Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- 22 (31.5.1918)
- Date
- 1918-05-31
- Page
- Seite 253 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 22 Das Jüdisch« Echo 253 dien, Südarabien (auch Ostarabien nach Hommel) und Maschonaland treten in enteren Wettbewerb für das biblische Ophir. Allerdings können die mitgebrachten „Kophim und Takkijim“. was keineswegs mit Sicherheit als „Affen und Pfauen“ übersetzt werden kann, wohl im Sabäerland, wo die Schiffe auch gelandet haben mögen, im Zwischenhandel erworben worden sein. Aber solche Quantitäten Gold, wie die Flotte in Salomos Schatz ablieferte (nach heutigem Werte 33 Millionen Mark), konnten nur im Selbstbetriebe von Bergwerken gewonnen worden sein. Wofür hätte Salomo auch in Ezeongeber, dem altedomithischen Handels, platz in der Nähe von Elath (Akaba), Schiffe zu bauen nötig gehabt, wenn die Goldbergwerke in Südarabien lagen, wohin eine Karawanenstraße führte? Was hätte die Königin von Saba, dieser zum Sprichwort gewordene Typus aufdringlichen Damenbestiches, die weite Reise zu machen brauchen. wenn Salomos Leute in Südarabien durch Monate und Jahre die Schätze gesammelt hätten, die anzustaunen sie nach Jerusalem kam? Und hätten sich die handelseifersüchtigen und handelstüchtigen Sabäer so aus der Konkurrenz für Gold ausscheiden lassen? Hennig nimmt ein doppeltes Reiseziel, das erstere als möglich, das zweite als höchst wahrscheinlich, für die, von den Phöniziern Huramsy, die die Seewege bereits kannten, geleiteten See-Expeditionen an: die Malabarküste Indiens und die Sofalakiiste Ostafrikas. Er geht von der Ansicht aus, daß der sprachliche Gesichtspunkt allein bei der Entscheidung geographischhistorischer Rätselfragen nicht maßgebend sein kann und daß man mit Etymologien und Erklärungen wie Ophir gleich Afrika, oder gleich der südarabischen Landschaft Dhofar, oder gleich Abhira im Indusgebiet nicht weiter kommt. Hat man doch bei dem Parwain-Gold (2 Chr. 3, 6) gar an Peru gedacht? (Hommel identifiziert Parwain mit dem nordwestarabischen Orte Farwain im alten Land Meluch-Amalek.) Aber Hennig holt doch auch in die philologische Erklärungsmethode zur Stütze seiner wahrscheinlichsten und wirtschaftlich-geographisch bestbegründeten Hypothese aus. daß Ophir in dem goldreichen Maschonaland zu finden sei. indem er auf den berühmten arabischen Reisenden Ibn Batuta verweist, nach welchem das Goldland im Hinterland der Sofalakiiste noch im 14. nachchristlichen Jahrhundert Yousi (= Ophir) heißt. Die späteren Seefahrtsunternehmungen des Volkes Israel waren nicht mehr so günstig; die erste Tat der kurzlebigen israelitischen Seeschifffahrt war auch ihre Glanzleistung. Josaphat (876—851 v. Chr.) hatte „Tarsisschiffe“ bauen lassen, die nach Ophir fahren sollten, Gold zu holen; aber man fuhr nicht, denn die Schiffe scheiterten zu Ezeongeber (I Könige 22, 49). Um 730 v. Chr. wurde dann Elathi wieder edomitisch und Israel vom Roten Meere abgeschnitten (II Könige 16, 6). Und als Hesekiel (um 600 v. Chr.) sein Klagelied über Tyrus anstimmte: „Tyrus, die mit den Völkern handelt nach vielen Küsten hin“, war Ophir längst vergessen; denn in dieser berühmten, für die Handelsgeschichte des alten Orients so überaus wichtigen Aufzählung der Handelsbeziehungen von Tyrus mit den „Krämern unter allen Völkern“ ist Ophir nicht mehr genannt. (Frkf. Ztg.) Zeitungs-Echo Ein Loch in dem Bukarester Frieden. Geh. Konsistorialrat Prof. Dr. H. L. Strack schreibt in den „Berl. Neuesten Nachrichten“: Wenn der Vielverband uns nur mit solchen Waffen und Kriegsmitteln bekämpfte, wie sie in Schlachten und für Schlachten erforderlich oder jetzt üblich sind, W'ären wir längst mit ihm fertig. Aber er kämpft weit mehr durch eine überall, zumal in den neutralen Ländern, gegen uns aufgehetzte oder geradezu bestochene Presse, durch Einschüchterung und Bedrückung der Neutralen (Holland, Schweiz!) und hauptsächlich durch seine einerseits von jedem sittlichen Bedenken freie und rücksichtslose, andererseits tatkräftige und zugleich weitschauende Diplomatie. Man strebt gar nicht nach einem für beide Teile befriedigenden Vergleich, sondern man fordert mit einem Tone, der den Willen, auch Gewalt anzuwenden, deutlich erkennen läßt; man fordert das Doppelte dessen, was man eigentlich will, und erhält dann mindestens das Anderthalbfache. Mit Geschicklichkeit ist man auch beflissen, durch Versprechungen zu ködern, ohne daß man das Versprochene leisten will, und jedenfalls ohne daß man sich selbst dabei in Unkosten stürzt. Ein lehrreiches Verhalten hierfür ist das Verhalten gegenüber den Juden — ein Volk von nur etwa 12 Millionen und ohne eigenen Staat, aber einflußreich durch Geld und Presse und überall hin reichende Verbindungen; ein Volk, mit dem man rechnen muß, gleichviel, ob es dem, der mit ihm zu tun hat, sei es im Ganzen, sei es im Einzelnen seiner Teile, sympathisch ist oder nicht. Der furchtbare Druck, unter dem die zugleich von den Polen gehaßten Juden Polens und Rußlands seitens des Zarismus standen, hat, bis die Vereinigten Staaten in den Krieg eintraten, den größten Teil der sehr zahlreichen und mächtigen Juden Nordamerikas dem Vielverbande, zu dem Rußland gehörte, mehr oder weniger abgeneigt sein lassen. 3Jtünd)ner Jleuefte 3tad?nd)t <55rßfite,tägf.2mal erfd)einenbe 3eitung ©üb* unb 3?tittelbeutf<h* lanbS. &auffräftiger£eferfretS unb über ©cutfdjlanböOrenjcn hinauf gefjenbe Verbreitung. ©rojjerfauf* mann. u. getoerbl.©tellenmarft Slnerfannf fefjr erfolgreich für feigen aller Slrt. 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