Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- 29 (19.7.1918)
- Date
- 1918-07-19
- Page
- Seite 338 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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338 Das Jüdisch« Echo Nr. 29 In einigen Jahren dürfte das Heim begründet sein, das dann als ultimum refugium jüdischen Geistesarbeitern zur Verfügung stehen soll. Wie jedermann weiß, existieren zwar viele Institutionen, welche allerlei Wohltätigkeit ausüben: für die auf jüdischem Gebiete geistig Schaffenden ist noch kein soziales Werk geschaffen. Wer die Not alter Privatgelehrter, deren Bedeutung für das Judentum nicht gering war. kannte, wird den Wert dieser Arbeit nicht unterschätzen. Felix A. Theilhaber. Eine Herrenhausdebatte. eine Stunde länger als notwendig kämpfen lassen. Einen Gegensatz zwischen germanisch-aristokratisch und jüdisch-demokratisch gibt es nicht. Das sind überlebte Begriffe.“ Daraufhin fühlte sich Fürst zu Salm- Horstmar bewogen festzustellen: „Ich habe nicht die Absicht gehabt, unseren Staatsbürgern jüdischen Glaubens vorzuwerfen, daß sie ihre Pflicht nicht getan hätten. Das würde mit den Tatsachen in Widerspruch stehen. Ich habe auch nicht Uneinigkeit in das deutsche Volk getragen. Ich habe nur auf den Widerstreit der Weltanschauungsfragen hingewiesen, der vorhanden ist und auf den die Zwistigkeiten zurückzuführen sind.“ Bei der Beratung des Etats im preußischen Herrenhause am 9. Juli äußerte sich Fürst zu Salm-Horstmar in folgender Weise: „Unser inneres Leben wird von dem Kampf um die Wahlrechtsfrage beherrscht. Das ist ein Kampf der Weltanschauungen, auf der einen Seite das Weltbürgertum, die jüdisch-demokratische, auf der anderen Seite die deutsch-aristokratische Weltanschauung. Das internationale Judentum findet eine Hauptstütze im Freimaurertum, das auch hinter den Revolutionen steht. Auch die Führer der russischen Revolution sind französische Freimaurer. Trotzki und Lenin sind auch Juden und gehören der Loge „Art et travail“ in Paris an. Diese Bewegung findet ihre Stütze in Blättern wie der „Frankfurter Zeitung“, dem, „Berliner Tageblatt“ und dem „Vorwärts“. Wir wollen diese demokratische Entwicklung nicht, wir wollen einen Kaiser, der durch die Bande des Blutes mit uns verwachsen ist, der uns ein Führer und Beispiel ist und dem Grundsatz huldigt, der erste Diener des Staates zu sein.“ Ihm entgegnete Herzog v. Trachenberg: „Ich bin weder Jude noch Freimaurer und fühle mich also persönlich nicht getroffen. Aber Juden und Freimaurer sind Angehörige des deutschen Volkes und dienen bei der Armee im Felde oder tun in der Heimat ihre Schuldigkeit. Ich kann nur mein tiefstes Bedauern darüber aussprechen, daß man hier das Trennende hervorgehoben hat. (Zustimmung.) Wir brauchen den Siegeswillen und die Einigkeit unserer Krieger, die uns vor dem Einbruch unserer Feinde schützen, aber wir brauchen auch die Einigkeit im Innern. Nur diese befähigt uns zum Durchhalten in diesem schweren Krieg. Die Worte des Vorredners haben die Einigkeit im Innern geschädigt. Wir sollten uns an die Kaiserworte halten: Ich kenne keine Parteien.“ (Lebhafter Beifall.) Staatssekretär a. D. Dernburg unterstrich diese Auffassung: „Diesen Worten kann ich mich nur anschließen. Die Ausführungen des Fürsten Salm-Horstmar müssen einen großen Volksteil verbittern. Auch wir wünschen keinen Frieden, der nicht für Deutschlands Entwicklung vollständige Freiheit gibt. Aber man darf die Front nicht Verhandlungen in Konstantinopel. Wie die „Jüdische Rundschau“ meldet, haben sich auf Einladung der türkischen Regierung kürzlich Vertreter des Zionistischen Aktionskomites, der Vereinigung jüdischer Organisationen Deutschlands und der Freien Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums nach Konstantinopel begeben, um mit der türkischen Regierung in Verhandlungen über die Wünsche der Juden hinsichtlich der Palästinasiedlung einzutreten. Zu welchem Resultat die Verhandlungen führen werden, ist bisher noch nicht zu übersehen. Auf türkischer Seite besteht offenbar der Wunsch, den jüdischen Forderungen möglichst entgegenzukommen. Schon die Einladung an die oben erwähnten jüdischen Organisationen spricht von der Bildung eines jüdischen Zentrums. Andererseits ist eine Prüfung der von jüdischer Seite vorgebrachten Vorschläge im Einzelnen noch nicht erfolgt, vielmehr wird die türkische Regierung voraussichtlich zu diesem Zwecke eine besondere Kommission ernennen. Palästina. James Rothschild in Tel Awiw. Zur Begrüßung der Palästinakommission wurde in Tel Awiw eine jüdische Volksversammlung abgehalten. Die ganze jüdische Bevölkerung, auch viele Mohammedaner und Christen wohnten der Versammlung bei. Die Regierung hatte eine Eskadron australischer Reiter als Ehrenwache geschickt. Dr. Thon begrüßte die Gäste namens der jüdischen Gemeinde. Nach Prof. Weizmann, der die Erklärung Balfours würdigte, nahm Major James de Rothschild, der Sohn des Pariser Barons Edmund Rothschild das Wort. „Hier“, erklärte er, „wo ich zum ersten Male vor den Juden Palästinas spreche, will ich schwören, daß ich in denWegen meinesVaters wandeln und mein Leben und Vermögen für die Verwirklichung des zionistischen Ideals opfern werde. Kostiimfabrik F. u. A. Diringer Manchen, Herrnstraße 23, Hochbrückenstraße 13 königl. bayer., königl. Württemberg., grosnherzogl. badleohe Hoflieferanten Bankkonto: K. Filialbank, München und Bankhaus Martini u. Simader, München. — Postscheckkonto- Nr 3fil3 München. Telegramm-Adresse: .Diringer München«. - Telephon-Nr.: 21774, 21775, 21776 München. GrSbta Fabrik und Varlalbanatalt diaaar Art In Doutmchland. Vorrat von Ebam nnnnn HnatBmon aua allan Zalton u.»Han LSndarn._ Gatrann ta Horron-, Dämon-,Kind™ uSilltBr?AbtmUuna!n. Ratchaa Lagar In Waffan undAumruatungan. VollatSndlg nauaaltlich alngarlchtatur^umgabaut. 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