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Das jüdische Echo · 1918-04-26 · 17 (26.4.1918) · p. Seite 195

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
5 (1918)
Issue
17 (26.4.1918)
Date
1918-04-26
Page
Seite 195 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 17 Das Jüdische Echo 195 das Wesen, die Ursachen und Folgeerscheinungen dieser Volksgefahr einzugehen.5) Wir haben uns an dieser Stelle nur mit den für das Judentum wesentlichen inneren Gründen für die Ausbreitung der Geschlechtskrankheiten zu beschäftigen. Da treffen wir an erster Stelle auf die beklagenswerte Erscheinung, daß das Palladium und der Stolz des Judentums, das innige, alle Glieder fest umspannende und in der Tiefe des Gemüts erfassende Farnilienieben der Juden sich in einem AiF^ungs- und Abbröckelungsprozesse befindet. Das ist nicht nur eine Folge der für unsere Zeit vor dem Kriege so charakteristischen gesteigerten Genußsucht bei gleichzeitiger Veräußerlichung und Verflachung des Lebens, sondern es wird weiterhin durch den Umstand bedingt, daß auch die jüdischen Frauen und Mädchen in immer größeren Ausmaß in das Erwerbsleben einbezogen werden. Zwischen 1882 und 1907 hat sich die Zahl der erwerbstätigen jüdischen Frauen von 15,94 Prozent auf 30 Prozent aller jüdischen Weiblichen, also beinahe urn das Doppelte erhöht:6) „1895 standen 183 563 erwerbstätigen männlichen Juden 61 023 weibliche gegenüber, d. h. von 100 erwerbstätigen Juden waren 25 weiblich; 1907 war das gegenseitige Verhältnis derart, daß sich 207 229 Männer und 85 530 Frauen gegenüberstanden, d. h. von 100 Erwerbstätigen waren etwa 30 Frauen“. Dabei sind allerdings die berufslosen Selbständigen (eine merkwürdige Gepflogenheit unserer Statistik) als Erwerbstätige mitgezählt. Aber selbst wenn wir von ihnen absehen, finden wir 1895 und 1907 eine Erhöhung der Zahl der eigentlichen Erwerbstätigen von 33 129 auf 48 976, oder um 47 Prozent. Die nächste Folge der größeren Anteilnahme am Erwerbsleben ist neben der Lockerung der Familienbande die größere sittliche Gefährdung der im Strome der Welt auf die eigene Kraft und Verantwortung gestellten jugendlichen Weiblichen. Die Tatsache, daß innerhalb des Judentums eine steigende Zahl von unehelichen Geburten zu verzeichnen ist, ist eine begreifliche Folge jener anderen, daß es z. B. in Berlin etwa 25 000 wirtschaftlich selbständige unverheiratete jüdische Mädchen im Alter zwischen 20 und 50 Jahren gibt. Ebenso wie die andere Tatsache des Eheschlusseis in vorgerückten Jahren den jüdischen jungen Mann zum Konsumenten der Prostitution macht und ihn damit den die Zahl und Beschaffenheit des Nachwuchses empfindlich schädigenden Einflüssen der venerischen Erkrankung aussetzt. (Fortsetzung folgt.) 5) Vergl, dazu Fürth: „Die Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten, der Krieg und die Bevölkerungsfrage im Lichte der Bevölkerungspolitik“. Zeitschrift für Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten, XVI. Bd. Barth. Leipzig. “) Segall, a. a. O., S. 78 ff. Zur Revision des bayerischen Judenedikts. Anläßlich der Beratung des Kultus-Etats im II. Ausschuß der Kammer der Reichsräte erklärte Reichsrat Dr. Graf v. Crailsheim nach dem uns vorliegenden Protokoll folgendes: „Ich darf mir erlauben, hier ein paar Worte anzufügen. Ich bin von orthodoxer Seite ersucht worden, über die Revision des Judenedikts zu sprechen. Der Standpunkt der kgl. Staatsregierung geht im allgemeinen dahin, daß die Juden sich zunächst selbst über die Bestimmungen einigen sollen, welche in das Judenedikt aufgenommen werden sollen'. Der Herr, welcher mit mir gesprochen hat, hat nun, ich glaube, mit Recht bemerkt, daß eine Einigung über gewisse Fragen vollständig ausgeschlossen sei, nämlich über Fragen ritueller Natur, auf welche sich die ministerielle Entschließung vom Jahre 1863 erstreckt. Es ist allerdings die Frage, ob die Ministerialentschließung recht daran getan hat, solche Punkte, welche das innerkirchliche Leben des Judentums berühren, zum Gegenstände einer staatlichen Regelung zu machen. Jedenfalls ist nicht anzunehmen, daß über diese Fragen eine Einigung unter den verschiedenen Gruppen der Juden zustandekommt, denn diese Punkte begründen gerade den Gegensatz zwischen Orthodoxen und Neologen. Der Herr, welcher mit mir gesprochen hat, hat nun in Anregung gebracht, es möchte die Neuregelung auf diejenigen Angelegenheiten beschränkt werden, über welche wohl eine Einigung erzielt werden kann, also auf Fragen, welche nicht ritueller Natur sind. Diese Punkte wären hauptsächlich folgende: Es wäre die Möglichkeit zu eröffnen, daß in einer politischen Gemeinde zwei Judengemeinden bestehen können, nämlich eine Gemeinde der Orthodoxen und eine Gemeinde der Neologen, daß ferner das Umlagewesen geregelt und die gesetzliche Beitreibung der Umlagen ermöglicht wird und drittens, daß eine Zentralkasse geschaffen wird, aus welcher nicht lebensfähige kleine jüdische Gemeinden unterstiizt werden können. Ich glaube, über diese drei Punkte könnte unter den Orthodoxen und Neologen eine Einigung erzielt werden und ich habe daher die Anregung nicht für unberechtigt gehalten und mich bereit erklärt, sie hier bekannt zu geben.“ Deutschland und der Zionismus. Eine Äußerung über den Zionismus, die besondres Interesse dadurch verdient, daß sie verrät, wie sich Kreise, die „nicht leicht um Gottes willen“ für jüdische Interessen eintreten, enthält die „K r e u z z e i t u n g“ vom 20. März. In einem Überblick über den „Krieg und die große Politik“ schreibt sie: Kostiimfabrik F. u. A. Diringer München, Herrnstraße 23, Hochbrückensftraße 13 königl. bayer., königl. Württemberg , grossberzogl. badisebe Hoflieferanten Bankkonto: K. Filialbank, München und Bankhaus Martini u. Simader, München. — Postscheckkonto: Nr. 3613 München. Telegramm-Adresse: „Diringer München“. — Telephon-Nr.: 217 74, 217 75, 217 76. Grokta Fabrik und Verleihanstalt diosor Art In Deutschland. 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