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Das jüdische Echo · 1918-02-15 · 7 (15.2.1918) · p. Seite 71

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
5 (1918)
Issue
7 (15.2.1918)
Date
1918-02-15
Page
Seite 71 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 7 Das Jüdische Echo 71 Publizierung der erzielten Vereinbarung. Die Details werden demnächst mitgeteilt werden. Die jüdischen Rechte. Die holländische Presse bringt, wie das „Jüdische Korrespondenzbureau“ im Haag berichtet, folgende Kundgebung der Leitung des Niederländischen Zionistenbundes. „Wir protestieren dagegen, daß bei den Verhandlungen, die in Brest-Litowsk geführt werden, die Vertreter der Juden nicht gehört werden, obgleich die Interessen von Millionen Juden und die Regelung ihrer nationalen Minoritätsrechte betroffen werden, was auf die spätere definitive Regelung der Judenfrage von Einfluß sein könnte.“ Serbien und der Zionismus. Die nach Washington entsandte serbische Mission drückte die Sympathie der serbischen Regierung und des serbi,sichen Volkes für die Schaffung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina aus. (Reuter.) Die Juden im polnischen Staatsrat. Die „Warschauer Zeitung“ vom 30. Januar beschäftigte sich mit der Vertretung der Juden im kommenden Staatsrat, der aus 110 Mitgliedern bestehen wird, wovon 46 gewählt werden sollen. In polnischen politischen Kreisen heißt es, daß die Juden 14 Plätze erhalten werden. Neben dem ältesten Warschauer Rabbiner werden drei jüdische Vertreter, einer vom Warschauer, zwei vom Lodzer Stadtrat und ein Vertreter der Kreistage der österreichischen Okkupation gewählt werden, die übrigen Juden sollen sich in der Zahl der ernannten Mitglieder befinden, die durch die politischen Kreise unter Führung des Ministerpräsidenten ausgewählt werden. literarisches Echo Jüdische Emigration und Kolonisation in Palästina von Davis T r i e t s c h , Orient-Verlag Berlin 1917. Durch die Ereignisse auf dem orientalischen Kriegsschauplatz, durch die Erklärungen der türkischen, der deutschen Regierung und endlich durch das in vielen Herzen aufdämmernde Verständnis für die innere Berechtigung des Zionismus ist das Interesse vieler, vieler Juden auf Palästina gelenkt worden. Daß Palästina von Juden kolonisiert werden soll, ist heute vielen, die noch vor kurzer Zeit der ganzen Idee gleichgültig oder ablehnend gegenüberstanden, zu einer Selbstverständlichkeit geworden; aber nun erhebt sich die Frage, w i e kolonisiert werden soll. Was haben die bisherigen Versuche ergeben? sind sie geglückt oder nicht? soll! man sie wiederholen oder andres versuchen? findet man bei dem bisherigen Kolonisationssystem für sich selbst Möglichkeiten einer Mitarbeit und wo kann diese beginnen? Es gibt schon eine Reihe von Werken, die hierauf Antwort geben. Wir haben bereits T rietschs „Palästina-Handbuch“, Nawratzk i s Buch über die jüdischen Kolonien in Palästina und finden wertvolles Material in Ruppins vorzüglichem Werk „Syrien als Wirtschaftsgebiet“. Aber diese Werke geben nur große Überblicke gewissermaßen über das Gerüst der Kolonisation; hundert kleine Einzelfragen, die dem, dessen Sinn auf die Arbeit in Palästina eingestellt ist, bleiben unbeantwortet. Diese Lücke füllt Davis Trietschs neues Buch aus. Es ist ein „wissenschaftliches“ Buch, aber es fördert außerordentlich das Wissen um Palästina. Bestehend aus einer großen Zahl von kurzen, sehr leicht verständlichen Kapiteln weist es auf die verschiedensten Erwerbszweige und Lebensbedingungen hin, vergleicht mit Institutionen und Zuständen in anderen) Kolonisationsgebieten, verweis* auf Vorbildliches, kritisiert Falsches und Zweckloses. Und was für eine Fülle von Anregungen zur praktischen Arbeit enthalten diese kurzen Kapitel; billige Baumethoden und neue Industrien. Gartenstädte und Arbeitergärten, sowie Methoden zur Verdoppelung der Ernten usw. Manches davon ist vielleicht zu optimistisch gesehen, bei manchem würde man sich eine eingehendere Behandlung wünschen, manches erscheint als zu schwierig im Rahmen dieses Buches (z. B. die Arbeiterfrage), und einiges mag sogar zu falschen Deutungen Anlaß geben (z. B. die AnsiedlungskoMen), aber im Ganzen hat dieses Buch sicherlich einer Reihe von Menschen — besonders von jungen, zur Einwanderung bereiten Menschen, viel zu sagen und zu raten. Ist es doch auch nicht am Schreibtisch eines Theoretikers entstanden, sondern von einem geschrieben, der durch eigne Anschauung und — eigne Arbeit die Beschaffenheit des Landes kennen gelernt und die Ergebnisse seiner Theorien in der Praxis erprobt hat. Mögen viele es lesen und sich dadurch gleichfalls zur Arbeit anregen lassen! H. H. C. Feuilleton Pogrom. Von Maxim Gorki. Deutsch von Adam V o n d e y. Dies trug sich vor etwa fünfzehn Jahren in einer Stadt an der Wolga zu.. . An einem heißen Junitag arbeitete ich vom frühen Morgen am Ufer des Flusses; ich teerte eine Barke. Die Mittagsstunde rückte schon heran, als hinter mir, irgendwo in der Vorstadt, ein dumpfer, zorniger Lärm erscholl, der wie das Gebrüll gereizter, hungriger Ochsen klang. Ich selber war auch hungrig und wollte mit der Arbeit rascher fertig werden, weshalb ich auch anfangs diesem fernen Lärm keine Aufmerksamkeit schenkte. Mit jedem Augenblick aber wuchs der Lärm, wie der Rauch mit dem Brande wächst. In der schwülen Luft über der Vorstadt stand eine trübe Staubwolke. Ich blickte in jene Richtung, und es kam mir vor, als wenn disharmonische Töne die Luft erfüllten, indem sie sich mit dem Staub von der Erde erhoben. Immer dichter wurde der Staub, die Töne greller und mannigfaltiget, die Luft zitterte, und mit ihr erbebte auch mein Herz in der Vorahnung von etwas Bösem. Ich ließ die Arbeit liegen und stieg das sandige Ufer hinauf, um auszuspähen. Aus den Toren der Häuser stürzten Leute heraus; sie liefen längs der Straße irgendwohin, in den Vorort hinein. Hunde und Kinder liefen hinterher, erschreckte Tauben flatterten über ihren Köpfen und Hühner irrten in den Gassen umher. Mitgerissen von der allgemeinen Verwirrung, begann auch ich zu laufen. „Auf der Elisawetenskaja gibt’s eine Keilerei!“ schrie jemand. Ein Lastwagen kam den Dahineilenden entgegen, der Kutscher peitschte mit dem Leitriemen wütend auf die Pferde ein und schrie aus voller

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