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Das jüdische Echo · 1918-05-03 · 18 (3.5.1918) · p. Seite 214

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
5 (1918)
Issue
18 (3.5.1918)
Date
1918-05-03
Page
Seite 214 (sequence 4)
Language
German
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Das Jüdische Echo Nr. 18 204 las jUlpmtinc püiMit iitimltftiliaus w Qrganifation rein europäifd) 3folierpufer für Slnftechenbe ij)öcf)fie ^tnerfcennung aller ^öeljörben ^lufitaljme unterfdtfebslos für 2Ule 3Jlan forbere bie 23ebtngungen ein. bittet für feine ©efdjäftsleitung: 3ranhfurta9Jl. spoftfcbechhonto 9lr. 7785 S'rfift. a. 9)1. #ält fid) für gemiffenbafte Uebernabme non 6tiftungen empfohlen! betten _ 3imnter — 3af)raeit — ©ebenhtafel — Stiftungen. Briefe p richten nach SRöberbergroeg 63. Das Komitee habe sich entschlossen, die Bestrebungen der jüdischen Kolonisation in Palästina zu fördern, weil es an die Möglichkeit glaube, daß in Palästina ein Kulturzentrum geschaffen werden kann, und daß damit eine starke politische Bedeutung verbunden ist. Es ist nicht zu verkennen, welchen Einfluß die Juden in allen Ländern auf die öffentliche Meinung haben. Politische Gesichtspunkte lassen es wünschenswert erscheinen, daß in Palästina jüdische AnsSedlungen entstehen. Wenn wir hierbei unsere Unterstützung gewähren, so identifizieren wir uns nicht mit allen Bestrebungen, die man unter dem Namen des Zionismus zusammenfaßt. Geheimer Regierungsrat C 1 e i n o w führte u. a. aus, daß die Förderung der auf die Arbeit in Palästina gerichteten national-jüdischen Bestrebungen schon vom Sttndpunkt der reinen Menschlichkeit geboten ist. Man müßte auch im Osten die national-jüdischen Bestrebungen unterstützen. Nach einem Schlußwort des Reichstagsabgeordneten C o h e n - R e u ß forderte der Vorsitzende Exzellenz Raschdau die Anwesenden auf, sich dem neugegründeten Komitee als Mitglieder anzuschließen. Unter ihnen befanden sich Vertreter der politischen und militärischen Behörden, der Presse und Literatur, sowie vor allem Mitglieder der verschiedenen politischen Parteien und der Wissenschaft. Die Geburtenfrage bei den deutschen Juden.1) Von Henriette Fürth, Frankfurt a. M. (Fortsetzung und Schluß.) Nun zu den Schußfolgerungen. Spätehe und weibliche Erwerbstätigkeit sind Dinge, die uns von der sozialen und wirtschaftlichen Entwickelung aufgedrungen worden sind. Es ist nicht ausgeschlossen, daß die fruchtbaren Lehren und Erfahrungen dieses Krieges, die psychischen Erschütterungen und Neuwertungen, die mit ihm eiuhergehen. die Lasten, Opfer und Entbehrungen persönlicher und allgemeiner Art, die er uns auf- U Der nachstehende Aufsatz aus der „Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden“ Heft 7—-12 beleuchtet ein deutsch-jüdisches Problem von großer Wichtigkeit. Wir bringen ihn deshalb hier zum Abdruck, obgleich wir in einzelnen Punkten den Standpunkt der Verfasserin nicht teilen. erlegt, einen reinigenden und erziehlichen Einfluß weit über seine Dauer hinaus ausüben werde. Noch auf lange werden wir von Staatswegen mit allerhand den Konsum ordnenden und einschränkenden Eingriffen zu rechnen haben. Hoffen wir, daß darüber hinaus die grundstürzenden Geschehnisse, in deren Mitte wir uns befinden, einen heilsamen Einfluß dahin geltend machen, daß wir vieles von dem, was uns vor dem Krieg erstrebenswert, wichtig oder gar unentbehrlich dünkte, in seiner ganzen Nichtigkeit und Überflüssigkeit erkennen und zu den einfacheren Sitten und Lebensgewohnheiten unserer Altvordern zurückkehren werden. Geschieht das, dann kann auch wieder von der Frühehe, von einem Eheschluß in jungen Jahren die Rede sein. Dann kann wiederum an die Stelle der rauschenden und so unendlich hohlen Gesellschaftlichkeit. an die Stelle der öden Kino- und Varietepseudokultur jenes gemütvolle Beisammensein von Manschen im Schoß der Familie, wie es uns z. B. in den Bildern Oppenheims „Aus dem jüdischen Familienleben“ so ergreifend gegenübertritt, oder jene edle Geselligkeit treten, die in dem Salon einer Rahel zu Hause war. Solche Entwicklung wäre ein unendlicher Gewinn. Schätze innigster und köstlichster Art sind in den Begriff des jüdischen Familienlebens eingeschlossen. Sie für uns zu entdecken und zu heben, muß und soll uns eine dankbare Aufgabe sein. Diese Aufgabe kann aber nicht dadurch gelöst werden, daß man die Erwerbstätigkeit der Frauen verbietet und sie wiederum auf das Haus als ihr ausschließliches Arbeit»- und Daseinsgebiet verweist. Ein solches Unterfangen hieße, das Rad der Entwicklung zurückdrehen wollen. Es sei uns erlassen, die oft dargelegten persönlichen und fainilienhaften, produktions- und konsumtionstechnischen Gründe für die Unmöglichkeit dieser Rückwärtsentwicklung an dieser Stelle noch einmal zu wiederholen. Sie sind heute wesentlicher denn je, und noch nie gab es eine Zeit, die die Unentbehrlichkeit der Frauenarbeit als Produktionsfaktor so klar vor Augen gestellt hat, als diese Kriegstage. Aber auch nach dem Kriege wird das nicht anders sein.-) Angesichts der schweren Verluste, die wir draußen auf den Schlachtfeldern erlitten haben und erleiden, angesichts der Tatsache, daß ~) Vergl. biirth: „Die deutschen Frauen bn Kriege“. J. G. B. Mohr, Tübingen 1917.

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