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Das jüdische Echo · 1918-06-28 · 26 (28.6.1918) · p. Seite 304

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
5 (1918)
Issue
26 (28.6.1918)
Date
1918-06-28
Page
Seite 304 (sequence 8)
Language
German
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304 Das Jüdische Echo Nr. 26 Lande der Väter und die Flucht aus den Großstädten ebenso wichtig, wie das national-kulturelle Problem. Er war auch ein eifriger Freund der jüdischen Turnsport- und Gartenstadtbewegung und selbst ein Turner und Wanderer. Daß im letzten Jahre auch weitere Kreise in den Bann einer jüdischen Gartenstadt gezogen wurden und dieselbe im Entstehen begriffen ist, erfüllte ihn mit großer Freude; er sah in dieser Entwicklung den Erfolg seiner Ideen. Der Tod hat ihn inmitten rastloser Tätigkeit erreicht. Er plante die Herausgabe eines großen Sammelwerkes über jüdische Sozial-Hygiene, eine Reihe von Vorträgen im jüdischen Frauenbund über sozial-hygienische Fragen wurde angekündigt, Merkblätter über die jüdischen Speise- und Sexualgesetze sollten verbreitet, ein Verein für jüdische Sozial-Hygiene gegründet werden. Nun steht das unermüdliche treue lind liebevolle Herz still, das im Judentum und in der Menschenliebe gelebt hat. Seine außerordentliche Herzensgüte, die stille Einfachheit und der begeisterte Idealismus seines Wesens, sein tiefes soziales Empfinden, sein wissenschaftlicher Eifer, ebenso wie die Wärme seiner Freundschaft werden ihnen unvergeßlich bleiben. Auch als Forscher wird sein Name weiterleben. Weitere Untersuchungen werden an seine Vorarbeiten anknüpfen, und wenn einmal ein im jüdischen Geiste geleitetes Gemeinwesen entstehen wird, so wird man dort die biologischen Gedanken Eisenstadts weiter entwickeln. Eine Herausgabe seiner gesammelten Arbeiten wäre im Interesse der Wissenschaft und sozialen Arbeit sehr zu wünschen. Dr. Jardeni. Der Süddeutsche Zionistentag wird in Nürnberg Sonntag, den 7. Juli d. J. nachmittags 2.30 Uhr im Luitpoldhaus abgehalten. Jeder Zionist hat Zutritt. Armeerabbiner. Der Verband der Deutschen Juden ersucht uns um Aufnahme der folgenden Notiz: Infolge Veränderung der kriegerischen Lage und der Rückberufung einiger Armeerabbiner durch ihre Gemeinden sind in nächster Zeit voraussichtlich mehrere Stellen von Armeerabbinern neu zu besetzen. Mit Rücksicht auf die Wichtigkeit dieser Posten ist beabsichtigt, den Heeresbehörden nur solche Herren zu benennen, die sich bereits als Gemeinderabbiner bewährt und Erfahrungen erworben haben. Der Verband der Deutschen Juden teilt uns mit, daß er der baldigen Meldung derjenigen Herren entgegensieht, die sofort oder in naher Zukunft zu besetzende Stellen von Armeerabbinern zu übernehmen bereit sind und die Genehmigung ihrer Gemeinde oder Aufsichtsbehörde zur Übernahme des Amtes besitzen. Die Spendeneinkünfte des Jüdischen Nationalfonds haben im Mai 153.285 Franken betragen und verteilen sich auf folgende Länder: Österreich K. 74.830, Deutschland M. 29.596, Polen und Litauen: deutsches besetztes Gebiet M. 28.372, österr. bes. Gebiet K. 4789, Nordamerika $ 2987, Ungarn K. 14 036, Südafrika’X 331,5,11, England £ 256.12,10, Frankreich Frs. 3208, Holland Fl. 1316, Canada $ 420, Argentinen $ 286, Schweden Kr. 771, Australien £ 43.17,6. Der diesjährige „Jüdische Kriegskalender“ enthält eine Ehrentafel für Gefallene. Die Angehörigen werden um Angabe der Vor- und Zunamen, Wohnort, Alter, Charge, Tag des Todes ersucht. Zuschriften sind an Herrn Redakteur Max Hickl, Wien VIII., Lerchengasse 6a. erbeten. Protesterklärung gegen die Pogrome. Die Versammlung im Haag, über die wir an anderer Stelle eingehend berichteten, nahm einstimmig folgende Resolution an: „Die am 11. Juni abgehaltene jüdische Volksversammlung erhebt entrüsteten Protest gegen die Pogrome in Galizien. Sie sieht in ihnen eine Folge der systematischen Hetze, die seit Jahren mit dem Zwecke der bürgerlichen und nationalen Entrechtung und wirtschaftlichen Verdrängung der Juden aus Polen und Galizien betrieben wird. Sie protestiert gegen die Pogrome in Beßarabien und Rumänien, gegen die Auslieferung der wehrlosen 300 000 Juden Beßarabiens an Rumänien und die Bestimmungen des Bukarester Friedensvertrages, der die Entrechtung der Juden Rumäniens auch in Zukunft ermöglicht und gesetzlich festlegt. Sie fordert internationale Bürgschaften für die bürgerliche und nationale Gleichberechtigung der Juden in Galizien und Polen, sowie für die uneingeschränkte, bedingungslose Erfüllung des Berliner Vertrages und die Gewährung nationaler Autonomie für die Juden in Beßarabien und Rumänien.“ Die Versammlung machte tiefen Eindruck auf die holländische Öffentlichkeit. Die holländische Presse brachte ausführliche Berichte über die Kundgebung und die gefaßten Resolutionen. Beunruhigende Nachrichten. Von gut unterrichteter Seite kommen sehr beunruhigende Nachrichten über die Zustände bei dem polnischen Heere des Generals Dobr. Musnicki. Dieses Heer besteht aus den polnischen Legionen, die sich in Rußland gebildet hatten; nach der russischen Revolution wurde ihm seitens der deutschen Truppen ein größeres Gebiet mit dem Mittelpunkt Robrujsk überlassen. In diesem Gebiete führen nun die polnischen Truppen eine wahre Gewaltherrschaft. Die vom Bolschewismus durchsetzten Truppenkörper plündern und berauben die Bevölkerung. Unerhörte Kontributionen werden eingetrieben. Ganz besonders hat die jüdische Bevölkerung zu leiden, gegen die die polnischen Truppen einen regelrechten Vernichtungsfeldzug führen. Ein jüdischer Arbeiterverband in England, ln England wurde Mitte Mai eine Konferenz sämtlicher jüdischer Arbeiterparteien einberufen. Es wurde beschlossen, einen jüdisch-nationalen Arbeiterverband von Großbritannien ins Leben zu rufen, um die jüdische Arbeiterschaft in politischer 1 Xgl ‘Bayer. ‘Porzellan* I 1 ‘Manufaktur ‘Kymphenburg I {Hauptniederlage TJlünchen: Odeonsplai) 1 l e® {Kunstu. Guxusg egenstände, Tafeß, ‘Dessert*, iKaffee* u. Teegeschirre, Tiguren, Qruppen etc. Bnacß affen llympdenburger Original. QKodeffen. o Außerdem neue Tormen und Hlodelle nach Gut* x K würfen erster Thlünchner {Künstler. g

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