Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- 14 (5.4.1918)
- Date
- 1918-04-05
- Page
- Seite 160 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/9072829-9102973-9138260--02014-9074836- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
160 Das Jüdische Echo Nr. 14 Kraft- Die jüdische Geistigkeit (die sich selbst beschränkt und in ihrer Einseitigkeit Großes für den Zusammenhalt des Volkes geleistet, auch der Menschheit Unersetzliches gegeben ’ hatte) strebt auf neue Gebiete, um altes Erbgut wiederzuerlangen, neues Gut zu schaffen. Noch ist dieser Prozeß in seinen Anfängen. Dieses Werden ist von besonderem Reiz für den Zuschauer, von entscheidender Bedeutung aber für das Volk selbst. Die Überwindung der Hindernisse, die nicht nur im Außen liegen, zeigt, daß wir es hier mit einem lebensfähigen und wertvollen Beginnen zu tun haben. Der Sozialismus hat allen Grund einen solchen Prozeß zu fördern. Wir wollen ganz davon absehen, daß von einer Steigerung der palästinensischen Wirtschaft auch die Türkei, die Bundesgenosse Deutschlands, Vorteil hat. Wir lassen auch beiseite, daß die deutsche Arbeiterschaft ein brennendes Interesse daran hat, den Ausgang dieses großartigen Versuchs, eine während vieler Jahrhunderte verstädterte Bevölkerung wieder auf das Land zu verpflanzen. Das sind alles Vorteile, die allein bereits gewichtig genug sind. Wichtiger aber und für sich schon entscheidend ist, daß die jüdische Kolonisation in Palästina aus einem durch die Ungunst der Verhältnisse in seiner Schaffenskraft geminderten Volk wieder ein im vollen Umfang wertvolles Glied der menschlichen Gesellschaft zu machen vermag. Die Wiederherstellung des vollen Menschentums im Juden, wie die Erfüllung der zionistischen Wünsche sie zweifellos darstellt, schließt gleichzeitig eine so bedeutende Steigerung der Produktivität menschlichen Strebens und Erlebens in sich, ohne daß irgendjemand sonst dadurch in seinen berechtigten Interessen gekränkt würde, ohne daß irgend ein wirklicher Wert geopfert werden müßte, daß es einfache sozialistische Pflicht ist. diese Entwickelung mit allen Kräften zu fördern. Die Steigerung der Produktivität der menschlichen Arbeit ist ja das eigentliche wirtschaftliche Problem des Sozialismus. Gewiß besteht sein vornehmstes Ziel auch darin, daß die vorhandenen Güter auch gerecht verteilt werden. Allem voran aber steht sozialistische Pflicht dafür zu sorgen, daß immer mehr Güter vorhanden seien, die gerecht verteilt werden können. Das ist der eigentliche Sinn des Kommunismus, daß er durch die gleichheitliche Verteilung des Vorhandenen, wie durch seine anderen reformatorischen Maßnahmen es möglich machen will, daß der Ertrag der menschlichen Arbeit um das Vielfache gesteigert werde. Deshalb wollen wir die Produktionsmittel sozialisieren, weil wir glauben, dadurch die Vergeudung von Arbeitskraft, die die Privatwirtschaft mit sich bringt, beseitigen zu können. Deshalb treten die Sozialisten für den technischen Fortschritt ein, obwohl sie die Gefahren für das höhere Kulturbewußtsein, die aus ihm erwachsen können, sehr wohl erkennen. Wenn so die Pflicht zur Produktivität es ist, die den Sozialismus bei allem, was er tut, beseelen sollte, so ist das auch der ausschlaggebende Gesichtspunkt für die Beurteilung der jüdischen Kolonisation Palästinas. Deshalb soll sich der Sozialist für die Verwirklichung der zionistischen Bestrebungen nicht allein aus Klugheitsgründen einsetzen, nicht allein deshalb, weil die Politik des eigenen Landes damit gefördert wird, daß man dem Kriegsgegner nicht das moralische Ansehen überläßt, das mit dieser Idee verknüpft ist. Sondern er soll es in voller Erkenntnis und Befolgung seiner sozialistischen Grundsätze tun, die das (jetzt zu Schlagwortzwecken mißbrauchte, zur Farce erniedrigte) Selbstbestimmungsrecht der Völker im Sinn einer Pflicht zu schaffender Arbeit, im Sinn einer Entwickelung zu hohen Menschheitszielen begreifen. Welt-Echo Der K.C. im Kriege. Nach den bis zum 15. Februar eingegangenen Meldungen stehen von den über 1100 Mitgliedern des K.C.. unter Einrechnung der Gefallenen und infolge von Verwundung oder Erkrankung als dienstunbrauchbar Entlassenen 991 im Heeresdienst. Hiervon gehören bezw. gehörten dem Feldheere 825 an. Den Heldentod starben 77 K.Cer. Vermißt werden seit langer 6 K.C.er. In Kriegsgefangenschaft befinden sich 22 K.C.er. 18 K-C.er haben ihre Auszeichnung mit dem Eisernen Kreuz I. Klasse, 466 mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse, darunter 3 am weiß-schwarzen Bande, 1 mit dem Eisernen Halbmond, 178 sonstige Kriegsauszeichnungen gemeldet. 88 K.C.er wurden während des Krieges zu Offizieren des Beurlaubtenstandes befördert, 76 in preußischen, sächsischen und wiirttembergischen, 12 im bayerischen Heere. Außerdem wurden 2 K.C.er im preußischen, 1 im sächsischen Heere zu Feldwebel-Leutnants befördert. 8 K.C.er gehörten bei Kriegsausbruch als Offiziere des BeuH^'btenstandes dem bayerischen Heere an. Nicht eingerechnet in diese Beförderungen sind die Beförderungen zu Sanitäts- und Veterinär-Offizieren. Zentralisierung der Hilfsarbeit in Polen. Zurzeit schweben Verhandlungen zwischen dem jüngst hier eingtroffenen Abgesandten des Holländischen Hilfskomitees Dr. v. Raalte und Vertretern der jüdischen Parteien, Organisationen und Instituten Warschaus zwecks Bildung eines zentralen jüdischen Hilfskomitees, das die amerikanischen Gelder in einheitlicher geregelter Weise unter die jüdische Bevölkerung Polens verteilen soll. Zur Mitarbeit an diesem für die Zukunft äußerst wichtigen Werke sollen alle jüdischen Bevölkerungsschichten herangezogen werden. Die Gemeinde hat bereits vorbereitende Schritte unternommen, und der Verwirklichung dieses Planes steht kaum ein ernstliches Hindernis im Wege. Auch für das gesamte Gebiet Ober-Ost war eine solche Hilfsorganisation geplant und ist bereits zur Tat geworden. Dr. v. Raalte hat wähend seiner Reise durch Ober-Ost Gelegenheit gehabt, die jüdische Notlage kennen zu lernen und verschiedene Erfahrungen zu sammeln. In W.ilna hat er mit >A WZAT <? (O g] (j ’AL VJ 1 tKgf. ‘Bayer. ‘Porzellan* | 1 ‘IKanufakiur ‘Rymphenburg | y fflaupi nieder tage QJ[ün<£en: ödeonspfa$ 1 & « GCunsie u. ßuxusgegenstände, TafelTesseri’, $ GCaffeeu. Teegeschirre, Tiguren, Gruppen etc. 9) na cd afien Tympdenburger Original-Modellen. 1 Außerdem neue Tormen und TUodetfe nach | y würfen erster fflünchner {Künstler. i / L : #0$' " ii»; 3 C S,, •,