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Das jüdische Echo · 1918-07-05 · 27 (5.7.1918) · p. Seite 310

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
5 (1918)
Issue
27 (5.7.1918)
Date
1918-07-05
Page
Seite 310 (sequence 2)
Language
German
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310 Das Jüdische Echo Nr. 27 Palästina und pro Palästina. Aus Palästina kommen Nachrichten über die Evakuation von Kafr Saba. Die Verhältnisse waren dort seit langer Zeit bedrückend, da den Einwohnern das zum Leben Notwendigste fehlte und die Zahl der Typhuserkrankungen und Sterbefälle sich täglich mehrte. In der letzten Zeit waren die von Hunger und Not geschwächten Bewohner durch ununterbrochenes Geschützfeuer, das sie in fortwährender Lebensgefahr hielt, in eine hoffnungslose Gemütsverfassung geraten. Unter diesen Umständen war die von der Regierung angeordnete Evakuation sehr schwierig, umsomehr als den jüdischen Auswanderern während des Abzuges ein großer Teil der ihnen noch verbliebenen Habe geraubt wurde. Während des Abzuges fiel eine Bombe auf das Hospital und tötete eine darin beschäftigte Ärztin. Die Lage der Evakuierten erfordert dringend weitgehende Hilfe. Palästina. Die zionistische Kommission in Palästina. Die nach Palästina entsandte zionistische Kommission hat eine Sitzung gemeinsam mit Vertretern der jüdischen Richtungen in Jerusalem gehabt. Nach langer und ernsthafter Diskussion gelang es der Konferenz, eine Basis für die Organisation eines Komitees, das sich aus Vertretern der gesamten Jerusalemer Gemeinde zusammensetzt, zu finden und einen Arbeitsplan zu entwerfen. — Eine weitere Konferenz fand mit den Vertretern der Jerusalemer Rabbiner statt, bei der 35 einflußreiche Rabbiner, Chassidim, Misnagdim, Aschkenasim, Sephardim und Jemeniten zugegen waren. Nach einer Rede, in der Dr. Weizmann seine Hoffnung aussprach, daß es zu einer Zusammenarbeit zwischen den orthodoxen Kreisen und den Zionisten kommen werde, schilderte Rabbiner Tutschinsky, der Sekretär des Rabbinats, die gegenwärtige wirtschaftliche Lage der orthodoxen Gemeinde, die sich in großer Not befindet. Dr. Weizmann gab die Zusicherung, daß die Kommission ihr Bestes für die Linderung dieser Notlage tun werde und machte die folgenden Vorschläge: den Unterricht in den Jeschiboth und Talmud Thoras in hebräischer Sprache zu erteilen und den Widerstand der orthodoxen Gemeinde gegen den Zionismus zu beenden. Die Rabbiner erklärten sich im Prinzip mit der Einführung des Hebräischen einverstanden und ernannten einen besonderen Ausschuß, der über die Haltung gegenüber den Zionisten beraten soll. Der Sitzung wird eine große Bedeutung für die künftige Entwicklung des jüdischen Lebens in Palästina zugeschrieben. Die jüdische Universität. Die von der englischen Regierung nach Palästina entsandte zionistische Kommission beschäftigt sich, wie bereits gemeldet wurde, eingehend mit dem Plane der Errichtung der jüdischen Universität in Jerusalem. Als Bauplatz für die Universität wurde bereits vor dem Kriege ein Grundstück auf dem ölberge ausgewählt, das einem christlichen englischen Juristen, Sir John Gray Hill, gehörte, der hier ein Landhaus mit ausgedehnten Gärten besaß. Englische jüdische Zeitungen erinnern jetzt daran, daß der frühere Besitzer des Grundstückes, der während des Krieges gestorben ist, ohne zu ahnen, daß sein Besitztum jemals als Grund und Boden für die Universität ausersehen werden würde, sich lebhaft für den Universitätsplan interessiert hat. In einer Schrift „Zionismus, Jerusalem und das heilige Land“ hat er sich folgendermaßen über die Universität ausgesprochen: „Laßt es ein recht schönes Gebäude sein. Es ist ein großer Mangel an schönen Gebäuden in Jerusalem. Das Gebäude eurer Universität sollte sogar mit der Schönheit der Omarmoschee wetteifern. Es bietet sich euch hier eine große Gelegenheit. Könnt ihr nicht die Aufmerksamkeit reicher Juden auf diesen Plan lenken? Ihre Einwendungen gegen zionistische Pläne im allgemeinen können sich ja hierauf nicht erstrecken. Welch ein edler Denkstein es für einen Millionär oder eine Gruppe von Millionären wäre — diese großen Finanzkönige, die in Europa so mächtig sind — wenn sie dem jüdischen Volke eine prächtige Universität stifteten. Ich glaube, wenn man ihnen die Sache richtig darlegt, so werden sie dem Rufe folgen.“ Es würde dem verstorbenen Sir Gray Hill vielleicht Freude machen, zu wissen, daß sein eigenes Besitztum das Terrain der künftigen Universität bilden wird. Palästinenser im Auslande. Versammlung der palästinensischen Juden in Amerika. Am 15. und 16. April wurde in New York die erste Versammlung der Histadruth Bne Erez Israel, einer Organisation palästinensischer Juden in Amerika, größtenteils Kriegsflüchtlinge, abgehalten. Von Oberrichter Brandeis», dem früheren amlerikanischen Konsul in Jerusalem O. A. Glazebrook, Nathan Straus, Oscar S. Straus, Henry Morgenthau und A. I. Elkus waren Begrüßungsschreiben gesandt worden. Das folgende Arbeitsprogramm wurde angenommen: 1. Beizutragen zur Entwicklung der wirtschaftlichen Faktoren des heiligen Landes; Fliege seiner kulturellen Entwicklung gemäß den Traditionen H o h I s a u m Plissee, Feston und alle einschlägigen Arbeiten. Stoffknopf-FabrikaHoK. Spezialität: Eichetknöpfe und Doppelknöpfe. Rasche Bedienung! E. Dalflmayer, Sonnenstraße 9/n. Büro-Möbel Flach-, Steh-, Sitz- und Roll-Pulte Rolljalousieu. Aktenschränke, Bücherschränke Stühle, Sessel, Hocker Privat-Kontor-Einrichtungcn S. GUTMANN, München, Dienerstr.14/1.

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