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Das jüdische Echo · 1918-05-03 · 18 (3.5.1918) · p. Seite 218

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
5 (1918)
Issue
18 (3.5.1918)
Date
1918-05-03
Page
Seite 218 (sequence 8)
Language
German
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208 Das Jüdische Echo Nr. 18 Im Namen der englischen Regierung antwortete Major Ormsby Gors. Kr führte aus. daß nur von dem jüdischen Volk ein freies und glückliches Palästina aufgebaut werden könnte. Das jüdische Volk werde mit allen anderen Völkergruppen harmonisch Zusammenarbeiten. Die Kommission beabsichtigt demnächst in Jerusalem und Jaffa eigene Büros zu eröffnen. Abendmahlwein und Kidduschwein. Unter dieser Überschrift weist das „Hamburger Israelit. Wochenblatt“ darauf hin, daß in dem neuen Weinsteuergesetz wohl Abendmahl-. Kommunion- und Meßwein, nicht aber Kiddusclnvein von der Steuer befreit ist, worin eine Benachteiligung der jüdischen Konfession gegenüber der katholischen und der protestantischen hegt. Ein Organisationsaufruf der polnischen Rabbiner, den diese kürzlich erlassen haben, hat, nach dem „Jüdischen Wort“, folgende Ziele: die geplante Organisation soll einerseits die Aufsicht über alle religiösen Angelegenheiten und Interessen des orthodoxen Judentums führen, andererseits eine gemeinschaftliche Arbeit zugunsten der Niederlassung in Palästina treiben. In eindringlicher Weise werden die frommen Juden zum Anschluß an den orthodoxen Verband aufgefordert. Bezüglich der Palästina-Arbeit wird betont, daß die Sorge für die Niederlassung in Palästina die Pflicht eines jeden ehrlich denkenden Juden sei. Die Juden im Staatsrat. Bei den mm erfolgten Wahlen für den polnischen Staatsrat wurden die folgenden Juden als Vertreter des polnischen Judentums ernannt: Joseph Natanson. Boleslaw E i g e r (orthodox), Pfeffer und Joel Wegmeister (orthodox). Wenn man bedenkt, daß Natanson neulich seine Kinder hat taufen lassen und bei Wegmeister in der Verwaltung von Gemeindegeldern einige dunkle Dinge geschehen sind, versteht man, in welchen Händen die Vertretung der polnischen Juden fortab liegt. Es erscheint unfaßbar, wie die bekannten Drahtzieher der Orthodoxie in Polen es wagen konnten, den Juden einen Vertreter wie Wegmeister zu delegieren! Die Ernennung eines Ministers für polnische und jüdische Angelegenheiten in der Ukraine. Die Zentralrada bestätigte auf Antrag des Ministerpräsidenten Holubowytsch den bekannten Politiker Lackyj (Pseudonym Bertoldi) zum Minister für jüdische Angelegenheiten. Diese beiden Ernennungen sind ein Beweis für die Wahrung der Autonomie der nationalen Minderheiten in der Ukraine und dürften das Verhältnis der Juden und' Polen zu der Volksrepublik auf das günstigste beeinflussen. Das Ansiedeluiigsrecht der polnischen Juden. Nach polnischen Blättern wird das polnische Landwirtschaftsministerium in einer der ersten Sitzungen des Staatsrats ein Gesetz einbringen, nach dem Juden das Recht erhalten auf Baucrngrundstiieken ansässig zu werden. Die Juden an der Warschauer Universität. Laut offizieller Statistik der Warschauer Universität waren im ersten Jahre der im Kriege neugegriindeten polnischen Universität in Warschau (1915/16) 50,4 Prozent der Studenten Juden, im Jahre 1916/17 war der Prozentsatz der jüdischen Studenten 46,7 und im letzten Jahre 1917/18 45,8 Prozent. Bei der Immatrikulation haben im ersten Jahre als ihre Muttersprache angegeben: polnisch 865 Studenten, jidisch 114, hebräisch 55: im zweiten Jahre: polnisch 1430, jidisch 53, hebräisch 134; im letzten Jahre: polnisch 2027, jidisch 109, hebräisch 78 Studenten. Das Schicksal der bellarabischen Juden. Beim „Kopenhagener Bureau der Zionistischen Organisation“ sind Briefe und Telegramme angesehener jüdischer Persönlichkeiten und Organisationen aus verschiedenen Ländern eingegangen, die anläßlich des bevorstehenden Anschlusses Beßarabiens an Rumänien die öffentliche Aufmerksamkeit aut die beßarabische Judenfrage lenken. Es handelt sich um eine Bevölkerung von 300 000 Seelen, die heute im Besitz vollständiger bürgerlicher und politischer Gleichberechtigung ist und deren Entrechtung beim Anschluß Beßarabiens an Rumänien trotz aller in den letzten Tagen laut gewordenen Meldungen über die bevorstehende .•LYai "RauThallmaier /?x>fUßterarit München ThecUinßcürAÖ. m

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