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Das jüdische Echo · 1918-08-15 · 11 (15.8.1918) · p. Seite 121

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
5 (1918)
Issue
11 (15.8.1918)
Date
1918-08-15
Page
Seite 121 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 11 Das Jüdische Echo 121 möglicht werden kann. Die Verfügung: weist außerdem ganz allgemein darauf hin, daß die Schüler beim Hilfsdienst in der Landwirtschaft zur Ausübung ihrer religiösen Pflichten angehalten werden sollen. Es ist dies eine Sache der Führer, und wenn solche nicht vorhanden sind, Aufgabe des Arbeitgebers. Eine Rede Dr. Tschlenows. Das Kopenhagener Bureau der Zionistischen1 Organisation hat die Rede des verstorbenen Führers Dr. Echief Tschlenow. gehalten auf dem Delegiertentag der russischen Zionisten im Mai/Juni 1917, unter dem Titel „Der Krieg, die russische Revolution und der Zionismus“ in deutscher und französischer Sprache herausgegeben. Die Rede Dr. Tschlenows gibt in tief begeisterten Worten der ungeheuren Freude über die Befreiung dieses größten Teiles der Judenheit Ausdruck und legt in klaren, prägnanten Zügen die Stellung der Judenheit zum Kriege und zur russischen Revolution klar. Sie stellt die Forderungen der russischen Judenheit für den russisch-jüdischen Kongreß auf und gibt die Richtlinien für die weitere Entwicklung, die Dr. Tschlenow im hellen Lichi der inneren und äußeren Befreiung sieht. Sie behandelt die wichtigsten Fragen der zionistischen Politik und gewinnt dadurch über den Rahmen ihrer aktuellen Bedeutung hinaus großen politischen Welt. Die Broschüre ist durch das Kopenhagener Zionistische Bureau zum Preise von 30 Öre (M. —.50, Frs —.50) zu beziehen. Begrüßung der ukrainischen Volksrepublik durch die Juden Österreichs. Das Exekutivkomitee der Zionisten Österreichs hat in Gemeinschaft mit dem jüdischen Nationalverein in Österreich am 11. Februar einstimmig beschlossen, der ukrainischen Rada in Kiew, folgende Depesche zu senden: „An die Regierung der ukrainischen Volksrepublik. Die nationalorganisierte Judenschaft Österreichs entbietet der ukrainischen Volksrepublik die herzlichsten Friedensigrüße und wünscht dem neuerstandenen Freiheitsstaate kraftvolles Gedeihen. Das große ukrainische Volk hat von seiner hart errungenen Freiheit den edelsten Gebrauch gemacht, indem es den in seiner Mitte lebenden Minoritätsvölkern uneingeschränkte nationale Rechte und den gebührenden Einfluß in die Volksregierung gesichert hat. Es hat dabei eine feste Grundlage für eine friedliche Zukunft und gesunde Entwicklung des neuen-Völkerstaates geschaffen“ Mit Freude haben die Juden in der ganzen Welt die Kunde begrüßt, daß ihre Brüder in der Ukraine als vollberechtigte Nation anerkannt und ihnen alle Eigenrechte eines freien Volkes gewährleistet wurden. Sie haben mit bewegtem, dankerfülltem Herzen Kenntnis davon genommen, daß die ukrainische Volksregierung das Recht der Juden auf eine freie nationale Entwicklung in ihrem alten Heimatlande Palästina in einer besonderen Entschließung ausdrücklich anerkannt hat. Die ukrainische Volksrepublik hat sich durch diese Handlungsweise die Sympathie aller volksbewußten Juden gesichert, insbesondere die Dankbarkeit der nationalorganisierten Judenschaft Österreichs, welche unentwegt dahin arbeiten wird, daß zwischen der ukrainischen Republik und ihrem Vaterlande Österreich ein dauerndes, für beide Teile ehrenvolles und ersprießliches Freundschaftsverhältnis geschaffen werde. Für das Exekutivkomitee der Zionisten Österreichs: Adolf Stand, m. p. k. k. Reichsratsrevisor Rudolf Taussig m. p. Für den jüdischen Nationalverein in Österreich: Robert Stricker m. p. Die Lage der ukrainischen Juden. Dem Jüdischen Pressebureau in Stockholm wird aus Kiew telegraphiei t: Große Beunruhigung bemächtigte sich der jüdischen Bevölkerung in der Ukraine infolge der schlechten Nachrichten, die über das Schicksal der Juden des ukrainischen Teiles Galiziens fortwährend eintreffen. Diesen Nachrichten zufolge werden die Juden unter dem Einflüsse des polnischen Antisemitismus sehr mißhandelt; auch sollen der jüdischen Bevölkerung dieses Gebietes bei der Neuordnung der Verfassung die geforderten nationalen Rechte verweigert werden. Die Juden in der Ukraine sind entschlossen, mit allen Kräften gegen diese Vergewaltigung zu protestieren und die Frage ihrer Gleichberechtigung vor den Friedenskongreß zu bringen. Sie rechnen auf die nachdrücklichste Unterstützung der ukrainischen Rada, die die Rechte der Juden in der Ukraine anerkannt hat. Das jüdische Zeitungswesen in Rußland. Wie aus den in Rußland erscheinenden jüdischen und hebräischen Zeitungen hervorgeht, ist jetzt das jüdische Verlagswesen dort sehr gut entwickelt. In vielen Städten, besonders in Süd-Rußland, sind neue jüdische Verlagsan'stalten und Zeitungen gegründet worden. Odessa, Kiew und Charkow sind zu großen jüdischen literarischen Zentren geworden. In Odessa wird jetzt eine neue Auflage der Werke von Scholem-Aleichem. wie auch andere jüdische literarische Werke herausgegeben. Jüdische Rekruten in England. Der Londoner Korrespondent des jüdischen Korrespondenzbureaus berichtet, daß die englische Regierung infolge des Protestes der russischen Regierung von der weiteren Rekrutierung russischer Einwohner in England absieht. Die Northcliffe-Presse benutzt diese Gelegenheit zu aufhetzenden Artikeln gegen die russischen Juden in England. Feuilleton Über den Umgang mit Büchern. Aus dem „Kaw Hajoschor“. „Kaw Hajoschor“ („Das rechte Maß“) ist der Titel eines von Rabbi Zwi Kojdanower verfaßten, zuerst in Frankfurt a;. M. erschienenen Moralbuches in hebräischer Sprache. Die Liebe zu der Thora verpflichtet den Menschen darauf zu achten, daß seine Bücher schön gebunden sind. Diesen Sinn hat der Vers: „Er ist mein Gott, und ich will ihn verherrlichen“ (Exod. 15, 2). Im „Sefer Chassidim“ ist zu lesen, daß man einmal den Leichnam eines Weisen aus der Erde herausgrub und mit Stöcken schlug, weil seine Bücher zerrissen waren und er sie nicht zum Binden gab. Der Mensch soll auch acht geben, daß seine Bücher niemals verkehrt stehen. Ein Mann nahm einmal einen Talmudband zum Lernen und stellte ihn nachher auf seinen Platz zwischen den andern Büchern. Kaum wandte sich der Mann um, als das Buch mit großem Gepolter herunterfiel. Der Mann

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