Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- 8 (22.2.1918)
- Date
- 1918-02-22
- Page
- Seite 81 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 1× ep/1047930
- Safed 1× ep/1046078
- Tiberias 1× ep/1048138
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Nr. 8 Das Jfidische Echo 81 Der Minister des Inneren erwiderte, daß die Berücksichtigung des Judentums der Allerhöchsten Berufung Vorbehalten bleiben müsse. — Ein Zentrumsabgeordneter war damit einverstanden, daß Vertreter des Judentums ins Herrenhaus: berufen werden. Er begründete weiter einen Antrag seiner Freunde, wonach die Zahl der Mitglieder, welche als Vertreter der evangelischen und der katholischen Kirche präsentiert werden sollen, gegenüber der Regierungsvorlage verdoppelt werden möge. — Ein konservativer Abgeordneter stand dem Gedanken einer Erhöhung der Mitgliederzahl der christlichen Religionsgemeinschaften durchaus sympathisch gegenüber. Auch eine Berufung von Vertretern des Judentums sei berechtigt; die letztere könne aber nur auf Grund königlichen Vertrauens erfolgen. — Ein Regierungsvertreter führte aus, daß die Auswahl von Präsentationskörpern für die evangelische Kirche außerordentlich schwierig gewesen sei; er bitte es bei den Vorschlägen der Regierung zu belassen. — Ein freikonservativer Abgeordneter trat dafür ein, dem Judentum Vertreter im Herrenhaus zu gewähren. Nachdem noch mehrere Abgeordnete sich gleichfalls für eine Vertretung des Judentums im Herrenhause ausgesprochen hatten, wurden die vorliegenden Anträge einem Unterausschuß überwiesen. Das HHfswerk für Palästina. Seitdem die englische Armee den südlichen Teil Palästinas besetzt hat, kommen aus den Städten im Norden Palästinas, aus Safed, Tiberias, Haifa, den dort gelegenen jüdischen Kolonien, ebenso wie aus Damaskus Nachrichten über die große Notlage der jüdischen Bevölkerung. Während früher alle Hilfsgelder aus dem Ausland über Konstantinopel, zum Teil über Berlin nach Palästina geleitet wurden, erreicht jetzt ein großer Teil der Hilfsgelder aus dem Ausland, der über Ägypten nach Palästina kommt, die im Norden lebende jüdische Bevölkerung nicht. Um so notwendiger ist daher, besonders wegen der Notlage der dort lebenden Evakuierten, eine tatkräftige Hilfe, welche das deutsche Judentum leisten muß. Das „Hilfswerk für Palästina“, welches aus verschiedenen jüdischen Organisationen Deutschlands gebildet ist, ist in der Lage, mit Unterstützung der in Betracht kommenden Reichsämter, die Hilfsaktionen durchzuführen und ruft das deutsche Judentum dringend zur Hilfe auf. Einzelspenden und Sammelergebnisse sind abzuführen an das „Hilfswerk für Palästina“, Berlin W. 15, Sächsische Str. 8. Postscheckkonto Berlin 4192. Bankkonto; Nationalbank für Deutschland, Berlin W., Kurfürstendamm 211. Zahlungen aus Bayern können auch an das Bankhaus J. L. Feuchtwanger, München (Postscheckkonto 552) überwiesen werden. Ein Judenkongreß in Palästina. Das „Jüdische Korrespondenzbureau“ im Haag will wissen, daß Petach-Tikwah, die größte jüdische Kolonie Palästinas, den Beschluß gefaßt hat, einen Kongreß der palästinensischen Judenheit einzuberufen. Eine Palästinawoche in Rußland. Das „Jüdische Korrespondenzbureau“ im Haag berichtet: Das Zentralkomitee der russischen Zionisten hat den Beschluß gefaßt, eine Palästinawoche zu veranstalten. In allen Städten Rußlands werden in dieser Woche politische Kundgebungen für den Zionismus und Geldsammlungen für die jüdischen Palästinazwecke organisiert werden. Zionistische Dienstpflicht in Rußland. Eine Pie* narsitzung des Zentralkomitees der russischen Zionisten hat den Beschluß gefaßt, jeden Zionisten zu verpflichten, sich alljährlich einen Monat lang ganz in den Dienst der zionistischen Organisation zu stellen. (J. K.-B.) Die russische Presse über den Zionismus. Die russische Presse schenkt der zionistischen Bewegung durchwegs große Aufmerksamkeit. So schreibt z. B. die „Russkija Wjedomosti“, daß bei jedem Ausgang des Krieges der Zionismus in ein Stadium der Verwirklichung eintreten und das politische Tagesproblem bilden werde. Die zionistische Frage sei von großer Bedeutung für die allgemeine Politik und die deutsche Regierung werde sich dieser Frage nicht entziehen können und zum Zionismus die gleiche Stellung einnehmen müssen wie die englische Regierung. Die Gegensätze zwischen den deutschen und den französischenglischen Beziehungen zum Orient könnten durch die Lösung des Zionismus bedeutend abgeschwächt werden. Die „Russkoje Slowo“ schreibt, daß nach dem Kriege ungeheuere Armut und Arbeitslosigkeit in den zurzeit kriegführenden Ländern entstehen wird. Auf dem Boden des verzweifelten Kampfes um die Lebensexistenz würde der Antisemitismus aufblühen. Den Regierungen von Europa läge daher die unabweisbare Pflicht ob, diese Kämpfe tunlichst abzuschwächen und die Massen-Emigration, an der die Juden stark beteiligt sein werden, frühzeitig zu regulieren. Die großen politischen Möglichkeiten in Betracht ziehend, kommt der Verfasser zu der Überzeugung, daß die zionistische Lösung der Judenfrage eine zwingende Notwendigkeit der jetzigen Weltpolitik bildet. Auch das Organ der Bolschewiki, „Iwesstija“, warnt Deutschland, sich zu der englischen Politik gegenüber dem Zionismus passiv zu verhalten; es solle den jüdischen Wünschen in Palästina nachkommen, um damit die englische Politik zu schwächen. Die Wahlen in die Kiewer jüdische Gemeinde. Bei den Wahlen in die jüdische Gemeinde in Kiew wurden 33 Zionisten, 7 Bundisten, 7 Vertreter der vereinigten jüdischen sozialistischen Partei, 4 Poale-Zionisten, 4 Orthodoxe und 2 Mitglieder der Volkspartei gewählt. Die Zionisten verfügen also über die absolute Majorität in der Gemeindevertretung. (Jüd. Preßbureau, Stockholm.) Die Juden ln der russischen Konstituante. Dem jüdischen Preßbureau in Stockholm wird aus Petersburg telegraphiert: Erst jetzt werden die genauen Resultate der Wahlen zur Konstituante für die Juden bekannt. Als rein jüdische Kandidaten wurden bloß die folgenden 7 Vertreter des nationalen Blocks gewählt: Dr. Bruzkus lim Gouvernement Minsk, Goldstein im Gouvernement Podolien, Grusenberg und Temkin im Gouvernement Cherson, Kogan-Bernstein im Gouvernement Beßarabien, Mase im Gouvernement Mohilew und Syrkin im Gouvernement Kiew. Von den anderen jüdischen Parteien führte bloß die vereinigte jüdische sozialistische Arbeiterpartei auf der Liste der Sozialrevolutionären einen Vertreter. Herrn Davidowitsch. durch. Die Reorganisation des Rabbinats in Polen. Bei der letzten Sitzung der jüdischen Kommission beim polnischen Kultusministerium wurde folgendes be-