Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- 11 (15.8.1918)
- Date
- 1918-08-15
- Page
- Seite 120 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/9072829-9102973-9138245--01971-9074793- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
120 Das Jüdisch« Echo Nr. li ihren jetzigen Aufenthaltsländern nicht in absehbarer Zeit geschaffen werden können. Es ist gelungen, eine jüdische Einheitsfront in zwei jüdischen wichtigen Lebensfragen zu schaffen: für den Friedenskongreß und für die Palästinafrage. Es hat Mühe genug gekostet, den leitenden Behörden darzutun, daß hier jüdisches, türkisches und deutsches Interesse leicht eine Synthese finden können. Die deutsche Regierung hat sich dann schließlich zu der bekannten Sympathieerklärung für die jüdischen Friedensforderungen und Palästinawünsche bereit gefunden. Hierbei, wie bei allen anderen Aufgaben wird immer leicht eine mittlere Linie gefunden werden können, bei der die deutschen und die jüdischen Imteressen gewahrt bleiben.“ Als die künftigen Hauptaufgaben des Zentralvereins nannte er die Erziehung zur Selbstwehr und Selbstzucht, zum Wissen um das Judentum und dem Kampf gegen Überläufer. Er schloß mit dem Wunsche, daß das Ringen des Vereins, Deutschland, dem Judentum und der Kultur zum Segen gereichen möge. Als zweiter Redner sprach Rabbiner Prof. Dr. Werner über den inneren Frieden:-Das Ziel des Zentralvereins sei Versöhnung zwischen Deutschtum und Judentum und die Versöhnung zwischen den Bekenntnissen durch gegenseitige Achtung. Sein Satz: „Für das Judentum sind unsere Väter gestorben, für das Deutschtum gehen unsere Kinder in den Tod!“ erweckte lebhaften Beifall. In einem Schlußwort forderte Geheimrat Fuchs zur Treue zum Zentralverein auf. Welt-IEcho Ingenieure für Palästina. Der im vorigen Jahre in Amerika gebildete Verband „Zionistischer Ingenieure“ hat einen Aufruf an 300 jüdische Ingenieure in New York erlassen, die Verhältnisse in Palästina zu studieren und sich auf den Zeitpunkt vorzubereiten, wo ihre technischen Kenntnisse vom jüdischen Volk gebraucht werden. Mehrere der bekanntesten Ingenieure sind Mitglieder dieser Organisation. Jerusalem. „Jewish World“ gibt einen Bericht über die Lage in Jerusalem wieder, in welchem es wie folgt heißt: „Jerusalem ist heute zufrieden. Nahrungsmittel sind nicht im Überfluß, aber ausreichend vorhanden. Die wohlhabende Bevölkerung hat niemals Not gelitten, aber während des Krieges stiegen die Preise so hoch und das Papiergeld war so entwertet, daß die ärmere Bevölkerung furchtbar litt, und man berichtet mir über mehrere Fälle von langsamem Hungertod. Jetzt hat sich die Lage erheblich gebessert. Wir geben allen männlichen Einwohnern Arbeit beim Straßenbau in den Vorstädten, nachdem die Türken die Straßen unbrauchbar gemacht haben. Jetzt sind ganze Scharen der ärmeren Bevölkerung mit ihrer Wiederherstellung beschäftigt. Sie bekommen reichlichen Tagelohn in bar, wofür sie Lebensmittel zu normalen Preisen kaufen können. Bei der leichten Arbeit helfen ihnen junge Burschen ... Heute hat Jerusalem eine Gemeindeverwaltung, um dem Militärgouverneur bei seiner Arbeit zum Besten der ganzen Bevölkerung beizustehen.“ Jüdische Lehrer-Seminare. Das polnische Kultusministerium erhielt ein Gesuch von Dr. Braude aus Lodz zur Genehmigung seines Projektes für die Gründung eines jüdischen Lehrer-Seminars, in dem die jüdischen Gegenstände in hebräischer, die allgemeinen Fächer in polnischer Sprache gelehrt werden sollen. Der Lodzer Magistrat hat sich bereit erklärt, die Kosten des Seminars aus der allgemeinen Stadtkasse zu decken. Im Kultusministerium herrscht die Tendenz, dieses Projekt unter der Bedingung zu genehmigen, daß auch die jüdische Geschichte und Palästina-Geographie in polnischer Sprache gelehrt würden. Außerdem soll das Ministerium beschlossen haben, ein ähnliches Seminar auch in Warschau zu eröffnen. Jüdische Volkskunde. Im Anschluß an unsre Mitteilung in Nr. 9 d. BL, daß sich innerhalb der Schweizer Gesellschaft für Volkskunde eine Kommission für jüdische Volkskunde gebildet hat, möchten wir darauf hinweisen, daß bereits 1897 in Hamburg eine Gesellschaft für jüdische Volkskunde gegründet wurde. Der Gründer ist der auch als Herausgeber der „Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde“ bekannte Rabbiner Dr. M. Grunw a 1 d . Jüd. Krankenhaus „Schaare Zedek“. Jerusalem. Das Hospital in Jerusalem wirkt ungestört zum Wohle der armen Kranken weiter und die Leiter der Anstalt, Herr Sanitätsrat Dr. Wallach und Herr J. Marx befinden sich wohl. Heranziehung jüdischer Schüler zum landwirtschaftlichen Hilfsdienst. Das Kriegsamt hat unterm 21. Februar an sämtliche Kriegswirtschaftsämter, Provinzialschulkollegien und sonstige in Betracht kommende Stellen eine Verfügung erlassen, wonach bei der Heranziehung von jüdischen Schülern zum landwirtschaftlichen Hilfsdienst auf die Wahrung der Vorschriften des jüdischen Religionsgesetzes Rücksicht zu nehmen ist. Es wird erwartet, daß die Rabbinate und Synagogengemeinden mit den zuständigen Kriegswirtschaftsämtern in Verhandlung darüber treten, in welcher Weise durch Bildung jüdischer Schülergruppen diesen die Beobachtung des Sabbats und der rituellen Speisegesetze beim landwirtschaftlichen Hilfsdienst er- München, Herrnstraße 23, Hochbrückenstraße 13 königi. bayor., königi. Württemberg , grossberzogl. badische Hoflieferanten Bankkonto: K. Filialbank, München und Bankhaus Martini u. Simader, München. — Postscheckkonto: Nr 3613 München. I elegramm-Adresse; „Diringer München“. — Telephon-Nr.: 217 74, 21775 217 76 GrobteFabrlk und Verleihanstalt dieser Art In Deutschland. Vorrat von über HO ODO Kost Union aua all an Zelten u. allen Landern. Getrennte Herren-, Damen-, KinderufmUtSr-Abteilungen. Reiches Lager in Waffen und Ausrüstungen. Vollständig neuzeitlich eingerichtetundumgebaut. Spezialität; Ganze Ausstattungen fürYheafersftücke u. Filmaufnahmen Sperialkataloge stehen auf Wunsch kostenlos rur Verfügung.