Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- 27 (5.7.1918)
- Date
- 1918-07-05
- Page
- Seite 311 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 27 Das Jüdische Echo 311 der jüdischen Religion; Erhaltung und Fortentwicklung der von der alten Generation geschaffenen Institute. 2. Propaganda unter allen Palästinensern in Amerika und Erleichterung ihrer Rückkehr bei der ersten sich bietenden Gelegenheit. 3. Herstellung einer regelmäßigen Verbindung mit allen Palästinensern in Amerika, um sie über die Verhältnisse in Palästina informiert zu halten. Palästinensische Studenten an der Universität Kalifornien. Eine beträchtliche Anzahl der im Laufe des Krieges aus Palästina ausgewanderten Abiturienten hat sich in der Universität Kalifornien immatrikulieren lassen, um hier bis zu ihrer Rückkehr nach Palästina Landwirtschaft zu studieren. Der Grund dieser Erscheinung ist wohl in der Verwandtschaft der klimatischen Verhältnisse zwischen Kalifornien und Palästina zu suchen. Zur Zeit studieren an der Universität Kalifornien mindestens 50 junge Palästinenser, meistens frühere Schüler des hebräischen Gymnasiums in Jaffa, Landwirtschaft. Die Anwesenheit dieser jungen Palästinenser hat das Interesse der kalifornischen Juden am Zionismus bedeutend gehoben. Auf einer Propagandareise, die der Leiter des zionistischen Bureaus an der pazifistischen Küste gemeinsam mi't Dr. Mossinsohn unternommen hatte, wurden ihm fast 100 000 Dollar für den Fonds zum Wiederaufbau Palästinas übergeben. England. Eine Erklärung des Lord Reading. Die jüngsten Vorgänge im Zionismus haben es bewirkt, daß eine Reihe von hervorragenden jüdischen Persönlichkeiten, die sich bisher wenig um jüdische Angelegenheiten gekümmert hatten, ihren Gefühlen für das Judentum Ausdruck verliehen haben. Zu ihnen gehört auch der britische Gesandte in Amerika, Lord Reading, den seine hohe Staatsstellung befähigt, seiner, sowie der amerikanischen Regierung gegenüber die Interessen des Zionismus nachdrücklich zu vertreten, umsomehr als man davon spricht, daß bei einer Friedenskonferenz Lord Reading einer der Vertreter der britischen Regierung sein würde. Einer amerikanischen Abordnung gegenüber versicherte der Gesandte, daß er sowohl in seiner öffentlichen Stellung wie als Privatmann die Erklärung der englischen Regierung aufs wärmste unterstütze. „Ich freue mich über die Aussicht,“ sagte er, „daß Palästina noch während des Krieges aufgerichtet werden soll, und zwar zum großen Teile durch jüdisches Geld und jüdische Kraft. Meine guten Wünsche begleiten die Zionisten der Vereinigten Staaten bei ihrem großen Werk, die Erklärung der britischen Regierung wirksam zu machen, und alles was ich mit Hinblick auf die Förderung dieses Werkes tun kann, werde ich als einen wichtigen und erfreulichen Teil meiner Pflichten als britischer Gesandter in Washington empfinden.“ Ein britisches archäologisches Institut in Jerusalem. Auf Veranlassung des Palestine Exploration Fund hat sich ein Komitee zur Einrichtung eines englischen archäologischen Institutes in Jerusalem gegründet, dessen Aufgabe es sein soll, durch Ausgrabungen und Studien das Wissen um die historische Vergangenheit Palästinas zu fördern. Neben der Erforschung des jüdischen Altertums soll es sich mit den kanaanitischen, griechisch-römischen, byzantinischen, arabischen und mittelalterlichen Epochen beschäftigen. Amerika. Die Gewerkschaften für den Zionismus. Auf einer im März stattgehabten Konferenz der Gewerkschaften in Amerika hat man sich mit der von der englischen Arbeiterpartei aufgestellten Forderung einer Beschäftigung mit der Judenfrage in Palästina und andren Ländern eingehend befaßt. Von sämtlichen Arbeitervertretern Englands, Frankreichs, Italiens und Belgiens wurde der Beschluß, sich der Wahrung jüdischer Interessen in der Diaspora und der Sicherung ihrer Zukunft in Palästina anzunehmen, akzeptiert. Die zionistische Gesellschaft der Ingenieure, die voriges Jahr in Amerika begründet wurde, hat eine Aufforderung an 300 jüdische Ingenieure in New York gerichtet, die Verhältnisse in Palästina zu studieren und sich auf die Anwendung ihrer technischen Gewandtheit und Erfahrung zu Gunsten ihres Volkes vorzubereiten. Einige namhafte Ingenieure sind der Organisation beigetreten. Ein palästinensisches Filmdrama „Judarael“ wird zur Zeit in Amerika vorbereitet. Der Ertrag soll dem 100 Millionen Dollar-Fonds zum Wiederaufbau Palästinas zu Gute kommen. Englische Zeitungen bezeichnen den Film als „ein Wunderwerk der Gegenwart“. In England hat man dem Fonds durch Abhaltung eines Palästina-Bazars Mittel zugeführt. Rußland. In Charkow wurde eine Schiffahrtsgesellschaft „Schulon“ gegründet zwecks Herstellung von Schiffsverbindungen zwischen den Häfen des Schwarzen Meeres und Schaffung von Lagerplätzen in den palästinensischen Häfen. In Moskau wurde eine Gesellschaft „Raananija“ mit 10 Millionen Rubel Stammkapital zur Amelioration der noch unerschlossenen Teile von Palästina gegründet. In Petersburg konstituierte sich eine „Gesellschaft zur wirtschaftlichen Wiederbelebung Palästinas“, in der auch Nichtzionisten tätig sind. In wenigen Wochen wuchs die Zahl der Mitglieder in Petersburg und in der Provinz auf 250; darunter sind viele angesehene Finanzmänner, Ingenieure, Architekten, Agronomen, Juristen und Ärzte. Die Gesellschaft zerfällt in zwei Abteilungen: eine technische und eine agrikulturelle, die erste unter dem Vorsitz J. Kassels, die andere unter dem Vorsitz des bekannten Agronomen und Dozenten B. Bruzkus. Die technische Abteilung besteht aus vier Sektionen: für Bau, für Elektrotechnik, für Verkehr und für Industrie. In dieser Abteilung wird jetzt an Projekten von Kleinbahnen, der Ausnutzung der Wasserenergie des Jordans .und des Jarmuks gearbeitet, wie auch an dem Projekt eines Kurhotels in Jaffa. Die agrikultureile Abteilung will sich vorderhand der Bewässerunsgfrage widmen, der die Fachleute eine besondere Wichtigkeit beimessen. Die Gesellschaft soll die Dünen und Abhänge beforsten, Eisenbahnen und Häfen bauen. Wasserleitungen und Straßenbahnen, elektrische Beleuchtung und Telephone schaffen, einen Dampferverkehr zwischen den Schwarzenmeerhäfen und Palästina einrichten. Griechenland. Eine Erklärung des griechischen Regierungsvertreters. Dem Chor der