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Das jüdische Echo · 1918-02-15 · 7 (15.2.1918) · p. Seite 70

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
5 (1918)
Issue
7 (15.2.1918)
Date
1918-02-15
Page
Seite 70 (sequence 6)
Language
German
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70 Das Jüdische Echo Nr. 7 hang: der deutschen Juden lockert sich von Tag; zu Tag. Die Weihe der jüdischen Feste versinkt in dem Trubel der Großstadt, der Sabbat verschwindet, und auch der Verkehr der Familien unter einander wird durch die Entfernungen der großen Stadt außerordentlich erschwert. So wächst eine neue Generation heran, die das Judentum mit seinen religiösen und ethischen Werten nur noch vom Hörensagen kennt, für die eine Sabbat- oder Festtagstimmung nur noch eine leere Phrase ist. Selbst für die Häuser, in denen jüdisches Leben pulsiert, fehlt außerhalb der vier Wände das verstärkende Echo durch die Gemeinschaft. Wie anders .stellt sich das Bild dar, wenn wir uns eine jüdische Gartenstadt in der Nähe einer Großstadt vergegenwärtigen. Ohne, die Vorzüge, der Großstadt mit ihren reichen Bildungsmöglichkeiten zu entbehren, lebt hier eine Jugend, umgeben von Licht und Luft, im eigenen Heim, in jüdischer Umgebung, von frühester Kindheit an in den Händen jüdischer Lehrer und im Kreise jüdischer Spielgefährten und Kameraden, in einer Gemeinde, deren harmonische und ästhetische Wohnanlagen, eine Synagoge, eine Schule, einen geräumigen Sportplatz mit jüdischem Vereinshaus umfassen, die ganz von selbst ein froher Mittelpunkt jüdischen Lebens werden muß: Welch ein Bild gegenüber dem heutigen Dahinvegetieren in jüdischer Beziehung! Wir erwarten von mancher Seite das Bedenken, daß durch unsere Gründung antisemitische Tendenzen bestärkt werden könnten. Abgesehen davon, daß dies bei der Besonderheit des Vorschlages, den wir zu machen haben, ohnehin in Wegfall kommt, soll man dieses Argument nicht allzu tragisch nehmen. Es erscheint (immer da, wo wir als Juden an irgend eine neue Sache herantreten. Es erschien bei der Gründung der Logen, der Studentenvereine, der Sportvereine, und immer hat es sich als nichtig erwiesen. Wenn schließlich einzelne Zionisten geäußert haben, es möchten ihre Freunde durch die Beteiligung an einer jüdischen Gartenstadt von ihrfer aktiven Anteilnahme an der Arbeit für Palästina ab gelenkt werden, so ist auch diese Befürchtung hinfällig. Für Leute, denen Palästina ein Lebensbedürfnis ist, kann eine jüdische Gartenstadt niemals ein vollwertiger Ersatz sein, aber jede Er- F====iF===='E==ig— | lernten Sie bie „3ugenb“ bic roeitocrbreitetcDtündjenerillustrierte ‘ZBocfjenfdjrift? B3enn nicßt, bann oerlangen Sie kostenfrei eine ^robenummer ober für 80 Pfennig einen 'Probebanb, bamit Sie ftd) angenfcfjeinlicf) oon bem reichen 3nl)alt biefer 9Bocf)enfd)rift für u. $>untor überzeugen. jPieeresangefjörigen können Sie keine größere 5reube bereiten, als ifjnen für 6.— ein breimonott. ^elbpoft^bonnement eimoeifen 511 laffen, benn bie „3ugcnb" ift anerkanntermaßen bas beliebteste unb ocr= ID breitetfte buntilluftrierte “Blatt im Selbe. Bei Sinfenbung biefes Betrages nebft genauer 3“elbabreffe beforgt aud) ber Berlag bie ®inroeifung beim 3:elbpoftamt. Bezugspreis burd) Budjßanbl. ober “^oftanftalt 2TC&. 5.50. Vertag ber „3ugenb“, 9Jtüncf)ett, £efftngffr. 1 Stärkung jüdischen Lebens in den Ländern der Zerstreuung muß der Schaffung und dem Ausbau eines jüdischen Kulturzentrums zugute kommen. Weitere Kreise wird interessieren, daß wir bei unserem Plane auch an die Verwirklichung des Gedankens jüdischer Kriegerheimstätten herangehen wollen, da wir über genügend billiges Terrain verfügen werden. Auch die Interessenten an Laubenland und billigen Sommerhäusern werden bei uns auf ihre Rechnung kommen, da wir in absehbarer Zeit nur einen Teil des verfügbaren Landes bebauen werden. Zur Realisierung unseres Projektes wollen wir eine Genossenschaft mit beschränkter Haftung ins Leben rufen. Der Anteil ist mit M. 240.— in Aussicht genommen. Um allen Kreisen den Beitritt zu ermöglichen, kann der Beitrag auch in monatlichen Raten bis zu M. 20.— abwärts bezahlt werden. Die Haftsumme beträgt ebenfalls M. 240.—. Zur Aufbringung der Anzahlung wird die Ausgabe unverzinslicher auslösbarer Anteilscheine in Höhe von M. 100.— geplant. Die Verzinsung des Restkaufgeldes während des Krieges erfolgt zu einem außerordentlich niedrigen Zinsfüße. Auch für eine lange Zeit nach dem Kriege bleibt das Restkaufgeld unkündbar stehen. Wir wenden uns mit unserem Vorschläge an alle jüdischen Kreise, Finden wir die von uns erhoffte Beteiligung, so wird hier ein vorbildliches Gemeinwesen entstehen, indem eine neue Generation, gesund an Leib und Seele, heranwachsen. Clara Boschwitz, Dr. Arthur Kahn, Moritz A. Loeb, Prof. Dr. Heinrich Loewe, Dipl.-Ing. Ioseph Davis Trietsch. Zuschriften erbiten wir an: Dipl.-Ing. Loewy, Charlottenburg, Schillerstraße 60.“ Freunde des Gedankens einer jüdischen Gartenstadt in der Nähe von München, werden ersucht, sich an die Redaktion des „Jüd. Echos“, Heppen» heim a. Bergstraße, Darmstädterstraße 47, zu wenden. Welt-Echo Die Beerdigung von Dr. Tschlenow fand am Mittwoch, den 6. Februar, mittags in London statt. Eine Reihe hervorragender Persönlichkeiten nahmen an der Beerdigung teil1,' darunter Sfr Mark Sykes und Sir Ronald Graham als Vertreter des Ministerium des Äußern, ferner Lord Fitzmaurice, der frühere Unterstaatssekretär im Ministerium des Äußern, ferner der russische Generalkonsul. Es sprachen am Grabe die Herren Dr. Hertz und Oberrabbiner Gaster. Der Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens beging am 5. Januar die Feier seines 25jährigen Bestehens. Das englische Judentum und der Zionismus, Aus London wird dem „Jüdischen Korrespondenzbureau“ im Haag telegraphiert: Die führenden Männer des nichtzionistischen Teiles der englischen Judenheit, der Präsident des Board of Deputies Stuart Samuel, Lionel Abrahams, Adolph Tuck und andere haben nach Besprechungen mit Lord Rothschild, Nahum Sokolow, Professor Wetzmann, Haymon und anderen führenden Zionisten die Erklärung abgegeben, bei der Verwirklichung des Planes einer jüdischen nationalen Heimstätte mitwirken zu wollen. Bei den Konferenzen wurde völlige Einheit erzielt. Beide Parteien gaben die Ermächtigung zur

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