Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- 5 (1.2.1918)
- Date
- 1918-02-01
- Page
- Seite 49 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 5 Das Jfidischa Echo 49 bisher ungefähr 180—200 Seelen eingewandert, die familienweise gereist waren, ihrer Staatsangehörigkeit nach sind gegen 90 Prozent Österreicher, 10 Prozent Ungarn. In der Mehrzahl waren es Chalukahempfänger, es befinden sich aber darunter auch ehemals begüterte Personen, Rabbiner und Schochtim. Reisegeld und Reisezehrung haben die k. k. Konsulate bewilligt. Da die Flüchtlinge im Sommer Palästina verließen, in Konstantinopel Station machten, in Belgrad eine Quarantäne über sich ergehen lassen mußten, kommen sie in Wien oftmals in einem völlig desolatem Zustand an. Sie werden hier von der staatlichen Flüchtlingszentrale auf kurze Zeit in Kost und Quartier genommen und bekleidet. Waisenkinder kommen in Flüchtlings-Waisenhäuser. Die ihrigen erhalten, solange sie im Flüchtlingsheim verbleiben, K. 1.50 staatliche Unterstützung. Im übrigen gehen ihnen die zionistischen Komitees, die Hilfskommission 1915, die sich besonders der österreichisch-ungarischen Juden in Palästina annimmt, und andere jüdische Wohlfahrtsvereine an die Hand. In Wien teilen sich die Transporte. Etliche, die hier einen Erwerb finden, bleiben, andere, die in Galizien heimatsberechtigt sind und in der Hauptstadt keine Verwandtschaft haben, erhalten Bahnkarten und Geld, um nach Galizien fahren zu können, ein anderer Teil, der aus Amerika Unterstützung erwarten kann, erhält die Erlaubnis, sich in die Schweiz oder nach Holland zu begeben. In den Provinzstädten Galiziens entwickelt sich in der letzten Zeit, laut Mitteilung des „Lemberger Tagblatts“, eine rege kulturelle Tätigkeit bei den Juden, die in der Gründung nationaler Vereine, hebräischer Kurse, Bibliotheken usw. zum Ausdruck kommt. Aul einer Konferenz der kaukasischen Juden in Tiilis wurden 35 000 Rubel für die Kolonien in Palästina gesammelt und folgendes Telegramm an das „Petersburger Tagblatt“ abgesandt: „Die Konferenz der jüdischen Bevölkerung in Tiflis begrüßt herzlich die Erklärung der englischen Regierung wegen Palästina, die in radikalster Weise die Judenfrage zu lösen imstande ist. Wir geben unserer tiefsten Überzeugung Ausdruck, daß der kommende Friedenskongreß die Rechte der Juden auf ein Heim in Palästina bestätigen wird, und rufen das ganze jüdische Volk, ohne Unterschied der Parteien, zur Vereinigung ihrer Kraft und Arbeit für das Aufblühen des jüdischen Lebens in Palästina auf.“ Der Aufsatz „Die Judenfrage in der Internationale“ in Heft 4 dieses Blattes war den „Neuen jüdischen Monatsheften“ Heft 6 entnommen. Gemeindenu. Vereins-Echo (Unsere Leser sind sur Einsendung von Mitteilungen aus Gemeinden und Vereinen und von Personalnachrichten, die In diesen Spalten gerne Aufnahme finden, höflichst eingeladen.) Personalien. Der k. b. Verdienstorden vom hl. Michael 3. Kl. wurde dem k. b. Generalmusikdirektor Bruno Walter in München und dem k. b. Obersten Landesgerichtsrat Julius Ulrich in München verliehen. Das k. b. Ehrenkreuz des Michaelsordens wurde dem Kommerzienrat Moriz Biihler in München verliehen. Die k. b. Ludwigsmediaille in Silber für Wissenschaft und Kunst erhielt die k. b. Hofopernsängerin Ernestine Straßer-Färber in München. Der k. b. Verdienstorden vom hl. Michael mit der Krone wurde verliehen den Kommerzienräten Heinrich Mailänder und Maier Bechmann in Fürth, Hermann Katzmann in Wiirzburg, dem Fabrikbesitzer Julius Schlesinger in Lichtenfels, dem Direktor Hermann Dahl in Berlin, dem Großkaufmann Leo Lewin in Halle a. S., dem Betriebsdirektor Isidor Adler in Weiden, dem k. b. Oberlandesgerichsrat Friedrich Escales in Nürnberg, den k. b. Oberlandesgerichtsräten Dr. Hugo Rose in Nürnberg und Ernst Wjilmersdörffer in Augsburg, dem k. b. Notar Justizrat Wilhelm Weil in Obermoschel, den Kommerzienräten Heinr. Morgenstern in Fürth und Josef Schülein in München, Großkaufmann Alfred Braunschweiger in Würzburg, Brauereidirektor Dr. Hermann Schülein in München, dem k. außerordentl. Universitätsprof. und Direktor der Handelshochschule Dr. Moritz Julius Bonn in München, dem Stadt- und Distr.- Rabbiner Jakob Immanuel Neuburger in Fürth. Zum k. b. Geheimen Hofrat wurde der Hofrat Notar Dr. Jakob Schulmann in München befördert. Der Kommerzienrat Hermann Heinemann in München wurde zum k. b. Geheimen Kommerzienrat ernannt. Zu k. b. Kommerzienräten wurden ernannt der Fabrikbesitzer Franz Hesselberger, der Groß- Kaufmann Max Bernheimer, der Bankier Heinr. Marx, der Großkaufmann Leop. Gerstle, der Hofrnöbelfabrikant Louis Ballin, der Großhändler Aug. Kahn, Fabrikbesitzer Ferdinand Wassermann, Großhändler Albert Danziger, Großkaufmann Dav. Löwenthal, sämtliche in München, Fabrikbesitzer Emil Brüll in Marktl, Lederhändler Viktor Weiß in Landau i. Pfalz, Kaufmann Max Ehrlich in Bamberg, Bankdirektor Edmund Schwabacher in Bayreuth, Kaufmann Gustav Gerst in Bamberg, Fabrikdirektor Moriz Krailsheimer und Großhändl. Joseph Louis Sahlmann, beide in Fürth, Fabrikbesitzer Jakob Saemann, Fabrikbesitzer Stefan Hofmann. Direktor Ferdinand Kahn, Fabrikbesitz. Alfred Guckenheimer, alle in Nürnberg. Generaldirektor Ludwig Heimann in Schweinfurt, Bankier Max Stern in Mellrichstadt, Großkaufmann Herrn. Rosenthal in Wiirzburg, Weinhändler Paul Rosenheim in Wiirzburg, Bankier Gustav Klopfer in Augsburg, Bankdirektor Max Lehmann in Augsburg, Heinrich Rosenbaum in Wien, Holzgroßhänder Emil Heß in München. Zum k. b. Geheimen Justizrat wurde der Rechtsanwalt Justizrat Dr. Moriz Obermayer in München ernannt. Zu k. b. Justizräten wurden ernannt der k. Notar Dr. Rudolf Loewi in Bamberg, der k. Notar Dr. Siegfried Marx in Neustatt a. H., die Rechtsanwälte Dr. Emil Epstein in Augsburg, Adolf Spatz in Speyer, Dr. Moses Hommel in Schweinfurt, Dr. Sigmund Dormitzer, Dr. Karl Geiershöfer und Dr. Albert Kann, alle in Nürnberg. F. Rosenberger in Zweibrücken, Dr. Ludwig Friedsam und Karl Vogel in München, Moses Höflein in Bamberg, Joseph Schwarzkopf in Nördlingen. Zu k. b. Sanitätsräten wurden ernannt die prakt. Ärzte Dr. Julius Löb in Bad Reichenhall, Dr. Sally Kaufmann in Bad Dürkheim, Dr. Ernst Epstein in Nürnberg und Dr. Albert Weiler in Wiirzburg. Der Privatgelehrte Max Frankenburger in München wurde zum k. b. Hofrat ernannt.