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Das jüdische Echo · 1918-02-22 · 8 (22.2.1918) · p. Seite 80

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
5 (1918)
Issue
8 (22.2.1918)
Date
1918-02-22
Page
Seite 80 (sequence 4)
Language
German
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80 Das Jüdische Echo Nr. 8 genheit für die einzelnen Gruppen, sich besser kennen zu lernen und — wenn nicht für einander, so doch mindestens nicht mehr gegeneinander zu arbeiten. Ein Schauspiel z. B. wie der Kampf der deutsch-jüdischen Organisationen gegen den Zionismus, wie es das deutsche Judentum kurz vor dem Kriege der Welt bot, wird hoffentlich durch den neuen Zusammenschluß unmöglich gemacht werden. Hoffentlich wird der Geist dieser Vereinigung sich bald in allen Teilen des Reiches bemerkbar machen. Auch außerhalb Berlins muß man einsehen, daß die Lage des Judentums so bedrohlich geworden ist, daß man nicht länger seine Energie an fruchtlose Kämpfe nach innen verschwenden darf, sondern daß es mancherlei Arbeit zu tun gibt, die nur von allen Juden gemeinsam getan werden kann. Auch im Reiche muß man inzwischen einsehen lernen, daß auch diejenigen Gruppen des Judentums^ die getrennt marschieren, zum vereinten Schlagen bereit sein müssen. Polen. Proteste gegen die Abgrenzung der Ukraine. Aus Warschau berichtet das polnische Pressebureau unterm 14. Februar: Sämtliche polnischen Zeitungen veröffentlichen einen Aufruf des Regentschaftsrates an die polnische Nation. Dieser Aufruf hebt hervor, daß die Zentralmächte die Selbständigkeit Polens garantiert, dem polnischen Staat Freundschaft, Hilfe und Mitarbeit versprochen haben. Dessen ungeachtet haben sie die Vertretung Polens zu den Verhandlungen in Brest- Litowsk nicht zugelassen und den Frieden mit der Ukraine mit einer polnischen Provinz erkauft, deren Majorität Polen und Katholiken sind, und die nach ihrem Willen gar nicht gefragt worden ist. Die zwei Kaiserakte büßen dadurch ihre eigentliche Bedeutung ein vor Gott und vor der Welt, vor den Menschen und vor dem Tribunal der Geschichte. Vor dem deutschen Volk und vor den Völkern Österreich-Ungarns erhebt der Regentschaftsrat seinen Protest gegen die neue Teilung Polens, spricht ihr seine Anerkennung ab und brandmarkt sie als einen Vergewaltigungsakt. Dem Willen der Nation Rechnung tragend, verbleibt der Regentschaftsrat im Amt, um das polnische Schul- und Gerichtswesen zu behüten und den Nachfolgern die Idee des nicht verkleinerten Vaterlandes zu überliefern. Das gesamte Ministerium veröffentlicht in den Zeitungen den motivierten Bericht über seinen Rücktritt und mahnt das Volk zu Einigkeit und zur Sammlung um den Regentschaftsrat. In einer feierlichen Sitzung der Stadtverordnetenversammlung wurde ein Protest über die Vergewaltigung Polens und Litauens einstimmig angenommen: „Die polnische Nation, ‘ heißt es hier, „wird im Namen des Selbstbestimmungsrechts. gestützt auf die Hilfe aller Völker, sämtliche Kräfte anspannen, um diesen Schlag abzuwehren, und wird nicht müde werden im Kampf um den unabhängigen, geeinigten, demokratischen polnischen Staat.“ Die jüdische Volkspartei schloß sich dem Protest der polnischen Nation an, weil die Entscheidung über das Schicksal von Land und Volk ohne eine Willensäußerung der Interessierten eine Vergewaltigung darstellt:. Die zionistische Organisation erklärt sich mit dem Protest im Namen der souveränen Rechte des ungeteilten und unabhängigen polnischen Staates solidarisch. Der sozialistische Block (die radikale Sozialdemokratie und der jüdische Bund) schloß sich gleichfalls dem Protest an. Die Haltung der österreichischen Polen. Meldung des k. u. k. Korr.-Bur. In der Sitzung der parlamentarischen Kommission des Polenklubs berichtete, wie die polnischen Nachrichten melden, der Obmann des Klubs Götz über die dem Ministerpräsidenten am 11. Februar abgegebene Erklärung zu der Haltung der Polen gegen die Regierung wegen des mit der Ukraine geschlossenen Friedensvertrages. Die parlamentarische Kommission nahm einmütig und mit Anerkennung den vom Obmann des Klubs gemachten Schritt zur Kenntnis. Hierauf entwickelte sich eine mehrstündige Debatte über die dem Polenklub zu erstattenden Vorschläge für das weitere Vorgehen. In der Debatte, welche die Entrüstung der Nation und die Bereitwilligkeit, ihre Rechte zu verteidigen wiederspiegelte. wurde vollkommenste Übereinstimmung der Ansichten sowohl in der Beurteilung der Ereignisse der letzten Tage als in der Haltung, welche die Nation gezwungen ist, in der polnischen Frage einzunehmen, festgestellt. Welt-Echo Vertretung des Judentums Im Herrenhause. Uber diese Frage wurde am 1. Februar gelegentlich der Diskussion über die Herrenhausreform beraten. Ein fortschrittlicher Abgeordneter hielt es für erforderlich, daß neben Vertretern der beiden christlichen Religionsgemeinschaften auch Vertreter des Judentums im Herrenhause vorhanden sein müßten und zwar wäre es recht und billig, wenn diese Vertreter des Judentums auf Grund von Präsentation, nicht auf Grund königlichen Vertrauens berufen würden. Utüncfyner Jleucfte Jladjrfdjten ©roßte, ta'gl.2mal erfdjeinenbe 3eitung ©üb« unb 3?titte(beutfdj* lanbS. ftauffräfttger^eferfreiS unb über 5Deutfd)lanbS©rensen hinaus* gefjenbe Verbreitung, ©roßerfauf* männ.u.getoerbl.6telfenmarff Slnerfannt fefyr erfolgreich für Slnjeigen aller Slrt. Slnjeigen* prei$ unb Nachlaß nad) £arif. EejugSpreiS monatf.3Rf.l.so bei allen beutfdjen pojtanflalten 17 HU Ti ü" w»n.n v*ui|u/eii ^ppaniiaiien 2ägtid)e2Cuflage 2mat löooooßijemtJtare/ÜfcerVjOTiftionXefer-w

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