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Das jüdische Echo · 1918-05-03 · 18 (3.5.1918) · p. Seite 216

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
5 (1918)
Issue
18 (3.5.1918)
Date
1918-05-03
Page
Seite 216 (sequence 6)
Language
German
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Das Jüdische Echo Nr. 18 206 hurten bei gleichzeitiger Verminderung der Säuglingssterblichkeit und der allgemeinen Sterbehäufigkeit als durchaus gesund zu bezeichnen. Würden alle im Säuglings- und Kindesalter Wegsterbenden überhaupt nicht geboren, so bedeutete dies zwar einen nicht unbeträchtlichen Unterschied in der.Zahl der Geburten und im ziffernmäßigen Aufbau des Volksganzen; an seiner biologischen Wertigkeit, seiner wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit und Stoßkraft würde sich höchstens eine Änderung nach der günstigen Seite darum vollziehen, weil die für die wieder Wegisterbenden gemachten Aufwendungen dann in Wegfall kämen. Was diese jung Weggerafften ihre Mütter an Zeit, Kraft und Gesundheit gekostet haben, das Maß an Pflege, Licht, Luft und Nahrung, um das sie ihre Geschwister verkürzt haben, die Kosten für Hebamme, Arzt, Nahrung und Kleidung und endlich für den Sarg und das Begräbnis: alles das sind Passivkosten der volkswirtschaftlichen Bilanz, denen keinerlei Aktivum an Leistung und wertschaffender Arbeit gegenübersteht. So wäre es besser, sie wären überhaupt nicht geboren oder nur in einem solchen Ausmaß geboren worden, wie es der für unvermeidlich gehaltenen natürlichen Sterbequote entspricht. Man hat lange Zeit hindurch als das Optimum der Säuglingssterbeziffer 10 Prozent der Geborenen bezeichnet. Die Erfahrungen in den nordgermanischen Ländern haben aber gezeigt, daß dies Optimum bei einer Säuglingssterbeziffer von 6—7 Prozent liegen kann. Ebenso gut ist es umdie jüdische Säuglingssterblichkeit bestellt, und die Tatsache, daß in ganz Deutschland inmitten des Krieges die Säuglingssterblichkeit bedeutend gesunken ist, läßt Günstiges erhoffen. Und was eis bedeutet, welche wirtschaftliche und physische Widerstands- und Stoßkraft ein Volk entwickeln kann, das bei geringen Geburtenquoten durch sorgliche Nachkommenpflege und damit einhergehender Kleinhaltung der Sterbeziffer der Säuglinge und Kinder eine hohe Besetzung der produktiven, das heißt aber der arbeits- und wehrtüchtigsten Schichten erreicht, das hat in diesem Kriege dais geburtenarme Frankreich überzeugend dargetan. Ganz dasselbe Bild wird sich ergeben, wenn eines späteren Tages möglich sein wird, zahlenmäßig nachzuprüfen, ob nicht die Juden in einem ihre zahlenmäßige Anteilnahme an der Gesamtbevölkerung weitaus übertreffenden Maße Heeresdienst getan haben. Nach meinem Dafürhalten wird eine solche Feststellung erfolgen und noch einmal die Legende vom jüdischen Drückeberger widerlegen und hoffentlich aus der Welt schaffen. Jedenfalls ist aber — und das ist das einzige, was uns vom Standpunkt unserer Sonderfrage aus beschäftigen darf — die Gestaltung des Altersaufbaus innerhalb der jüdischen Bevölkerung zusammen mit der veranlassenden, auf sorglicher Kinderpflege beruhenden geringen Sterblichkeit als eine durchaus gesunde Grundlage der Bevölkerungspolitik zu bezeichnen. Trotzdem hat die Sache eine für das Judentum sehr ernste Seite. Gerade der Umstand, daß die jüdische Säuglingssterblichkeit einen Standpunkt erreicht hat, unter den sie kaum noch sinken kann, legt zusammen mit der Tatsache der Stillstandes der jüdischen Bevölkerung die Befürchtung nahe, daß für das Judentum die Zeit gekommen ist, in der ein weiteres Sinken der Geburten oder selbst nur ein Verharren auf dem vor dem Kriege gegebenen Stand eine selbstmörderische Gefahr in sich birgt. Denn wenn auch ein Teil des jüdischen Bevölkerungsstillstandesi und relativen Rückganges darauf zurückzuführen ist, daß durch Taufe OXuluiö *J{edIer,3C>f(if&rcinl 3nJc.5f.rH£Ur C/äiJie Herren T^tLtcAe u3/totbvacen 9/Zunchen. 3%OJcimiluin)tr W. 291Stock näutöt %keakcgInAecl QtMst&cfw?, Slißtbzillm pechmch mUmdäe^Gmigrusse Jftündjner Dteuefte 3ladjrfdjfen ©röfitß,tägf.2mal erfdjeinenbe 3eitung ©üb* unb Oftittefbßutfd)* fanbd. ^auffräfftger.£ßferfrete unb übßrößutjdjfanbäörßngßnfjinauä* gefyenbe Verbreitung. ©rofjerfauf* männ.u.geu>erbf.6teftenmarff Sfnerfannt fefyr erfolgreich für Sfiijeigen öfter 3frf. Jftnseigen* prete unb 3tad)lafj nad) ISorif. Sßäugfyreid mono«. 3W. 1,50 bei affen beutföen poftanffatten IW" Sä'gfidje&uftage 2mal i6oooo6jcmp(arc/Üt)er 'U 2Jtittion£efer "W

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