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Das jüdische Echo · 1918-07-05 · 27 (5.7.1918) · p. Seite 316

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
5 (1918)
Issue
27 (5.7.1918)
Date
1918-07-05
Page
Seite 316 (sequence 8)
Language
German
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316 Das Jüdische Echo Nr. 27 Die übliche Ausnahme. Das Jüdische Korrespondenzbureau in Bern berichtet: Wie aus einer Wolff-Meldung über die Wiederaufnahme des Postverkehrs zwischen Deutschland und Rußland zu ersehen ist, sind fast sämtliche Sprachen für den Korrespondenzverkehr zulässig — mit Ausnahme der hebräischen und jüdischen Sprachen. Es ist zu erwarten, daß die Millionen russischen Juden gegen diese ungerechte Ausnahmestellung tatkräftige Verwahrung einlegen werden. Land für kriegsentlassene russische Juden. Die russische Organisation kriegsentlassener russischer Soldaten hat gemeinsam mit der Jüdischen Gesellschaft zur Förderung von Landwirtschaft und Handwerk ein großes Gebiet in der Nähe von Petersburg erworben, auf dem durch kriegsentlassene jüdische Soldaten Gärten angelegt werden sollen. Auch Musterfarmen sollen eingerichtet werden. Ferner wurden jüdische Arbeitsbörsen und Abendkurse eingerichtet. Die Schweizer Agudas jisroel für die beßarabischen Juden. Die Schweizer Agudas Jisroel hat beschlossen, im Hinblick auf die Verfolgungen der Juden in Beßarabien alle Mächte zum Schutze der beßarabischen Judenheit aufzufordern. Schweizer Protest gegen die Judenpogrome in Galizien und Rumänien. Das Jüdische Korrespondenzbureau in Bern berichtet: Die vom Verein jüdischer Sozialdemokraten gemeinsam mit der sozialdemokratischen Partei der Stadt Zürich und der sozialdemokratischen Jugendorganisation Zürichs einberufene, von über 600 Personen besuchte Versammlung hat nach Anhörung von Referaten des Nationalrats H. Greulich und des Pfarrers A. Reichen einen energischen Protest gegen die Judenmassakres in Galizien, Rumänien und der Ukraine erlassen. Die sozialdemokratische Partei Schwedens gegen die Judenpogrome und den Bukarester Frieden. Dem Jüdischen Korrespondenzbureau in Bern wird aus Stockholm berichtet: Die Leitung der sozialdemokratischen Partei Schwedens hat folgende Kundgebung beschlossen: In den abscheulichen Pogromen gegen die jüdische Bevölkerung, über welche aus vielen Orten Osteuropas berichtet wird und die als unmittelbares! Resultat des! Brest-Litowsker Machtfniedens betrachtet werden müssen, sieht die Leitung ein Symptom der alten tragischen Lage der jüdischen Massen, die sie zu den meist leidenden Opfern der gegenwärtigen Wirren gemacht hat. Besonders/ drücken Wir unWr tiefes Bedauern über die schweren von dem polnischen Antisemitismus inszenierten Pogrome in Galizien aus. Wir müssen betonen, daß solche Exzesse eines Kulturvolkes, das für sich selbst nationale Freiheit und Selbstbestimmungsrecht fordert, unwürdig sind. Wir betrachen es als Pflicht der polnischen Demokratie und des polnischen Proletariats, alles, was in ihren Kräften liegt, zu tun, um das Prinzip der Internationale hinsichtlich der Rechte der nationalen Minderheiten zu verteidigen. Im Zusammenhang hält es die Parteileitung für ihre Pflicht, auszusprechen, daß der Bukarester Friede, ungeachtet gewisser Schlagworte inbezug auf die Gleichberechtigung, in Wirklichkeit nicht geeignet ist, die Lage der jüdischen Massen Rumäniens zu verbessern, sondern umgekehrt die schamlose Umgehung der klaren Bestimmungen des Berliner Vertrages von 1878 über die jüdische Gleichberechtigung sanktioniert. Durch die Annexion Beßarabiens sind noch 300 000 Juden mit Rechte, die sie durch die russische Revolution dem Verlust der bürgerlichen und nationalen erlangt haben, bedroht. Schließlich will die Parteileitung die! Forderungen hinsichtlich der zukünftigen Stellung des jüdischen Volkes, die vom holländisch-skandinavischen Komitee in seinem Friedensmanifest vom 10. Oktober 1917 aufgestellt worden sind, unterstreichen, da nur die Verwirklichung dieser Forderungen eine endgültige Lösung der jüdischen nationalen Frage berbeifiihren kann. Amerika. Die jüdische Einwanderung i n A m e r i k a. Trotz der schwierigen Zeitverhältnisse ist die jüdische Einwanderung in San Francisco in ständigem Wachsen begriffen. Jüdische Frauen und Kinder, die sich aus den russischen Wirren flüchten, kommen mit fast jedem Orientdampfer in San Francisco an. Der Zuwachs der Einwanderung geht aus einem Bericht der Jüdischen Schutz- und Einwanderer-Hilfsgesellschait hervor, der von 300 Einwanderern im ersten Vierteljahr 1918 berichtet. Nur wenige der Ankömmlinge bleiben in San Francisco; den meisten werden die Mittel gewährt, zu ihren Verwandten in den verschiedenen Teilen der Vereinigten Staaten zu reisen. Moderne Küchen- Einflchhingen in gediegener preiswerter Ausführung; Eduard Rau SehlMBl’i Sfichon- und Wirtschaft - Einrichtung« üigazia München Caallno6rstr.9 PassageSebflssel Kault bei unsers Inserenten Tfoeaftinerstraße Nr. 3 VERLANGEN SIE TELEPHON Grimmstr. 4/1, E. CM

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