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Das jüdische Echo · 1918-06-21 · 25 (21.6.1918) · p. Seite 290

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
5 (1918)
Issue
25 (21.6.1918)
Date
1918-06-21
Page
Seite 290 (sequence 6)
Language
German
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290 Das Jüdische Echo Nr. 25 in Mitleid schlagen für den jüdischen Geist. Unsere Mildtätigkeit muß Großmut werden für die Erhaltung, für die Verjüngung unserer Wissenschaft, für die Verbreitung und Vertiefung des Eifers um die Erforschung unserer heiligen Literatur und unserer ehrwürdigen Geschichte in deren ganzem Kulturumfang. Ist sie doch das älteste und immer zugleich das jüngste Glied der Kulturgeschichte der Menschheit. Bevor wir dieses geistige Bollwerk unseres Fortbestandes errichtet haben, werden wir uns gegen alle Anfechtungen und Verführungen nicht ausgerüstet haben. Denn wir dürfen uns darüber nicht hinwegtäuschen, daß für den Abfall vieler von uns die vollständige Unkenntnis des Geistes des Judentums und seiner Bedeutung für uns und für die allgemeine Kultur nicht unwesentlich mitverantwortlich ist. Möge der „Stern von Jakob“ über dem Unternehmen der Akademie walten! Ein Feldpostbrief aus Rumänien. Rumänien, im Felde, Februar 1918. Liebe Freunde! Um Ihnen ein getreues Bild meiner Erlebnisse und Eindrücke in Rumänien, insbesondere in Focsani zu geben, muß ich bis zu den letzten Chanukatagen zurückgehen, die mir zum ersten Male seit meiner sechsmonatigen Anwesenheit auf dem südöstlichen Kriegsschauplatz die langersehnte Gelegenheit brachten, am Ostjudentum lernen und in ihm leben zu können. Der erste Chanukatag, im Zeichen echten rumänischen Winters, fand mich in dem von der Front nur wenige Kilometer entfernten Focsani zum Feldgottesdienst. Schon auf dem Wege dorthin hatte die Phantasie die Oberhand, immer das erhabene Bild vor Augen, wie sich vom vordersten Schützengraben bis zur hintersten Etappe Jude zum Juden finden wird, um gemeinsam der gewaltigen Makkabäertaten zu gedenken. Doch auch hier war die Wirklichkeit ganz anders als das Phantasiebild. Ganze „drei“ Juden — ausgenommen des von Bukarest eigens hergereisten Armeerabbiners — fand ich, und so hätte ich getrost den Rückmarsch in meine Stellung antreten können, hätte sich nicht der feste Vorsatz, endlich einmal wieder mit Gleichgesinnten sprechen und fühlen zu können, um so wenigstens einen Ersatz für den beschwerlichen Fußmarsch zu haben, dazwischengestellt. Und da führte mir der Zufall einen Juden in den Weg, der allerdings1 weniger meinen Wunsch erfüllte, aber auf meine Frage nach den jüdischen Verhältnissen F. beinahe wie eine aufgezogene Maschine herunterleierte, wie dies und jenes sei und sein sollte; sein besonderer Groll entlud sich auf die Zionisten — bis ein vorübergehender Herr das Wort „Zionismus“ aufgriff, sich umwandte, mich mit dem in diesen Augenblicke doppelt willkommenen „Schalom“ begrüßte und mich in seine echt jüdische Behausung mitnahm. Was ich aus dem Munde dieses unverhofft gefundenen Freundes über die Lage der zionistischen Bewegung in Rumänien und Focsani im besonderen erfuhr, sei im Folgenden wiedergegeben: Als Hauptsitz des Regionalbureaus für zionistische Propaganda und des Bureaus zur Verbreitung der hebräischen Sprache in Rumänien unter der Leitung der Herren Rabbiner Dr. Nacht, Mathias Friedmarin (Talmud), David Kahane und Aron Grünberg wurde Focsani zur Metropole zionistischen Lebens in Rumänien. Daneben setzte sich die jüdisch-jugendliche intellektuelle Vereinigung in Rumänien die Aufgabe, die bedeutendsten Werke jüdisch-nationaler Schriftsteller in die rumänische Sprache zu übersetzen. Im Anschluß hieran bildete sich zwei Jahre vor dem Eintritt Rumäniens in den Krieg ein Komitee — mit Dr. Nacht als Präsidenten, Leo Gold, Baruch Zosner, Dr. Weinstock, A. S. Zissu, Advokat Saraga, Mathias Friedmann — das die bekannte „Hatikwah“ ins Leben rief. Das Hauptverdienst der „Hatikwah“ war und wird wohl beim neuen Erscheinen wieder sein, die Namen solcher „Zionisten“, die mit Idealen handeln und das eigene Wohl über das ideale Werk stellen, rücksichtslos von der Liste der Zionisten zu streichen, mit eisernen Besen auszukehren, um diesen bedauernswerten „Brüdern“ zu zeigen, daß man zwischen dem „Entweder — oder“ zu wählen hat, wenn man sich als dazugehörig betrachten will. Die Basis des Zionismus in Focsani, die man nach außen hin in den genannten Vereinigungen, nach innen im jüdisch-nationalen Herzen unserer südöstlichen Gesinnungsgenossen erblicken kann, wurde durch drei weitere, gut organisierte zionistische Vereinigungen: Zeire Jisroel (Dr. Th. Herzl), Benoth Zion und Choveve Zion erheblich verkennen 6te bie „3ugenb“ 1 bie roeitoerbreiteteSötiindjenerilluftrterte S5od)enfdirift? 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