Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- 24 (14.6.1918)
- Date
- 1918-06-14
- Page
- Seite 280 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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280 Das Jüdische Echo Nr. 24 m« Mftnrittc iiibiritir ürnnlun^ua „Si(i(iatf=3fiifr ju insfilra Orgcmifutton rein europöifd) 3folterf)öufer für Aitftecfcenbe ©efdjäftslettung: S'raitbfurta. 95t. Wtfcfjecfefumto S5tr. 7785 3rhft. o. 951. &öd)fte Anerkennung aller 93el)örben Aufnahme mtterfdjiebslos für Alle 9)tan forbere ble 9$ebingmtgen ein. #ält fid) ftt* geroiffenkofte Uebernakme non Stiftungen empfohlen! betten — 3imnter — 3okraeit — ©ebenfctafel ~ Stiftungen. Briefe 51t rickten nad) 9tbberbergtoeg 63. einem dreieckigen, an einem Band um den Leib geschnallten Brustschild mit runden Metallbuckeln, in der linken Hand einen kleinen runden Leder¬ oder Holzschild und in der rechten eine Axt. Wie die Ägypter und die Kanaaniter längst das Pferd und den Streitwagen in den Dienst des Krieges gestellt hatten, so fing man in Israel seit Salomon (995—^950) damit an. Noch David (1000—970) hatte nichts von Streitrossen und Wagen wissen wollen; er dankte seine Siege ausschließlich dem überlegenen Ansturm seiner tapferen Speer- und Bogenkämpfer. Eine ganz andere Art von Kriegern, die uns aus der Bibel wohlbekannt sind, waren die kriegstüchtigen Philister, die, von unbekannter Abstammung, dem Lande Palästina seinen Namen (Philisterland) 'gegeben haben. Vermutlich sind sie bald nach der mosaischen Zeit wohl aus dem südlichen Kleinasien über Kreta eingedrungen und haben sich in der fruchtbaren Küstenebene südlich von Jaffa festgesetzt, mit den Israeliten lange und erbitterte Kämpfe führend. Statt des ehernen oder eisernen Helmes tragen sie, gefeit durch Zauber, eine Federkappe; denn der Krieger stellt sich unter den Schutz eines als Aar oder Geier gedachten Gottes oder gottgleichen Ahnherrn. So kann er. selbst mit der Kraft des Stoßvogels begabt, jeden Feind unaufhaltsam niederstoßen. Großartig waren auch die Festungsbauten im alten Megiddo, Mauern, Türme und Bastionen. Eine beliebte Art, den Kampf einzuleiten, war auch hier, einzelne Vorkämpfer vor die Schlachtreihe zu schicken, damit sie sich in einer Art Turnier mit einem oder mehreren Recken des Feindes messen. Die Schlacht selbst war häufig nicht viel anders als ein Ringen der Einzelnen mit einander. Der Kampf gegen befestigte Orte ist uns vielfach bildlich erhalten. Ein neues Schriftchen von Rudolf Kittel: Krieg in biblischen Landen (Gotha, Perthes. M. 3.—) bringt dafür mehrere Abbildungen. Es belehrt auch in ansprechender Form über die Behandlung der Gefangenen, über die, infolge der Grausamkeiten gegen diese sich bemerkbar machenden Anfänge des Völkerrechts und überhaupt über alle Kriegsverhältnisse im Heiligen Lande. Die hebräische Universität in Palästina. Das Jüdische Korrespondenzbureau im Haag, berichtet: Der berühmte jüdische Philosoph Henry Bergson teilte telegraphisch Professor Weizmann, dem Präsidenten der Palästinakommission mit, daß er mitarbeiten wolle an der Ausarbeitung des Programmes und «ich der Universität auch als Lehrer zur Verfügung stelle. England und die Judenfrage in Rumänien. Der Londoner Korrespondent des Jüdischen Korrespondenzbureaus im Haag telegraphiert: Im Abgeordnetenhause wurde die Regierung interpelliert, ob sie bei der Nichtigkeitserklärung des Bukarester Friedensvertrages auch die Absicht hatte, die Bestimmungen über die Rechte der Juden zu verwerfen. Der Unterstaatssekretär für auswärtige Angelegenheiten, Lord Robert Cecil, erklärte: „Wer die Vertragsbestimmungen des Bukarester Friedens aufmerksam liest, merkt, daß die für die Juden erwirkten Rechte sehr beschränkter und bedingter Art sind und die Bestimmungen lediglich den Zweck haben, Deutschland einen Vorwand mehr zu bieten, sich in die inneren Angelegenheiten Rumäniens zu mengen. Die Regierung hegt die innigsten Sympathien für die Befreiung der Juden Rumäniens, sie wird aber nur das vollständige Programm, das vor diesem Vertrag durch die rumänische Regierung selbst 1879 akzeptiert wurde und nicht dieses beschränkte Schema gutheißen. Die jüdische Arbeiterschaft Amerikas und der Friedenskongreß. Ein New Yorker Kabel des Jüdischen Korrespondenzbureaus im Haag meldet: Die vereinigten jüdischen Fachorganisationen New Yorks, die mehr als 200 000 Mitglieder zählen, nahmen Resolutionen an, in welchen sie für die Errichtung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina eintreten und fordern, daß der Friedenskongreß den Juden völlige Gleichberechtigung in allen Ländern, nationale Autonomie in den Ländern jüdischer Massensiedlung und freie Kolonisation in Palästina mit dem Endziel eines unabhängigen Judenstaates sichere. Die deutsche Verwaltung gegen die jüdische Turnbewegung in Polen. Gegen die Bewegung der jüdischen Turnvereine und Wandergruppen in Polen, die eine Erstarkung des jüdischen Lebens bezwecken und dem Zionismus ihr Dasein verdanken, geht jetzt die deutsche Verwaltung vor. Sie hat die Organisation der Wanderbünde verboten und sie hat dem jüdischen Turnverein „Makkabi“ in Warschau seine Halle entzogen. Wenn man nicht bereits an mancherlei gewohnt wäre, was den Juden in Polen geschehen ist und geschieht, und wenn die Umstände nicht so offen lägen, müßte man wirklich an ein schweres Mißverständnis denken. Leider ist die Möglichkeit dazu nicht gegeben, mit Absicht und in vollem Bewußtsein der Tragweite ist man an das Zerstörungswerk geschritten. Der eine der beiden Fälle zeigt sich zudem als der sinnfällige Ausdruck der falschen Judenpolitik, die die deutsche Verwaltung in Polen treibt.