Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- 10 (8.3.1918)
- Date
- 1918-03-08
- Page
- Seite 108 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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108 Das Jüdische Echo Nr. 10 äußern. Schon bei Erörterung dieser Frage durch den Finanzausschuß im Jahre 1914 habe er es als Voraussetzung für eine Gesetzesvorlage an den Landtag bezeichnet, daß mit den Hauptgruppen der Israeliten ein Einverständnis über die Grundfragen erzielt werde. Die Notlage der israelitischen Kultusbeamten in den Landgemeinden sei zweifellos vorhanden. Eine gesonderte Regelung der finanziellen Seite könne wegen des Zusammenhanges mit innerkirchlichen Fragen, mit der Bildung der Kultusgemeinden und dem Kreise der Ortskirchenbedürfnisse wohl nicht in Betracht gezogen werden. Die einschlägigen Verhandlungen seien auch während des Krieges fortgeführt worden. Von ihrem weiteren Verlaufe hänge es ab, wann eine Vorlage an den Landtag gebracht werden könne, ein bestimmter Zeitpunkt hierfür lasse sich derzeit nicht angeben. Die Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums trifft Vorkehrungen, um ihre wissenschaftlichen Bestrebungen, die auch während des Krieges keinen Augenblick geruht haben, mit der Wiederkehr des Friedens in erweitertem Maße fortführen zu können. Die Zeitverhältnisse bringen es mit sich, daß weite Kreise, die bisher der Wissenschaft vom Judentum gleichgültig oder gar ablehnend gegenüberstanden, ihr jetzt ihr besonderes Interesse zuwenden werden. Allgemein herrscht die Überzeugung, daß das Judentum ernsten Zeiten entgegengeht, alle Anzeichen deuten darauf hin, daß unsere Feinde zu einem erneuten Ansturm rüsten. Alis wirksame Waffe für unsere Abwehr wird sich aber in den kommenden wie in den früheren Kämpfen die Wissenschaft des Judentums erweisen. Diese Erwägung hat den Vorstand der Gesellschaft veranlaßt, mit der Werbetätigkeit, die während des Krieges geruht hat, wieder zu beginnen. Am 13. d. M. tagte in Berlin in den Räumen des Brüdervereins eine größere Versammlung, deren Aufgabe die Organisation der Werbetätigkeit zunächst für die Reichshauptstadt war. In eindringlichen Worten verbreiteten sich die Herren Geheimer Regierungsrat Prof. Dr. Hermann Cohen und Rabbiner Dr. Weiße über den hohen Wert der Wissenschaft gerade innerhalb des Judentums, das als eine nur auf ihre geistige Bedeutung gestellte Gemeinschaft ohne wissenschaftliche Vertiefung auf die Dauer nicht bestehen könne. Die begeisterten und begeisternden Ausführungen der Redner hatten zur Folge, daß noch während der Versammlung eine größere Reihe von Herren der Gesellschaft als Stifter oder Immerwährende Mitglieder beitraten. Es wurde ferner ein Werbeausschuß gebildet, dessen Aufgabe es sein wird, die weiteisfen Kreise der Glaubensgenossen für die Gesellschaft zu interessieren und ihr diejenige Zahl von Mitgliedern zuzuführen, deren sie für ihre Arbeiten in Zukunft bedarf. Die Leitung des Ausschusses liegt in den Händen deisi Herrn Prof. Dr. Kalis eher, Konstanzerstraße, und des Schatzmeisters der Gesellschaft, Herrn Paul Veit Simon, Hinter der Katholischen Kirche 1. Die genannten Herren sind zu jeder Auskunfterteilung bej-ejt;, _ Weitere Werbeaulsschüsse sollen demnächst auch in anderen Gemeinden gebildet werden. Die Judenfrage auf dem Londoner Sozialistenkongreö. Aus der Denkschrift des Londoner Sozialistenkongresses meldet Reuter: Der Kongreß fordert für die Juden aller Länder die gleichen elementaren Rechte, wie sie die Bewohner eines jeden Landes genießen. Palästina solle von der drückenden Verwaltung der Türken befreit und zu einem freien Staat gemacht werden, dem internationale Garantien gegeben werden und in den alle Juden, die es wünschen, zurückkehren können. Die Juden müssen für ihre eigenen Interessen, frei von Irgend welcher Einmischung anderer Völker und anderer Glaubensgemeinschaften sorgen können. Ein zentrales Jüdisches Wirtschaftsamt in Polen. Das jüdische Preßbureau in Stockholm berichtet: Das Aktionskomitee der Zionistischen Organisation errichtete in Warschau ein zentrales jüdisches Wirtschaftsamt für Polen. Die Aufgabe dieses Amtes ist die Sammlung von Material über die Wirkungen des Krieges auf das wirtschaftliche Leben der polnischen Judenheit. Es werden zu diesem Zwecke Erhebungen und Untersuchungen aller Art veranstaltet werden. Es wird beabsichtigt, der Executive des jüdischen Kongresses in Amerika, sowie der Executive des jüdischen Kongresses in Rußland einen umfassenden Plan für den ökonomischen Wiederaufbau in Polen zu unterbreiten. Die verschiedenen Teile der polnischen Judenheit, namentlich auch die jüdischen Arbeiter, werden zur Mitarbeit an diesem großen Unternehmen herangezogen werden. Jüdischer Kongreß jn Palästina. Dem Jüdischen Korrespondenzbureau im Haag wird aus Jaffa berichtet: Bei einem am 18. November v. J. in Pe- %JL. Ueine 3&rrvn li&adie u^lLf&varcn 9/ü-inchen. SfflaxuiniiicLwfr 4/ J^mfing6BSt29iStixk rukhsty&J^enfiat^ ^hmlecgläseü, delckkchßc, Stldbwlkii. (bßchmdi vollendete (oizeugndse dee rmdemeiz/lugenüptiA