Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- 19 (10.5.1918)
- Date
- 1918-05-10
- Page
- Seite 220 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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220 Das Jfidlsche Echo Nr. 19 0,02 Prozent, Moldau 44 103, d. i. 2,52 Prozent, Dobrudscha (alt) 247 d. i. 0,09 Prozent der Gesamtbevölkerung. Gegenüber dem Stande zu Ende 1899 war auch rücksichtlich der jüdischen Dorfeinwohner ein ansehnlicher Rückgang (8600, d. i. 18,8 Prozent) zu verzeichnen. Aus „Zeitschr. f. Demographie und Statistik der Juden“. Welt-Echo Verständigungsgemeinschaft der jüdischen Jugendorganisationen Deutschlands. Der stenographische Bericht über die Tagung der jüdischen Jugendorganisationen Deutschlands am 5. März 1918 ist nunmehr als Sondernummer der ..Mitteilungen“ des Verbands der jüdischen Jugendvereine Deutschlands erschienen. Da der Jugendverband den größten Teil der Auflage den Feldsoldaten zugestellt hat, sind nur noch einige Exemplare zum Preise von 3 Mark gegen vorherige Einsendung des Betrages auf das Postscheckkonto Nr. 13500 Berlin erhältlich. Etwaige hierauf bezügliche Zuschriften sind an die Adresse des Bureaus — Verband der jüdischen Jugendvereine Deutschlands, Berlin C. 2, Burgstraße 26 — zu richten. Generalversammlung des Hilfsvereins der Deutschen Juden. Am Sonntag, den 21. April, fand in der „Gesellschaft der Freunde“ zu Berlin die zahlreich besuchte Generalversammlung des Hilfsvereins der Deutschen Juden statt. Dr. James Simon eröffnete die Versammlung und gab eine Übersicht über die umfangreiche Tätigkeit, die der Hilfsverein der Deutschen Juden auch im abgelaufenen Kriegsjahr auzsuiiben hatte. Nach den mit Beifall aufgenommenen Ausführungen nahm Dr. Nathan das Wort zu einer ausführlichen Darlegung der Tätigkeit des Hilfsvereins der Deutschen Juden auf den einzelnen Gebieten. Er führte aus: In den besetzten Gebieten wurde das Hilfswerk für annähernd 2Vs Millionen Juden von dem selbständigen „Jüdischen Hilfskomitee für Polen und Litauen zur Verwaltung amerikanischer Unterstützungsgelder“ durchgeführt. Aus den amerikanischen Unterstützungsgeldern sind seit Anfang des Krieges bis zum Ausbruch des Krieges mit den Vereinigten Staaten von Amerika durch das deutsche Komitee verausgabt worden 12 458 671,22 Mk. Davon gelangten nach Polen 7 404 405,38 Mk., nach Litauen 5 054 265,84 Mk. Daneben ist der Hilfsverein mit eigenen Mittel« eingetreten. Es wurden überall Volksküchen und ähnliche Einrichtungen geschaffen. Zurzeit bestehen in den besetzten Gebieten etwa 600 Volksküchen. Abgabestellen für Naturalien, Teehallen, Schulspeiseanstalten, die von mehr als 400 000 Personen in Anspruch genommen werden. Besondere Fürsorge wurde sodann den in Deutschland befindlichen jüdischen Arbeitern aus den besetzten Gebieten und den Arbeitern in diesen Gebieten selbst zugewandt. Gemeinsam mit der Großloge für Deutschland und dem Frankfurter Hilfskomitee führte der Hilfsverein der Deutschen Juden ein umfassendes Hilfswerk im Orient vom zweiten Kriegsjahr an durch. Das Hilfswerk erforderte seit 1915 einen Kostenaufwand von weit über 3U Millionen Mark. Das Schulwerk des Hilfsvereins in Palästina wie der europäischen Türkei in, Konstantinopel hat trotz mannigfacher Schwierigkeiten, mit denen es jetzt zu kämpfen hat, einen sehr guten Fortgang genommen. Der Hilfsverein hat auf Grund der ihm bisher zugekommenen Mitteilungen die Beruhigung, daß das palästinensische Schulwerk intakt geblieben und in Betrieb ist. Es ist dem Hilfsverein auch möglich, durch das einsichtige Entgegenkommen der zuständigen deutschen Behörden die nötigen Geldmittel zur Aufrechterhaltung des Schulwerkes nach Jerusalem zu überweisen. Die Aufwendungen für das Scliulwerk im Orient betrugen im Jahre 1917 über eine halbe Million Mark, für Schul- und Hilfswerk zusammen annähernd eine Million Mark. Insgesamt sind während des Krieges allein durch Vermittlung des Hilfsvereins der Deutschen Juden an 30 Millionen Mark zur Linderung des Elends den Juden im Osten und im Orient für Schul- und Hilfswerk verausgabt worden. Judenpogrom in Narol (Galizien). Aus Lubaczow erhält die „Jüdische Zeitung“ in Wien folgenden Bericht: Freitag, den 12. d. M„ abends, versammelten sich -- wie ich von Augenzeugen informiert bin — in der Stadt Narol die Bauern der Stadt und ihrer Umgebung in einer großen Anzahl, bewaffnet mit Stöcken und anderen Schlagwaffen. Unter dem Vorwände eines Protestes gegen die Behörden, welche sie zur Feldarbeit zwingen, begannen sie einen Pogrom auf Juden. Sie überfielen die jüdischen Häuser zur Zeit des Sabbatmahles, schlugen die Scheiben aller Fenster ein und schleuderten Steine in die Wohnungen. Juden, die auf der Straße vorbeigingen, schlugen sie bis aufs Blut. Weder die Gendarmerie, noch die Stadtpolizei trat gegen den Judenpogrom ein. Sonntag, den 14. d. M„ überfielen die Bauern Juden, welche durch die Dorfstraße in die Stadt kamen, und schlugen einige zu Krüppeln. Feuilleton Hugo Zuckermann, der Dichter Jungjudas. Von Schulrat Eberhard, Greiz. Dieser von uns mit einigen Kürzungen wiedergegebene Aufsatz des bekannten Pädagogen, der sich wiederholt mit großer Wärme für den jüdischen Palästinagedanken eingesetzt hat, erschien zuerst in Nr. 10 der „Thüringer Lehrerzeitung“ (Verlag A. Wagner Sohn, Weimar). Drüben am Wiesenrand hocken zwei Dohlen — Fall' ich am Donaustrand? Sterb’ ich in Polen? Was liegt daran! EIT sie meine Seele holen, kämpf ich als Reitersmann. Drüben am Ackerrain schreien zwei Raben — Werd’ ich der erste sein, den sie begraben? Was ist dabei! Viel Hunderttausend traben in Üst’reichs Reiterei. Drüben im Abendrot fliegen zwei Krähen — Wann kommt der Schnitter Tod, Um uns zu mähen? Es ist nicht .schad'! Seif ich nur unsere Fahnen wehen auf Beigerad!