Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- 24 (14.6.1918)
- Date
- 1918-06-14
- Page
- Seite 278 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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278 Das Jüdische Echo Nr. 24 kleinen Kindern sei hier Richtschnur. Auf Spaziergängen, im Anschluß an Unterhaltung übel- Pflanzen und Tiere könne man, ohne das Sexuelle aufdringlich in den Vordergrund zu rücken, über die Entwicklung, das Wachstum und die Fortpflanzung der Organismen sprechen und dabei gelegentlich den Menschen mit hereinzuziehen. Wenn sich auch für den Zeitpunkt der Aufklärung kein allgemeines Gesetz aufstellen lasse, so müsse doch von ärztlicher Seite gefordert werden, daß eine gewisse Kenntnis über geschlechtliche Dinge den Kindern bei beginnender Reife beigebracht sein soll, damit die Unwissenheit die heranwachsenden Kinder nicht in Gefahr bringe. Die weitere sexuelle Aufklärung, die nach vollendeter Reife unbedingt in den letzten Klassen der Mittelschulen, in Jugendvereinen usw. zu erfolgen hat, geschieht am besten durch den Arzt. Mit dem warmen Appell, unsere Jugend in voller Harmonie des Körpers^ Geistes und Gemütes zu erziehen, sie hinzuführen zur Selbstbesinnung, zur Abkehr vom Materialismus zu einer sittlich-religiösen Weltauffassung, schloß der Redner seinen mit allseitigem Beifall aufgenommenen Vortrag. Hieran reihte sich auf Anregung des Versammlungsleiters noch eine ausgedehnte Diskussion, die das lebhafteste Interesse der Zuhörerschaft an Fragen der Erziehung und des Judentums aufs schlagendste bewies und sich zu dem geäußerten Wunsche verdichtete, daß ähnliche Veranstaltungen wie die Erziehungswoche in irgend einer Form eine ständige Einrichtung der hiesigen Gemeinde werden möge! Der österreichisch-jüdische Jugendtag in Wien. Die vereinigten jüdischen Jugendgruppen Wiens haben für den 18. bis 20*Mai ihre Kameraden ganz Österreichs nach Wien zum ersten jüdischen Jugendtag eineeladen, dessen Zweck sein sollte, der kräftezersplitternden Isolierung unserer Jugend in unzähligen kleinen Vereinen ein Ende zu bereiten und einen einheitlichen Verband jüdischer Jugendgruppen Österreichs zu begründen. Damit sollen Arbeitsmöglichkeit und Stoßkraft vervielfacht, die Voraussetzungen für ein wahrhaftes Gemeinschaftsbewußtsein und so der Rahmen für eine lebendige und starke national-jüdische Jugendbewegung geschaffen werden. Was an Kleinlichem und Unwesentlichem uns bisher trennte, ist zu beseitigen; es gilt, für Menschen, die stets die Gemeinsamkeit des Ziels betonten, auch die desi Weges festzustellen. — Diese Einladung hat in allen Kreisen der jüdischen Jugend unerwarteten Jubel und Teilnahme erregt. Mit Spannung wurde die Pfingstwoche überall wo jüdische Jugend in Österreich lebt, herbeigesehnt. Schon einige Tage vorher war der große Musikvereinssaal, der als Ort der Veranstaltung bestimmt worden war, bis auf das letzte Plätzchen ausverkauft. Unter Anwesenheit von mehr als 2000 jugendlichen Persionen, darunter an 200 Delegierten von Jugendvereinen und über 300 Gästen aus der Provinz, wurde Samstag, den 18. Mai, um 7 Uhr abends die Tagung durch eine ^Begrüßung des Vorsitzenden Dr. Siegfried Bernfeld eröffnet, der in seiner kurzen Begrüßungsansprache der ungezählten Tausende von Freunden und Brüdern, die auf den Schlachtfeldern geblieben waren, gedachte und ausführte, daß „wir in dieser Zeit nicht zu einem Fest der Freude zusammengekommen sind, sondern daß es gilt, das lebendige Gefühl von Einheit, das die jüdische Jugend durchströmt, zu einem organisatorischen Ausdruck zu bringen“. Hierauf nahm unter jubelndem Beifall der ganzen Jugend Herr Dr. Martin B u b e r das Wort, der in seiner Ansprache „Zion und die Jugend“ die reinsten Seiten aller Teilnehmer aus Ost und West, aus allen Gesellschaftsklassen und aus allen politischen und kulturellen Richtungen zum Mitschwingen brachte und alle, auch seine theoretischen Gegner, im Tiefsten erfaßte. (Herrn Dr. Bubers Rede erscheint im Juniheft des „Juden“.) — Montag, den 19., um 9.30 Uhr vormittags wurde die zweite Sitzung mit den Begrüßungen des Präsidenten des „Zionistischen Exekutivkomitees für Österreich“, Herrn Adolf Stand und des Herrn Reichs- Königl. bayer. Lotterieeinnahme der Preuss.- SUdd. Kiassen-Lotterie A. Oslermaier, München Promenadepl. 12/1, Eing. durch d. Zigarrengeschält Beginn der 12. (238.) Lotterie mit Ziehung I. Klasse am 9. u. 10. Juli 1918, 2. Klasse am 13. u. 14. August 1918, 3. Klasse am 10. u. 11. Sept. 1918, >.4. Klasse am 8. u. 9. Okt. 1918, 5. Kiasse (Haupt- und Schlußziehung) beginnt am 8. Nov. und endet am 4. Dez. 1918. Lose in großer Auswahl stets vorrätig. Preis für die 1. Klasse; für Vs lU xh lk 5 10 20 40 M Bei den folgenden Klassen sind die Vorklassen stets nachzubezahlen. übernimmt Schreibarbeiten und Vervielfältigungen jeder Art, tadell. u.schnellste Ausführung. Eigene Diktat-Zimmer. Stenogramm - Diktate, sowie fremdaprach. Uebersetzungen. Uebernahme ganzer Werke, Theaterstücke usw. Billig. Berechnung. Strengste Diskret. Manuskripte werden unt. Verschluß abgeholt. Neuhauserstrasse 21/1. Kaffee Fürstenhof (Lift) Teleph. 55144. J(mfingetäfc.29iSt0(k ru&hsSt yth&enptajt^ JMuifingjSG$te29iStjxk m/ C<Sfi£aIm9ä^sc,^eh9kch£ü, Sßdbzilim. dechmdi vollendete Shzeagrdsse deermydeeneadhaenüptik