Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- 7 (15.2.1918)
- Date
- 1918-02-15
- Page
- Seite 69 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 7 Das Jüdische Echo 69 ia<> Jllgcnifiiif |iiiii(d)r Iranketilians „Srtioiirf=3fiif(t“;u Irtufaleut K%.m Organisation rein europäifcf) 3folterl>äufer fürAnftec&enbe ©efcfjäftsleitung: 3ranfcfurta. 9)t. i^öcfjfte Anerkennung oller 95ef)örben 95oftfc^echhonto 9lr. 7785 3rkft. o. 9)1. Aufnahme unterfcfjtebslos für Alle #ält fid) für geroiffenfjafte Ueberno^nte oon Stiftungen empfohlen l 93etten — 3intmer — 3af)rgdt — ©ebenktofel — Stiftungen. 9)lon forbere bie 95ebingungen ein. Briefe m rieten nacf) 9löberbergn)eg 63. Frage der Personalautonomie, die nach Ansicht der Versammlung nicht grundsätzlich, sondern nur gemäß den besonderen Vorbedingungen in jedem Lande gelöst werden kann. Zur Palästinafrage faßte diie Versammlung eine Entschließung, deren prinzipieller Teil wi^folgt lautet: 1. Die Orthodoxie erblickt — unter unverbrüchlichem Festhalten an den mesisiunischen Zionshoffnungen der Judenheit — zu allen Zeiten in der Besiedelung des heiligen Landes durch Juden die Erfüllung einer im Religionsgesetz begründeten Pflicht, deren möglichst ungehinderte und umfassende Ausführung zu sichern Aufgabe der jüdischen Gesamtheit ist. Wunsch und Wille der Einwanderung entsprach stets dem tiefsten religiösen Sehnen der jüdischen Volksseele. 2. Die Orthodoxie erwartet, daß die Türkei diesen auf tausendjähriger religiöser Überlieferung berührenden Palästinabestrebungen Vertrauen entgegenbringen und der jüdischen Einwanderung nach dem Kriege sowohl bei der Ansiedelung als bei der Entwicklung des religiösen und wirtschaftlichen Lebens im eigenen Staatsjnteresse systematische Förderungen angedeihen lassen wird* Es folgt hierauf eine Aufzählung der an die türkische Regierung im Interesse der jüdischen Siedelung zu stellenden Forderungen und der Ausdruck der Überzeugung, daß „mit der Zugehörigkeit des heiligen Landes zu der reorganisierten Türkei die günstigsten Vorbedingungen für eine gedeihliche Entwicklung der palästinensischen Ansiedelung im religiösen Sinne gegeben sind.“ Hinsichtlich der Vertretung wurde die Bildung eines Vollzugsausschusses der jüdisch-orthodoxen Organisationen im Gebiete der Mittelmächte beschlossen, in den jede der beteiligten Organisationen zwei Vertreter und zwei Stellvertreter entsendet. Der Vollzugsausschuß ernennt einen oder mehrere ehrenamtliche Geschäftsführer. Der Vollzugsausschuß wurde beauftragt, zur Vermeidung jedes Gegeneinanderarbeitens der verschiedenen jüdischen Organisationen unverzüglich in Fühlung mit anderen Organisationen, welche gleiche Ziele verfolgen, zu treten, und soweit sachlich möglich, eine Verständigung mit ihnen behufs gemeinsamer Arbeit herbeizuführen. Die. wegen der vorgerückten Zeit nicht mehr im Einzelnen beratenen Punkte der Tagesordnung wurden dem Vollzugsausschuß zur weiteren Bearbeitung überwiesen; insbesondere sollen dabei Berücksichtigung des Sabbats in der Sonntagsruhe-Gesetzgebung, die Sicherung der Schechita, die Fragen des jüdischen Eherechts im Osten beachtet werden. Dem Vollzugsausschuß wurde ferner zur Vorberatung ein der Versammlung vorliegendes Programm zur praktischen Erez-Jisroel-Arbeit überwiesen. Jüdische Gartenstädte. In Berlin fand dieser Tage eine Versammlung stattgefunden, die einem größeren Hörerkreise den Gedanken der Gründung einer jüdischen Gartenstadt nahebringen sollte. Der Gedanke ist nicht neu, sondern seit Jahren mit Wärme besonders von Davis T r i e t s c h vertreten worden. (Sein in dieser Nr. besprochenes Buch enthält mehrere interessante Abschnitte über diese Frage.) Gerade jetzt, da eine Schar jüdischer junger Leute die Enge und den Geist der Großstadt als drückend empfindet und sich danach sehnt, den Körper durch Arbeit im Freien zu stählen, da wir ferner vor der Frage stehen, wie wir am besten unsere Jugend auf das Leben und die Arbeit in Palästina vorbereiten können, wird der Gedanke besonders aktuell. Es scheint, daß der Augenblick gekommen ist, der die Geister reif zu seiner Aufnahme und Ausführung findet, denn aus den verschiedensten jüdischen Parteilagern erheben sich Stimmen, die ihm zustimmen. Es sei hierbei besonders auf den Frankfurter „Israelit“ verwiesen, der sich von einer jüdischen Gartenstadt die ungestörte Beibehaltung jüdischer Traditionen, besonders des Sabbat verspricht. Für die Ausführung des Planes erscheint München besonders geeignet. Mit seinem Kranz von Vororten, nahegelegenen Dörfern und Städtchen, die für Gartenarbeit reiche Gelegenheit bieten und die leicht zu erreichen sind, mit seiner zahlreichen jüdischen Bevölkerung, unter der Studenten und Studentinnen eine große Rolle spielen, dürfte es für eine Gartenstadt sowohl Menschen wie auch Kapital und Möglichkeiten bieten. Im nachfolgenden geben wir den Text wieder, durch den in der Berliner Einladung zu der Gartenstadtversamml'ung die Notwendigkeit einer jüdischen Gartenstadt begründet wird: „W arum aber eine jüdische Gartenstadt? Zunächst stellen die Juden bei der oben geschilderten nach der Großstadt gerichteten Bewegung der Bevölkerung Deutschlands ein unverhältnismäßig großes Kontingent. Die kleinen jüdischen Landgemeinden veröden, die Gemeinden der Großstädte, vor allem die Berliner, wachsen zu Riesengröße, und der Zusammen-