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Das jüdische Echo · 1918-04-26 · 17 (26.4.1918) · p. Seite 192

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
5 (1918)
Issue
17 (26.4.1918)
Date
1918-04-26
Page
Seite 192 (sequence 4)
Language
German
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192 Das Jüdische Echo Nr. 17 Tabelle III. In Preußen entfielen durchschnittlich jährlich auf 1000 religionsgleiche Ehefrauen Geburten bei: _1822/40 1878/82 1888/92 1898/02 1903'07 Christen 40,01 37^2 37J33 3609 TLStT Juden 35,46 29,96 23,75 19,71 17,79 Sonach sowohl in den Großstädten wie im allgemeinen eine starke Abnahme der jüdischen Geburten, die in der Bevölkerungsbilanz nur darum nicht noch stärker zum Ausdruck kommt, weil mehr noch als die Geburtendie Sterbeziffer gesunken ist. Tabelle IV- Es kamen Sterbefälle auf: Juden Andere Juden Andere Jahr absolut auf Tausend Preußen 1907: 5717 675 232 13,96 18,31 Berlin 1905: 1302 31 346 13,17 16,15 Frankfurt 1907: 296 4 790 12,61 15,38 In Frankfurt starben auf je 100 lebendgeborene Säuglinge: Evangelische 11,86, Katholische 11,67, Jüdische 4»56. In Breslau 21,76 Nichtjüdische und 6.21 Jüdische. Noch stärker als bei den Eheschließungen setzte sich diese rationalisierende Tendenz, wie wir gezeigt haben, bei den Geburten durch. Der sich hier zwischen der jüdischen und der Allgemeinbevölkerung ergebende Abstand wäre noch größer, wenn nicht die aus Osteuropa zuwandernden Juden größere Geburtenziffern aufzuweisen hätten. In Bayern ergibt sich im Jahre 1905 bei 903 jüdischen Geburten ein ■ Überschuß von 246—27,0 Prozent, 1908 bei 853 jüdischen Geburten ein Überschuß von 108—12,6 Prozent, 1909 bei 759 jüdischen Geburten ein Überschuß von 32—4,2 Prozent. Die aus dem Osten Zugewanderten stellten die Hälfte des Nachwuchses. Ihr Anteil an der jüdischen Bevölkerung Münchens bezifferte sich nur auf ein Drittel. Aus welchen besonderen Ursachen der erschreckende Absturz von 1908 auf 1909 hervorgegangen ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Aber selbst wenn wir ihn unberücksichtigt lassen, ergibt sich im Ganzen eine so starke rückläufige Tendenz der jüdischen Volksvermehrung in Bayern wie im ganzen Reich, daß wir den Ursachen sorgfältig nachgehen müssen. Tabelle V. In Hessen2) kamen im Jahre 1905 bei je 1000 Personen der Gesamtbevölkerung auf die nachstehenden Altersklassen: Jahre Gesamtbevölkerung Juden 0—15 329 258 15—50 510 529 über 50 161 213 Besonders diese letzte Tabelle ist außerordentlich lehrreich, da in ihr ebenso die geringe Geburtlichkeit, wie die größere Lebenserwartung infolge geringerer Sterblichkeit zum anschaulichen Ausdruck kommt. Die jugendlichen Altersklassen sind schwächer, die produktive Lebenszeit und die Altersjahre sind bei den Juden weitaus stärker besetzt als bei der übrigen Bevölkerung. Es werden relativ viel weniger Juden geboren. Sie gelangen aber in größerer Zahl zu höheren Jahren als die Gesamtbevölkerung. Es wird weiterhin noch davon die Rede sein, was das für die volkswirtschaftliche Seite der Bevölkerungsbilanz zu bedeuten hat. Einstweilen wollen wir aber von den Zahlen auf die sie bedingenden Tatsachenreihen zurückgehen. Wir treffen dabei auf folgende Sachverhalte: die Zahl der jüdischen Eheschließungen ist darum kleiner, weil rationalistische Erwägungen sich bei ihnen verhältnismäßig stärker geltend machen. Die äußeren Lebensumstände und Aussichten werden vorsichtiger abgeschätzt und die Ehe’ zumeist erst dann geschlossen, wenn die wirtschaftliche Existenz im Rahmen der bezüglichen Gesellschaftsschicht gesichert scheint. An und für sich ist gegen diese wirtschaftliche Vorsicht nichts einzuwenden. Sie wird aber, wie die Zahlen zeigen, zu einer unmittelbaren Gefahr für den Fortbestand des Judentums, wenn und weil sie die Formen übersteigerter Vorsicht und allzu hoch geschraubter Lebensansprüche annimmt. Es kann nicht geleugnet werden, daß die Entwicklung vor dem Kriege diesen Weg genommen hatte. 2) Segall: „Die beruflichen und sozialen Verhältnisse der Juden in Deutschland“. Berlin 1912. Billiger, künftlerifdjer tDanöjdfmud finb bie STunftbnufce ber 9Jtilnd)ner „3ugenb". ‘üluf bem ©ebiete bes l33ierfarbenbruckes f)ot bie „3ugenb“ bafjnbredjenb geioirkt unb bie oon itjr herausgegebenen itunftbruche finb in Üttillionen oon ©jemplaren auf ber gangen SD3elt oerbreitet. 2>ie Sammlung umfa&t einige taufenb Blätter, unter benen jeber ©efdjmack “^affenbes gum greife oon 50 Pfennige bis 1 ‘■Dtark, je nacf) ©röfje finbet. ©in grofjer illuftrierter Katalog mit taufenb oerkleinerten “älbbilbimgen (13reis 4 9Jtark) erleichtert bie ‘JBatjl. Sie 3ugenb=STunftbrücke finb burd) jebe 33ujhunb Jfunftfjanblung ober burd) ben Untergeidjneten gu begießen Perlag öer „3ugen&" DTiindjen, Ceffingftrafje l J. A. Henckels Zwillingswerk MÜNCHEN Theatinerstraße Nr. 8 Erstklassige Stahlwaren

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