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Das jüdische Echo · 1918-03-27 · 13 (27.3.1918) · p. Seite 143

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
5 (1918)
Issue
13 (27.3.1918)
Date
1918-03-27
Page
Seite 143 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 13 Das Jüdisch« Echo 143 meiner Überzeugung: die moralische Verpflichtung hierzu fühlen, für die Gleichberechtigung der Juden Rumäniens einzutreten und durch den Friedensvertrag für die Durchführung aller notwendigen wirksamen Maßnahmen zu sorgen, die es für alle Zukunft unmöglich machen, daß die Gleichberechtigung der rumänischen Juden auf dem Papier bleibt, wie es trotz des Artikels 44 vom Jahre 1878 geschehen ist.“ Herr Dr. Rizoff erwähnte sodann, daß der bulgarische Ministerpräsident Radoslawow vor einigen Tagen aus Kopenhagen eine Kundgebung der jüdischen Gruppen der neutralen Länder, und zwar Dänemarks, Schwedens und der Schweiz erhalten habe, welche die bulgarische Regierung um die Sicherung der Gleichberechtigung der rumänischen Juden bei den Friedensverhandlungen in Bukarest bittet. Der bulgarische Ministerpräsident hat hierauf schon telegraphisch die Zusicherung erteilt, daß die bulgarische Regierung den Wünschen entsprechen wird, welche in dieser Kundgebung ausgedrückt sind. Mit den gleichen Wünschen sind auch die bulgarischen Juden, mit dem Oberrabbiner an der Spitze, an den Ministerpräsidenten herangetreten. Herr Dr. Rizoff erklärte wiederholt mit Betonung, daß es die bulgarische Regierung tatsächlich als ihre Pflicht ansehe, die von ihr gewünschten Schritte tatkräftig zu unternehmen. Der Gesandte meinte: „Wir sind uns dabei bewußt, durchaus nicht zum Schaden Rumäniens zu handeln. Es muß zum Nutzen des rumänischen Volkes sein, wenn endlich dem schreienden Unrecht ein Ende gesetzt wird, welchem eine Klasse der rumänischen Bürger bisher ausgesetzt war. Die wirtschaftliche Kraft der rumänischen Juden wird sich zum Segen des Landes und des ganzen Volkes entwickeln, und es ist ein Zeichen mangelnder Einsicht in die Bedürfnisse des Landess, wenn man von der relativ kleinen jüdischen Bevölkerung, sobald sie sich frei entwickeln kann, eine gefährliche Rückwirkung auf die wirtschaftlichen Kräfte des rumänischen Volkes befürchtet. Das Gegenteil ist wahr. Dies beweist die Geschichte Bulgariens und der bulgarischen Juden. Die bulgarischen Juden erfreuen sich aller Freiheiten, und wir schätzen in ihnen treue Bürger unseres Landes, auf die wir uns voll verlassen können. Sie widmen der bulgarischen Politik und den Interessen des Landes ihre besten Kräfte und werden von allen Parteien aufs höchste geschätzt. Auch in der Partei, der die gegenwärtige bulgarische Regierung ihre führenden Politiker entnommen hat, arbeiten sie zum Teil in sehr wertvoller Weise mit. Niemals haben wir die Befürchtung gehegt, daß wir von der wirtschaftlichen und politischen Freiheit der Juden einen Nachteil für die bulgarischen Interessen zu befürchten hätten. Wir erkennen auch vollkommen das Recht des Judentums auf freie kulturelle und nationale Entwicklung an und haben deshalb auch den national-jüdischen Bestrebungen in Bulgarien niemals irgend ein Hindernis bereitet. Weil wir diese Erfahrungen gemacht haben, können wir auch alle Argumente zurückweisen, daß es eine zum Schaden des rumänischen Volkes erfolgte Einmischung in innerrumänische Angelegenheiten wäre, wenn wir die Durchführung der tatsächlichen und vollständigen Gleichberechtigung für die rumänischen Juden verlangen. Wjr haben daher das Bewußtsein, einer Pflicht zu entsprechen, welche uns als einem Kulturstaat zukommt, und glauben auch, daß es dem Ansehen unserer Regierung nützen wird, wenn man in der ganzen Welt weiß, daß wir uns mit aller Energie für die Beseitigung eines Unrechts einsetzen. welches die gesamte Kulturwelt bisher geduldet hat.“ Der Besucher wies Seine Exzellenz auch darauf hin, daß von der Möglichkeit gesprochen werde, daß Rumänien wenigstens einen Teil Beßarab i e n s als Kompensation für anderweitige Gebietsabtrennungen zugesprochen erhalten könne. Mit Rücksicht hierauf wird von jüdischer Seite die dringende Forderung erhoben, daß auch die Rechte der Juden Beßarabiens.die etwa an Rumänien kommen, in aller Form s i c h e r g e s te 111 werden müßten, damit sich nicht auch an ihnen das Schicksal der rumänischen Juden erfülle. Der bulgarische Gesandte erklärte: „Es ist selbstverständlich, daß wir, falls eine derartige Situation in Betracht käme, nicht versäumen würden, solchen Wünchen nachzukommen. Ich werde meine Regierung sofort davon verständigen , daß die Juden Beßarabiens jetzt schon gegen die von rumänischer Seite verübten Ungerechtigkeiten und Bedrückungen Hilfe erbitten. Ich bin überzeugt, daß meine Regierung diese Nachricht sofort zum Anlaß nehmen wird, sich über die Möglichkeiten einer raschen Abhilfe zu unterrichten. Es ist gut, daß die zionistische Organisation ihrerseits bemüht ist, durch Delegationen nach Kischinew und anderen Orten genaue Berichte über die gegenwärtige Lage zu erhalten.“ Zum Schluß äußerte sich der Gesandte über die zionistische Frage: „Ich habe persönlich das größte Interesse und die wärmste Sympathie für die zionistischen Bestrebungen. Ich hatte aber auch jüngst Gelegenheit. bei der Unterredung zwischen dem Ministerpräsidenten Radoslawow und einem Mitglied des Aktionskomitees der Zionistischen Organisation anwesend zu sein. Auch Seine Exzellenz der Ministerpräsident versicherte dem zionistischen Führer, daß er den zionistischen Bestrebungen sein regstes Interesse entgegenbringt und sie mit der größten Sympathie verfolgt. Es hat mich gefreut, bei diesem Anlaß feststellen zu können, daß meine persönlichen Sympathien zugleich die Sympathien „Mercedes" Schreibmafchme Bekanntes erstklasslostes deutsches Fabrikat Verschiedene patentierte Neuerungen Bei Behörden, Banken, Qrossflrmen usw. bevorzugt Generalvertrleb: S. Gutmann, München Tefefon" aaasi*

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