Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- 15 (12.4.1918)
- Date
- 1918-04-12
- Page
- Seite 167 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Das Jüdische Echo 167 Nr. 15 aine«: emerK; . DaS;' e>gene I *diien der Vot deutsches & )ndreu E Ukraine; verurteil!; Wirte anderen!; Erefc- *Z <& Recht zu sehen. In Wahrheit hat natürlich die politische Rolle, die einzelne Juden zur Zeit spielen, mit diesen Dingen nichts zu tun, obgleich man sie möglicherweise zum Vorwand für die Pogrome nehmen wird. Auch bei der größten „Bescheidenheit“ und Zurückhaltung wären vielleicht die Juden nicht verschont geblieben. Denn die mit Eifer gesäte Saat ruht im Herzen des Volkes, und wenn alle aufgewühlten Leidenschaften emporschießen, dann sprießt auch sie in die Höhe und trägt ihre grauenhafte Frucht. Erst wenn die Völker im Osten sich auch innerlich von der Schmach der Knechtschaft befreit haben werden, wenn die Gerechtigkeit ihrer Gesetzesparagraphen wirklich auf dem Fundament einer von jedem Einzelnen wahrhaft erstrebten und betätigten Gerechtigkeit stehen wird — erst dann wird dasi Gift aus den Herzen völlig ausgerottet sein. Vielleicht aber werden die Völker Europas sich schon bis zu den Tagen des erhofften Friedenskongresses wenigstens mit der Sehnsucht nach wirklicher Gerechtigkeit und Menschlichkeit so weit erfüllt haben, daß sie vor diesem Forum darauf bestehen, daß Exzesse, wie sie heute in Rußland und der Ukraine wüten, von einem strengen Tribunal der Völker abgeurteilt werden. Hnthropologie der Juden. Von Adolf K o e 1 s c h. Zur Rassengeschichte und Rassenstellung der Juden wird von dem Basler Anthropologen und Anatomieprofessor J. Kollmann im 48. Band des „Korrespondenzblattes der deutschen Gesellschaft für Anthropologie und Urgeschichte“ ein interessanter Beitrag veröffentlicht, mit dem freilich das letzte Wort in dieser Frage kaum gesprochen sein dürfte. Zwei Ansichten stehen sich in der wissenschaftlichen Literatur gegenüber. Auf der einen Seite sieht man die Juden als eine durchaus selbständige reine Hauptrasse des weißhäutigen Menschentyps an, die trotz Ausbreitung über die ganze Erde ihre genetische Konstitutionsform sich unversehrt bewahrt und alle spezifischen Merkmale der Urväter zähe erhalten hat. Auf der anderen Seite wird die Meinung vertreten, daß im jüdischen Volk verschiedenartige Rassenelemente vereinigt seien; man sagt, die heutigen Juden seien zusammengesetzt aus arischen Amoritern, wirklichen Semiten, Armeniern und den Nachkommen der alten Hethiter. Daneben werden mitunter noch unwesentlichere Beimengungen angenommen. Kollmann kann sich, obgleich er die genetische Geschlossenheit der jüdischen Form durchaus anerkennt, für keine dieser Ansichten erwärmen. Auf bestimmte anthropologische Daten sich stützend, die er vorlegt, erblickt er in den europäischen Juden die Nachkommen einer Unterrasse, die beim Auseinanderfall des weißhäutigen Menschentyps als selbständiger Ableger entstanden ist. Allerdings hebt er ausdrücklich hervor (und widmet sogar den HauptteiLsieiner Abhandlung diesem Punkt), daß innerhalb dieser Unterrasse nicht eine einzige anthropologische Form, sondern mehrere existieren. Es sei ja für den Forscher außerordentlich schwer, sich genügend großes Skelettmaterial zu verschaffen, „weil die Juden alle Anstrengungen machen, ihre Angehörigen in den Friedhöfen sorgfältig zu begraben“ und später niemand über die Reste zu lassen. Immerhin lassen annähernd 4000 Messungen keinen Zweifel darüber, daß Lang-, Mittel- und Kurzschädel unter den heutigen Juden vorhanden' sind, mögen sie nun in Mesopotamien, Rußland oder Westeuropa wohnen. Ebenso wie verschiedene Schädelformen kommen auch verschiedene Gesichtsformen vor, und zwar zwei. Einmal hat man Schmalgesichter; sie besitzen ein hohes schmales Antlitz mit gebogener, oft stark gekrümmter Nase und leicht geschwellten Lippen. Man kennt diesen Typus schon von den assyrischen Denkmälern und dem Moses des Michel Angelo her. Zweitens gibt es Breitgesichter. Ihr Hauptmerkmal ist die an der Wurzel breite, am Rücken eingebogene, an der Spitze abermals verbreiterte Nase- Lebende Vertreter dieser zweiten Gesichtsform sind ebenso häufig zu finden, wie solche der ersten, auch ihre Mischlinge sind zahlreich. Endlich kommt unter den heutigen Juden Vorderasiens und Europas ein brünetter und ein blonder Typ vor, von denen jeder bald mit Kurzschädeligkeit, bald mit Langschädeligkeit, bald mit Breitgesichtigkeit, Schmalgesichtigkeit oder einer Mischform dieser Physiognomien einhergeht. Der brünette Typus hat dunkle Haut, dunkle Haare und dunkle Augen. Kollmann ist der Ansicht, daß er sich wahrscheinlich schon früher von der Hauptmasse der Ursemiten abge^ zweigt und in Verbindung mit den übrigen mittelrueerländischen Völkerformen der weißen Rasse an den Ufern des Mittelmeeres entwickelt hat, um durch Wanderungen der See entlang beizeiten bis an die Ostsee hinaufzugelangen. Der blonde Typus dagegen hat helle Haut,’ blaue Augen und blondes oder rotes Haar. Über seine Herkunft läßt sich heute noch fast nichts mit Bestimmtheit aussagen. Nur soviel scheint festzustehen, daß die blonden Juden besonders häufig in Gesellschaft der blonden Nordgermanen und der blonden Ostslawen erscheinen. Kollmann neigt auf Grund der bis jetzt vorliegenden Tatsachen zu der Auffassung, daß der blonde Typus ebenso wie der brünette, schon auf asiatischem Boden und in sehr alter Zeit aus einer unbekannten Grundform entstanden ist. aus denselben Ursachen und gleichzeitig mit den übrigen blonden und brünetten Formen der nicht semitischen Völkerrassen Europas. Er hält auch die brünetten Juden, mögen sie langgesichtig und schmalköpfig oder breitgesichtig und kurzköpfig sein, untereinander für näher verwandt als mit den entsprechend gesichtigen und köpfigen blonden Juden. Nun gibt es aber auch schwarze und gelbe Juden. Die schwarzen Juden (Malabar, Admiralitätsinseln, Bismarckarchipel, Loangokiiste, Abessinien) kommen innerhalb der schwarzen, die gelben (Cochin, China, Japan) innerhalb des Verbreitungsgebiets der gelben Rassen vor und setzen sich, ebenso wie die weißhäutigen Juden, aus Lang-, Mittel- und Kurzschädeln, Schmal- und Breitgesichtern zusammen. Wie steht es mit ihrer Genese? Kollmann drückt sich in diesem Punkt ziemlich dunkel aus. Klar wird bloß, daß seiner Ansicht nach die farbigen Juden mit der jüdischen weißhäutigen Rasse überhaupt nichts zu tun habe. Er will sie vielmehr, soweit sie heute leben, als Abkömmlinge eines Ausläufers der gelben und schwarzen Rasse betrachtet wissen, der sich in der gleichen Richtung entwickelt hat wie der jüdische Ausläufer des weißhäutigen Menschentyps. Kollmann steht, wie mit seinen übrigen Ansichten über Rassengeschichte des Menschengeschlechts, auch mit diesen sehr isoliert. (Voss. Ztg.)