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Das jüdische Echo · 1918-05-31 · 22 (31.5.1918) · p. Seite 252

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
5 (1918)
Issue
22 (31.5.1918)
Date
1918-05-31
Page
Seite 252 (sequence 4)
Language
German
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252 Das Jüdische Echo Das Jüdische Echo gaa Mpnrntif liiöifdif inukratyu« „Sdiaatt^tötr fu Imfalrn "V Örgantfatton rein europäifd) ©eföäftsleitung: Frankfurt q. Al. Sfolterljäufer für Anftedtenbe <J3oftfc&ec&fumto Ar. 7785 3=rhft. o. Al. #öd)fte Anerkennung aller «Beerben #ält fid) für geroiffenfjafte Ueberna&me non Stiftungen empfohlen! Aufnahme unterfdjiebslos für Alle betten — 3immer — Sal^eit — ©ebenktafel — Stiftungen. Alan forbere bie Aebingungen ein. Briefe & rieten nad) Aöberbergroeg 63. Die deutschen Schulen in Palästina. Der Londoner Korrespondent des Jüdischen Korrespondenz-Bureaus im Haag berichtet: Die zionistische Palästinakommission hat die Schulen des Hilfsvereins deutscher Juden in Palästina übernommen. Sie wurden in hebräische Schulen umgewandelt. In Jaffa erschien im vorigen Jahr die Übersetzung einer Schrift des früheren deutschen Staatssekretärs Dr. Helfferich „Deutschland, seine wirtschaftliche Entwicklung in 25 Jahren (1888 bis 1913)“ in hebräischer Sprache. Die hebräische und iidische Korrespondenz in England. Kürzlich ging durch die jüdische Presse die Mitteilung, daß in England die Korrespondenz in der hebräischen und' jidischen Sprache verboten worden wäre. Von amtlicher englischer Seite wird dem Jüdischen Korrespondenzbureau im Haag mitgeteilt, daß das Verbot nur für die Korrespondenz nach dem neutralen Ausland Geltung gehabt habe. Auf den Briefverkehr mit den alliierten Ländern habe sich das Verbot nicht erstreckt. Ebensowenig wurde die jidische und hebräische Korrespondenz aus den alliierten Ländern nach den neutralen Ländern von der Maßregel getroffen. Die Maßregel hatte ihren Grund in bestimmten technischen Schwierigkeiten. Sie hatte von allem Anfang nur zeitweiligen Charakter. Die Schwierigkeiten sind inzwischen behoben worden und das Verbot ist bereits wieder aufgehoben. Verfolgung der Poale Zion-Bewegung in Österreich und Polen. Die Verfolgungen gegen die poale-zionistische Bewegung in Österreich, die vor mehreren Monaten mit den Haussuchungen und Vereinsauflösungen in Lemberg einsetzten und nach dem großen Streik in Niederösiterreich infolge der starken Beteiligung der jüdischen Arbeiter besonders scharfe Formen annahm, dauern unvermindert fort. Aus Wien werden zahlreiche neue Haussuchungen und Verhaftungen mehrerer Parteigenossen gemeldet. Gegen die verhafteten Poale-Zion wird die Untersuchung wegen „Hochverrats“ geführt, der durch die Verbreitung von Flugschriften in den Streiktagen begangen sein soll. Die Vereine „Poale-Zion“ und „Jugend" wurden polizeilich aufgelöst. Das Organ der österreichischen Poale-Zion „Der jüdische Arbeiter“ erfreut sich einer besonders strengen Überwachung seitens der Zensor. Die Verfolgungen haben nunmehr auch nach Polen hinübergegriffen. Im österreichischen Okkupationsgebiet wurden viele Verhaftungen von Mitgliedern der jüdischen sozialdemokratischen Partei Poale-Zion vorgenommen, in Warschau wurden die führenden Poale-Zion Schurek und Lew verhaftet. Italienische Regierungserklärung zum Zionismus, Nach einer Meldung der „Koper.haeener Zionistischen Mitteilungen“ vom 21. Mai erklärte die italienische Gesandtschaft in London im Aufträge des italienischen Ministers des Äußeren, Sonnino. daß die italienische Regierung die größten Anstrengungen machen werde, um die Erreichung eines jüdisch-nationalen Zentrums in Palästina zu erleichtern, wodurch die legale und politische Lage der Juden in allen anderen Ländern nicht präjudiziert werden soll. Die französischen Juden und der Zionismus. Das Jüdische Korrespondenzbureau im Haag berichtet: Das Konsistorium der französischen Juden mit Baron Edmund Rothschild und Oberrabbiner Israel Levi sprach bei Pichon, dem Minister für auswärtige Angelegenheiten vor, um der französischen Regierung für ihre Förderung des Planes der Erichtung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina zu danken. Die seefahrende Periode des Volkes Israel. Trotzdem wir von jüdischen Reisenden wissen, daß sie im Mittelalter Strecken zu Lande zurückgelegt haben, die selbst Marco Polos beriimte Leistung einer Reise von Süd-Amerika nach China dadurch im Schatten stellen, daß einzelne fränkische Juden den Weg von Nord-Syrien durch Mesopotamien, Persien, Afghanistan, über die Pamirpässe und das Tarimbecken nach China mehrmals im Leben zuriickgelegt haben, überliefert man wenig oder gar nichts von seefahrenden Juden. Nur das Alte Testament weiß etwas von den Seefahrerleistungen der Juden: Salomo, der einen Leopold II. in seinem Handelsgeist und einen Ludwig XIV. in seiner Prunkliebe in sich vereinigte, wies das Volk Israel auf das Meer; und die zweimalige Ophirexpedition, die der weise König aussandte, hat Berühmtheit in der Handelsgeschichte der Menschheit. Die vielfach untersuchte und doch noch nicht endgültig gelöste Ophirfrage beschäftigt auch R. H e n n i g, der von Libau aus einen anregenden kleinen Aufsatz über die „Seefahrerperiode des Volkes Israel“ an die „Geographische Zeitschrift“ (1917) einsandte. Märchenhaft anmutend, aber in ihrer schlichten Einfachheit und zahlenmäßigen Genauigkeit nicht unglaubhaft klingen die biblischen Berichte in I. Könige Kap. 9 u. 10 und fast gleichlautend in II. Chronik Kap. 8 u. 9 über die israelitische Handelsflotte Salomos. In-

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