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Das jüdische Echo · 1918-05-03 · 18 (3.5.1918) · p. Seite 217

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
5 (1918)
Issue
18 (3.5.1918)
Date
1918-05-03
Page
Seite 217 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 18 Das Jüdische Echo 207 **1% Ken und Urücke^; % (las >Gndcrjv? des A!:e\ evölkerui!e aui SOrj;;-: ^erblic-;.’ ‘tt der Br. das Jeät-;; isiana, &. en Starx:: :h sintere der Stiik .lur ciiiunz\ zekomirr Oeburte: vor dem r isdieGei;: :i des iäis. relativen I daß durch' | «ü* : und Mischehe dem Judentum Bevölkerungsteile verloren gehen, so enthebt uns diese Begründung doch nicht der Sorge und der aus ihr erflicßenden regenerativen Aufgabe, die dahin lautet: Wie kann diesem Stillstand, der ein Rückgang ist, Einhalt geboten, auf welche Weise kann die Geburtenwilligkeit bei den Juden erhöht werden? Manche meinen, das könne dadurch geschehen, daß man an das generative Verantwortlichkeitsgefühl appelliere und die dementsprechende sittliche Forderung erhebe. Nichts könnte irriger sein. Das generative Verantwortlichkeitsgefühl der allermeisten ist sehr rege, wenn es sich darum handelt, den — anderen das Gewissen zu schärfen. So ist auf diesem Weg wenig oder nichts zu erreichen. Dagegen haben uns unsere Darlegungen wertvolle Anhaltspunkte anderer Art gegeben. Wir konnten zeigen, daß die Lösung der Geburtenfrage im Sinne einer Zahlenerhöhung in gewissem Umfang ein Produkt des Nahrungsspielraumes und der ökonomischen Lebenssicherung überhaupt ist. Dieser Weg muß auch für die Lösung der jüdischen Bevölkerungsfrage beschritten werden. Freilich von einer anderen, als der wirtschaftspolitischen Seite her. Gewisse Sicherheiten in dieser Richtung gibt den Juden ihre Intelligenz, ihr Fleiß und ihre Tüchtigkeit. Was sie sich aber nicht aus Eigenem schaffen können, ist — und damit kehren wir zum Ausgangspunkt unserer Schlußbetrachtung zurück —^ die auch ihnen gleich allen anderen Staatsbürgern zu gewährleistende soziale und staatliche Gerechtigkeit, Sicherheit und Geltung. Solange die bürgerliche Gleichberechtigung der Juden nur ein Stück Papier ist, solange man im Staate zuerst nach der Konfession und dann erst nach der Tüchtigkeit fragt, fehlt dem Juden der Antrieb, Kinder in die Welt zu setzen, denen sie keinerlei Sicherheit, sondern ein lebenslanges Martyrium mit auf den Lebensweg zu geben haben. Man unterschätze die Bedeutung nicht, die die Lösung der Judenfrage und der Geburtenfrage bei den Juden nicht nur für diese selbst, sondern mindestens ebenso für die Allgemeinheit hat. Die Juden sind ein wertvolles Bevölkerungselement. Das tut dieser Krieg wiederum dar, an dem sie, draußen im Feld und drinnen im Land unter Einsetzung all ihrer Kraft unter vorbehaltloser Hingabe an das Vaterland teilnehmen. Sie setzen sich ein und halten aus, obwohl nicht Ehren und Orden, sondern gar oft nur Kränkung und Zurücksetzung ihrer wartet und ihnen lohnt. Und unzählige Male hat die Geschichte es dargetän, was das Judentum für das Volkistum. dem es angehört, mit dem es eins geworden ist, zu bedeuten vermag. Der Niedergang Spaniens hebt mit dem Tage an, an dem es seine Juden verstieß, und wie weise war jener Kalif, der den Vertriebenen in Saloniki usw. eine neue Heimat gab! So steht heute auch das deutsche Volk an dem Scheidewege, ob es seine Juden, die nicht deutsche Juden, sondern jüdische Deutsche sind und sein wollen, gut oder schlecht behandeln will. Von der Antwort auf diese Frage wird auch das geburtliche Verhalten der Juden, gerade infolge der Familientreue und Kinderliebe entscheidend beeinflußt werden. Können sie ihren Kindern die Sicherheit friedlichen Wohnens, der staatlichen und sozialen Gleichberechtigung mit auf den Lebensweg geben, dann werden sie auch in gewissem Umfang zu ihrer alten Tradition des Kinderreichtums zurückfinden. Das deutsche Volk hat aber wahrlich keine Ursache, ein Volkselement zurückzustoßen und zu unterdrücken, das nichts weiter verlangt, als in Reih und Glied mit allen anderen am Wiederaufbau des Vaterlandes mitschaffen zu dürfen. Welt-Echo Verband der deutschen Jugendvereine. Der am 9. Mai d. J. (Himmelfahrtstag) im Hotel „Russischer Hof“ (Friedrichsbahnhof) Berlin N.W. 7; Georgenstraße 21—22, vormittags 9.30 Uhr, stattfindenden erweiterten Vorstandssitzung (Vertreterversammlung) des Verbandes der jüdischen Jugendvereine Deutschlands liegt folgende Tagesordnung zugrunde: 1. Verständigungsgemeinschaft. 2. Die Wanderfrage. 3. Gemeinde und Jugendvereine. 4. Jugendheime. 5. Das religiöse Bedürfnis der jüdischen Jugend. 6. Jugendpflege, Bildung von Gruppen Jugendlicher. 7. Verkehr mit den jüdischen Soldaten. 8. Rückkehr der jüdischen Krieger. Übergang in die Friedensverhältnisse. 9. Tätigkeit der weiblichen Jugend. 10. Bezirksverbände. 11. Neuaufnahmen. 12. Verschiedenes'. Der englische König und der Zionismus. Das „Jüdische Korrespondenzbureau“ im Haag erfährt aus London, daß die Audienz von Professor Weizmann am Tage der Abreise der Palästinakommission stattfand. Der König diskutierte 35 Minuten lang die jüdisch-nationale Sache in ihren verschiedenen Anblicken. Der König zeigte eine genaue Kenntnis und ein großes Interesse für den jüdischen Nationalismus und die Aufgabe der Kommission. Der König hat im Laufe der Verhandlungen. die zur historischen Erklärung führten, der jüdischen Frage gründliche Studien gewidmet. „Palestine“, das Organ des englischen Palästinakomitecs schreibt: „Die Audienz ist das Symbol und die Besieglung der hohen moralischen und politischen Bedeutung, welche die englische Regierung der Wiedererrichtung der jüdischen Heimstätte zuschreibt.“ Die englisch-zionistische Kommission in Palästina. Am 6. April traf die zionistische Kommission unter Führung Dr. Weizmanns in Jaffa ein und wurde von Vertretern aller dortigen Vereine und Organisationen Herzlich begrüßt. Dr. Weizmann hielt eine enthusiastisch aufgenommene Ansprache in hebräischer Sprache. Die Kommission wurde vom Militärgouverneur empfangen, der seine Sympathie für den Zionismus ausdrückte. Am 10. April traf die Kommission in Jerusalem ein, wo sie vom Militärgouverneur Oberst Storres und Vertretern der Jerusalemer Stadtverwaltung, darunter dem Mufti und dem Bürgermeister, ferner von dem griechischen Archimandriten und anderen Notabein begrüßt wurde. Am folgenden Tage, der als jüdischer Feiertag erklärt wurde, fand eine große Demonstration auf dem Skopusberg statt, wo die künftige jüdische Universität errichtet werden soll. Nach mehreren Begrüßungsansprachen nahm Dr. Weizmann das Wort und erklärte in hebräischer Sprache seine feste Überzeugung, daß von dieser Stätte eine neue sittliche Kraft ausgehen werde, die das ganze jüdische Volk heben würde. Dann sprach er seine Dankbarkeit für die englische Regierungserklärung zugunsten des Zionismus aus.

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