Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- 10 (8.3.1918)
- Date
- 1918-03-08
- Page
- Seite 107 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 10 Das Jüdisch« Echo 107 Ein Hilfskomitee, bestehend aus den Herren Dizegnoff, Kalvariiski, Jellin, Hecker, Simon Lewy und Rabbiner Horrowitz, ist in Damaskus gebildet worden. Alle bei uns eingehenden Hilfsgelder werden ihm zur Verteilung überwiesen. Die Konferenz der österreichischen Orthodoxie. Montag, den 18. Februar 1918 hat in Wien eine vom „Vereine zur Wahrung der Interessen des orthodoxen Judentums in Wien und Niederösterreich“ einberufene Konferenz der Orthodoxie in Österreich isitattgefunden. Der Zweck der Konferenz war die Schaffung einer Qesamtorganisation der Orthodoxie in Westösterreich, die dazu berufen sein soll, sowohl innerhalb des Judentums, als auch nach außen hin als die legitime Vertreterin d(eis> glaubenstreuen Judentums zu gelten. Dem Rufe des Vereines war eine große Zahl Delegierter gefolgt. Etwa 200 hatten ihre Teilnahme angemeldet und mehr als 100 sind auch erschienen, darunter Vertreter der orthodoxen Bethäuser in Wien, Delegierte aus Prag, Brünn, Mährisch- Ostrau, Nikolsburg, Boskowitz, Kostei, Wiener- Neuls'tadt, Baden, Innsbruck, Strakonitz usw. Etwa 80 briefliche und telegraphische Zustimmungskundgebungen liefen ein. Xn der Konferenz beteiligten sich die Wiener Rabbiner Fürst (Schiffschul), Baumgarten, Flesch, Friedmann, sowie die Rabbiner Friedmann-Baden, Dr. Linck-Innsbruck, kais. Rat Dr. Lewin-Nikolsburg, Dr. Lanaau-Strakonitz, die Feldrabbiner Deutsch und Pollak, die Vertreter des galizischen Rabbinerverbandes Rabbiner Jeruchem-Stary-Sambor, Horowitz-Bobrrdezany, Leiter-Trembowla, Thumim-Kolomea, Moschkowiifz-Suczawa, das Präsidium der galizischen „Agudas Jisroel“, sowie mehrere Vorstandsmitglieder usw. Die Verhandlungen, die bereits am Sonntag abends in einer Vorberatung eingeleitet wurden, nahmen einen überaus ernsten und würdigen Verlauf. Allseits wurde die Notwendigkeit anerkannt, die Orthodoxie in Österreich zu organisieren und derselben einen gebührenden Einfluß auf die Gestaltung der innerjiidischen Verhältnisse, sowie auf die Stellung der Judenheit nach außen zu sichern. Auf Wunsch der Provinz-Vertreter, die eine intensivere Vorarbeit als wünschenswert erklärten, wurde beschlossen, der Konferenz den Charakter einer Vorkonferenz zu geben und binnen drei Monaten eine neue Konferenz auf breiter Basis einzuberufen. Es wurde ein 30-gliederiges Aktionskomitee eingesetzt, dessen Aufgabe die Fortführung der Organisationsarbeit und die Einberufung der neuen Konferenz sein soll. Die Konferenz fand unter dem Vorsitz des Präsidenten des Vereines zur Wahrung der Interessen des orthodoxen Judentums in Wien, Herrn B. Hofbauer, statt, der die Versammelten begrüßte und den Friedensschluß mit der Ukraine feiernd, mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf den Kaiser schloß. An die Allerhöchste Kabinettskanzlei wurde eine Huldigungsdepesche abgesendet. Die Konferenz wurde hierauf mit einer Ansprache des Rabbiners Fürst eingeleitet. Dr. Jeiteles-Prag überbrachte die Grüße der glaubenstreuen Juden in Prag, Rabbiner Dr. Landau-Strakonitz diejenigen der böhmischen Landgemeinden. Feldrabbiner Deutsch und kais. Rat Rabbiner Dr. Lewin-Nikolsburg überbrachten die Grüße der mährischen Orthodoxie, und Rabbiner Dr. Link-Innsbruck begrüßte die Konferenz im Namen der verstreuten Glaubenstreuen in Tirol. Sämtliche Redner schilderten eingehend die Verhältnisse in ihren Kreisen und betonten die Notwendigkeit und die Ersprießlichkeit einer Zentralorganisation. Hinsichtlich der Zugehörigkeit Galiziens und der Bukowina wurde festgestellt, daß es der dortigen Orthodoxie überlassen werden soll, ob sie sich anschließen will, ein solcher Anschluß wird aber mit Freuden begrüßt werden. Zur Verhandlung standen folgende Gegenstände: 1. Die Orthodoxie in Österreich. 2. Die Orthodoxie in der Gemeinde. 3. Religiöse Jugenderziehung. 4. Organisation. 5. Die soziale Gesetzgebung und das religiöse Leben. 6. Die Stellung der Orthodoxie zu den jüdischen Forderungen beim Friedensschlüsse. 7. Die Palästinafrage. Zu jedem Punkte wurde ein Referat erstattet und eine Diskussion abgeleitet. Mehrere Resolutionen, die seitens der Referenten beantragt, sowie mehrere Vorschläge, die im Laufe der Diskussionen eingebracht wurden, sind dem Aktionskomitee zugewiesen worden. Der Verlauf und die Beschlüsse der Konferenz lassen der angestrebten Organisation der österreichischen Orthodoxie günstige Horoskope stellen. Welt-Echo Das Judenedikt im bayerischen Landtag. In der Sitzung des Finanzausschusses vom 21. Febr. 1918 wird bei Behandlung des Kapitels 3 „Isrealitisches Bekenntnis“ von mehreren Rednern die Revision des Judenedikts als notwendig erklärt. Der Kgl. Staatsminister nimmt deshalb Veranlassung, sich über den Stand der Verhandlungen näher zu tmi 11 << ■• y ir y y ■ ■ ,iu1IJ,Yli,il ■■ ■; IpJtündjner Jleuefte Jladjrtdjfen ©roßte,tägf.2mal erfd)einenbe 3eitung ©üb* unb TOfelbeutfd)* lanbS. Rauffräftiger £eferfrei^ unb über £)eutjd)lanb3(9renäen hinaus* geljenbe Verbreitung. ©roßerfauf* männ.u.getoerbl.6tellenmarft Slnerfannt fefjr erfolgreich für Slnjeigen aller 51rt. Slnjefgen* prete unb lftad)laß nad) 2arif. VejugSpreiS mona#.2ttM.50 bei allen beutfd)en poffanffalten $ägttd)eAuflage 2mat löooooC^empfare/Über Vz^ifUonlefer