Stunden den alltäglichen Sorgen entzogen. Diese kulturellen und Wohltätigkeitsanstalten haben auch den Wilnaer Juden die Möglichkeit gegeben. an dem politischen Leben der Stadt und ihrer Umgebung Anteil zu nehmen. Die große russische Revolution einerseits und die politischen Umwälzungen in Polen und Litauen, hervorgerufen durch die Siege der Deutschen haben das Interesse der Bevölkerung für politische Fragen in ungeahntem Maße erhöht. Früher wurde sogar in politischen Kreisen über die zukünftige Lage Litauens wenig debattiert. Obwohl die Forderung einer Autonomie für Litauen in das politische Programm aller Parteien aufgenommen wurde, bildete diese Frage doch nicht den Gegenstand lebhafter Erörterungen in Vorträgen und dgl. Daß das Land ein ganz anderes politisches Aussehen und andere Regierungsform bekommen könne, kam den gewöhnlichen Juden und den breiten Volksmassen nie in den Sinn. Erst jetzt haben die Juden eingesehen, daß Litauen nicht mehr so bleiben wird wie es war, daß noch manche Änderungen in der Verwaltung des Landes bevorstehen. Jetzt haben sie begriffen, daß sie vor allem nach Sicherung ihrer nationalkulturellen Autonomie und nach politischer Gleichberechtigung als beheimatete Bürger Litauens streben müssen. Auf dem großen Kongreß vom 9. September 1917, an dem sich in bewundernswerter Einigkeit die sozialistischen und demokratischen Vertreter der Juden, Litauer, Polen und Weißrussen beteiligten, haben die Juden ihre nationalen Forderungen energisch verteidigt. Nach der Bildung des Landrates, in den nur 20 Litauer hineingekommen sind, tauchte für die Juden die Frage auf, ob es für sie einen Sinn habe, in eine derart zusammengesetzte Landesinstitution einzutreten. Das erwachte politische Bewußtsein der Wilnaer Juden belehrte sie. daß solche Fragen auf einem Kongreß von Vertretern aller litauischen Juden gelöst werden müssen. Auf einem solchen Kongreß müssen außerdem noch' die Fragen erörtert werden, wie die ökonomischen und kulturellen Interessen der Litauer Juden am besten gesichert werden und auf welche Weise ihre politischen Rechte als eine Minderheit gewahrt werden könnten. Die neuen politischen Umwälzungen fordern von den litauischen Juden eine große organisatorische Arbeit, die nach dem Kriege noch energischer fortgesetzt werden muß. Die litauischen Juden werden dann alle ihre Kräfte vereinigen müssen, um das jüdische Volk in physischer und geistiger Hinsicht zu heben, um professionelle Bildung, produktive Arbeit, Kenntnisse und Wissenschaften unter den Juden zu verbreiten. Die autonome demokratische Gemeinschaft wird alle kulturellen Kräfte darauf konzentrieren müssen, ein neues jüdisches Geschlecht, ein starkes nationalbewußtes, selbständiges und selbsttätiges Volk heranzuziehen. Nachtrag. Im Anschluß an die Bemerkung über das Wilnaer Sammelbuch 1918 im Heft 27 d. Bl. führen wir hier das Inhaltsverzeichnis dieses gediegenen Buches an. Wir behalten uns vor, einige Beiträge dieses Buches einer Besprechung zu unterziehen. Inhaltsverzeichnis des Wilnaer Sammelbuch 1918 (Herausgeber Dr. Z. Schabad, Wilna, Pohulanska 9. Preis 8 Mark): Vorwort, Dr. Z. Schabad. Übersicht (ist bereits in Übersetzung im Jüd. Echo erschienen), Dr. Z. Schabad. — Die Bekanntmachungen, M. Schalit. — Von der täglichen Psychologie der litauischen Juden, Dr. A. Wirschubski. — Bemerkungen zu obig. Artikel von Dr. Z. Schabad. — Aufzeichnungen eines Sanitären, L. J. — Wilkomir, Ben-Lipmann. — Wilnaer Klausen und der Schulhof, Cheikel Lunski. — Große Wohltätigeit, N. — Der Mieterverein, R. Ginzburg. — Finanz-Operationen und Handel, N. J. Smarganski. — Die Vororte von Wilna, Ch. L. Nowoplant, Daniel Gezels. — Der Kampf gegen die Teuerung, R Ginzburg. — Die Gesellschaft für medizinische- und Ernährungshilfe, Dr. Z. Schabad. — Oberost, M. Sch. — Das jüdische Theater in Wilna, S. Raisin. — Wilna und Warschau, Sch. J. Jazkan. Bibliographische Übersicht, M. Schalit. Nekrologen: Dow-Ber Ratner, L. Slonimski. — Joschua Masoch, A. J. Goldschmidt. — Mordchai Jakob Hober, Boruch Mosche Bras, Rabbiner Abraham Gordon... Dr. Z. Schabad. — Ritualmord, Mendel Lewin. — Das Zentral- Komitee... Chronik ... Die Gesellschaft „Hilfe durch Arbeit“, Z-n. — Die billige Küche, M. A. Mileikowski. — Das Greisenheim,... Bibliographische Übersicht, M. Sch. — Eliahu Halewi Lewin, A. J. Goldschmidt. — Vom historischen Archiv, Ben Soma. — Nachtrag. Sterblichkeit der Juden in Wilna, Dr. Z. Schabad. — Index. Deutschland. Der Verband der Deutschen Juden veranstaltet in der Zeit vom 2. bis 7. (nicht 1. bis 6. Oktober d. J. in Berlin, Rosenstraße 2, einen Kursus zur Unterweisung in apologetischer Behandlung jüdisch-religiöser Themen. Beginn am Mittwoch, 2. Oktober 1918, vormittags 10 Uhr pünktlich. Es lesen über: „Das Judentum zur Zeit der Entstehung des Christentums“ Rabbiner Dr. Baeck am 2. von 10 bis 11 Uhr, am 3., 4., 6., 7. von 9 bis 10 Uhr. „Die Grundlehren des Judentums und anderer Religionen“. Teil I, Rabbiner Dr. Baeck am 2. von 11 bis 12 Uhr, am 3. von 10 bis 11 Uhr, Teil II Rabbiner Dr. Lewkowitz am 4„ 6., 7. von 10 bis 11 Uhr. „Geschichte und Methode der Judenmission“ Dr. S. Bernfeld am 2. von 12 bis 1 Uhr, am 3. und 7. von 11 bis 12 Uhr. „Angriffe auf das jüdische Schrifttum“, Rabbiner Dr. Liebermann am 2. und 3. von 4 bis 5 Uhr, am 4. und 6. von 11 bis 12 Uhr, am 7. von 4 bis 5 Uhr. „Angriffe auf die Glaubens- und Sittenlehre des Judentums“ Rabbiner Dr. Hochfeld am 2. und 3. von 5 bis 6 Uhr, am 4. und 6. von 12 bis 1 Uhr, am 7. von 5 bis 6 Uhr. Der 8. Oktober wird freigehalten für die Erörterung in engerem. Kreise von etwaigen Rückfragen der Zuhörer an die Vortragenden über die behandelten Gegenstände nach Anmeldung bei den Vortragenden. Es wird auf eine Zuhörerschaft aus den Kreisen der jüdischen Theologen, Lehrer und Lehrerinnen, der Mitglieder der akademischen und Jugendvereine und anderer gebildeter Glaubensgenossen gerechnet. Meldungen zur Teilnahme werden mündlich oder

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