Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- 5 (1.2.1918)
- Date
- 1918-02-01
- Page
- Seite 43 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 5 Das Jüdische Echo 43 Regiment stand, sein Leben ein. Ums Leben gekommen sind ferner: die Unteroffiziere und Flugzeugführer Cassel aus Hannover (Mai 1917) und Perlhöf er, am 1. Oktober 1915 der frühere russische Staatsangehörige und Student der Charlottenburger Technischen Hochschule Artur Chasanowicz, der sich freiwillig ins deutsche Heer aufnehmen ließ. Die Motive, die manchen deutschen Juden dazu anspornen, sich besonders hervorzutun, lassen die elementaren Sätze eines weiteren Opfers des Flugwesens, des Leutnants der Reserve Josef Ziimdorfer werten: „Ich bin als Jude ins Feld gezogen“, schreibt er in seinem Testament, „um mein bedrängtes Vaterland zu. schützen, aber auch als Jude, um die volle Gleichberechtigung meiner Glaubensbrüder zu erstreiten“. Der junge Flieger war vor dem Krieg, wie viele andere, ein schlichter Kaufmann gewesen, der aus Reringen stammte und zu Beginn des Krieges bei Combres verwundet wurde. Der Erinnerung wert ist der Name des Fliegerleutnants Dr. Franz Ros in, der Sohn des bekannten Universitätsprofessors Geheimrat Dr. Rosin in Freiburg. Wir behalten uns vor, über Franz Rosins Heldentaten einen gesonderten Bericht zu bringen. Auch Rosins Bruder ist Flieger. Zwei weitere Brüder lernen wir in dem Leutnant Hans Block und in Fritz Block aus Hannover kennen, von denen ersterer ein alter erprobter Flieger ist. Ferner stehen bei einer Feldfliegerabteilung im Westen die Brüder Adolf und Otto Neu m ann als Offiziere. Nach den Mitteilungen des Herrn Dr. Mainzer in Frankfurt fiel als bayerischer Fliegerleutnant der jugendliche Leutnant Falk aus Cöln, dessen Vater Stadtrat und Major ist. Herrn Dr. Mainzer verdanke ich u. a. die Namen folgender Flieger: Leutnant der Reserve Ernst Adler, Sohn des Direktors Dr. Adler aus Frankfurt und seinen Landsmann Leutnant Fritz Haas. Desgleichen steht als Offizier bei einer Fliegerabteilung im Westen der Leutnant der Reserve Leopold. Flugzeugführer sind Unteroffizier Friedrich Rudenberg und Gefreiter Hermann Schmidt, Flieger der Gefreite U n g e r , Bordfunker der Flieger Hausdorff aus Berlin und Fluglehrer bei einer Flug-See-Station der Flug-Maat Ernst S t e i n i t z. Tragisch ist das Geschick des Leutnants Müller, Mitglied der Verbindung Salia in Würzburg, der aus Hannover stammt. In der ersten Todesanzeige schrieb der Staffelführer, Herr Oberleutnant Schwenden, daß Ernst Müller „als Beobachtungsoffizier bei der Staffel ganz hervorragende und vorbildliche Schneid zeigte“ und eine „beste Stütze der Staffel“ war, „stets bereit sein alles für das Vaterland einzusetzen“. In einem Luftkampf bei Verdun wurde Müller von den Franzosen abgeschossen. Am 26. Dezember 1916 ließen französische Flieger in einer Blechkapsel folgende Mitteilung herunterfallen: „Über das Flugzeug C 1667/16: Am 9. XI. 1916 fielen Leutnant der Reserve Ernst Müller und Unteroffizier Christian Bemsel, Flugzeugführer, bei Verdun. Sie wurden an Ort und Stelle mit militärischen Ehren beigesetzt. „Ils se sont battus heroiquement“. (Sie haben heldenhaft gekämpft.) In einem späteren Brief schrieb der Staffelführer an den Vater des Gefallenen: „Könnte ich ihm doch auch noch fernerhin ein guter Vorgesetzter und ein treuer Kamerad sein, wie damals als er noch mit ungebrochenen Schwingen über dem rauchenden Schlachtfelde seine Kreise zog. Doch er hat uns ja seine ideale Begeisterung für sein Vaterland zurückgelassen und so lebt er als Vorbild in uns weiter“. „Ein schöneres Denkmal kann einem gefallenen Helden nicht gesetzt werden“, sagt hierzu das „Hamburger Israelitische Familienblatt“. Und mit Recht. Ernst Müller konnte als Mediziner im Sanitätsdienst Unterkommen, zog aber den Dienst mit der Waffe vor, den er im Graben und dann hinterm Motor mitmachte. Ein ähnliches Beispiel gab der Mediziner Mecklenburg aus Berlin, der nicht als der einzige jüdische Flieger nach Berlin überführt in Weißensee die letzte Ruhe gefunden hat. In dessen Nähe ruht der Flieger und Ritter des Eisernen Kreuzes I. Klasse Dr. August Moser und der junge Referendar Dr. jur. Heinz Bett sack, der am 1. August 1914 als Einundzwanzigjähriger bei den Ziethen-Husaren eintrat. Nach 5 Wochen Frontdienst wurde er — obgleich Jude — vom Regimentskommandeur zum Unteroffizier befördert; nach seiner Verwundung meldete er sich, um rascher Gelegenheit zu haben, sich auszuzeichnen und zu avancieren, zu einem Infanterie-Regiment, wo er im September 1915 Leutnant wurde. Nach mehrfachen abgelehnten Gesuchen um Versetzung zu den Fliegern, wurde er in Hamburg und Hannover zum Flugzeugführer ausgebildet. Am 11. September 1917 erlitt er bei einem Erkundigungsflug vor Laon einen tödlichen Absturz. Seine trefflichen Eigenschaften, insbesondere als Soldat belegen neben vielen Äußerungen seiner Vorgesetzten wohl am besten die Daten seines Lebens. Die nicht allzu große Fiirther jüdische Gemeinde weist eine größere Zahl jüdischer Flieger auf, von denen mir der Leutnant Kurt Königsberger. Sohn des Herrn Karl Königsberger, die Vizefeldwebel Alfred Regensburger — als Fliegerschütze — und Bruno Offenbacher, Flugzeugführer, durch die Liebenswürdigkeit eines Fiirther Herrn genannt wurden. Leider ist der 4. Jude aus Fürth, der Beobachter bei einer Feldfliegerabteilung, Leutnant Max Holzinger, Sohn des Herrn Sigmund Holzinger, unweit Reims gefallleberzeugen Sie sich durch eine kostenfreie Probenummer oder besser noch durch einen Probeband für 80 Pfennige von der Vielseitigkeit der humoristisch - satirischen Kunstzeitschrift „JUGEND“. 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