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Das jüdische Echo · 1918-02-01 · 5 (1.2.1918) · p. Seite 42

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
5 (1918)
Issue
5 (1.2.1918)
Date
1918-02-01
Page
Seite 42 (sequence 2)
Language
German
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42 Das Jüdisch« Echo Nr. 5 Juden als Flieger. Von Felix A. Theilhaber, im Felde. Selbst die Juden wissen nichts von den jüdischen Fliegern und ahnen nicht deren Bedeutung. Täglich lesen wir irgendwo von tapfren Bayern, oder sogar von den tapfren Bayern — als ob jeder Bayer ein zweiter Schmied von Kochel wäre — von dem erprobten schlesischen Landsturm, dem zähen Märker, den braven Ostpreußen. Und wenn ich jetzt in der Zeit des Burgfriedens, noch mitten im Krieg, wo eigentlich jeder sich von den Tatsachen überzeugen könnte, etwas von den Juden in der allgemeinen Presse lese, dann steht es in der verbreiteten „Täglichen Rundschau“ oder in der „Deutschen Tageszeitung* und liest sich wahrlich nicht zu unsern Gunsten. Jede Stadt, jede Volksschicht, ja selbst kaufmännisch-technische Unternehmungen, Straßenbahnen oder Kabelwerke, Handlungsgehilfenvereine und Studentenkorporationen feiern ihre Toten und weisen —1 obgleich es niemand je anzweifeln würde — auf ihre schweren Opfer und ihre vielen im Felde stehenden Anhänger, Mitglieder und Freunde hin. Von den mutigen Juden scheint kein Wort, kein Lied jetzt und später zu klingen. Der jüdische Dichter Lissauer hat dazu keine Zeit, er muß die Wiederkehr von Luthers Geburtstag besingen. Und wo wir anläßlich der famosen Judenzählung auf Fürsprache stießen, da fanden wir Redensarten, allgemeine Phrasen, appellierend an unser Recht oder allgemeine Hinweise auf schwere Opfer, die der Gutgläubige akzeptierte und der Alldeutsche skeptisch bezweifelte. Und doch könnten wir reichhaltiges Material bieten, das den Opfermut unserer jüdischen Soldaten scharf umreißt, Beispiele davon geben, daß auch wir Männer sind, die in nichts denen anderer Stämme Deutschlands nachstehen. Wenn wir das Verdienst der jungen Juden an die Öffentlichkeit bringen, dann folgen wir nur dem Beispiel der allgemeinen Presse, dem System der Heldentafeln, wir mehren zwar unseren eigenen Ruhm, kommen aber nur der historischen Gerechtigkeit nach, indem wir der Helden gedenken, die ihr junges Leben freudig für uns alle dahingegeben haben. Ob ihr Name fortleben darf und das Gedächtnis ihrer Taten aufgezeichnet werden soll, darüber eine Debatte zu eröffnen, erscheint mir mehr als überflüssig. Neben ihrer Größe verliert die Anschuldigung an Boden, als ob die jüdische Jugend sich nur aus „Muß“-, „Auch“- oder gar „Nicht“-Soldaten zusammensetze. Einen guten Ausschnitt liefert der Beitrag Jüdische Flieger“. Im Felde ist es schwer, sich’als Privatmann einen guten Überblick über die ruhmvolle Beteiligung der Juden (an dieser Waffe zu verschaffen. Meine Sammlung ist deshalb nur ein Torso, der aber doch schon eine gewisse Orientierung gestattet und vor allem die Erinnerung an einige Juden festhält, deren Namen nicht klanglos zu ersterben brauchen. Noch ein Wort über die Flieger im allgemeinen. Der Soldat, der sich zum Luftdienst meldet tut es freiwillig. Jeder weiß, daß hundert Gefahren ihn hier bedrohen, daß hohe Anforderungen an ihn gestellt werden. Eine strenge körperliche Untersuchung läßt nur ein erstklassiges Menschenmaterial zu. Orden und Ehrenzeichen, der Aufstieg zum Offizier, jede Form von Auszeichnung wird nirgends weniger leicht ersessen und saurer verdient als im Dienst der jüngsten Waffe. Und so kann auch der Dichter Arthur Silbergleit vom Flieger mit Fug und Recht singen: „Wir schweben durch die Luft geschwellt Vom Drang nach Abenteuer. Ein jedes Fliegerherz ein Held, Am Motor und am Steuer Ehe der Flieger seine Ausbildung vollendet hat, fällt mancher einem tückischen Unfall zum Opfer! Die Luft hat keine Balken. Der Kriegsfreiwillige Jakob Lichtenstein aus Neustadt bei Pirne hatte bei den Fliegern nur eine kurze militärische Laufbahn. Er verunglückte bei einer Fliegerabteilung. Dasselbe Los teilte der einundzwanzigjährige Sohn des Buchhändlers Karl Levi, der Flugzeugführer Eugen Levi aus Stuttgart, der in Gotha abstürzte. Ebenso büßte ein gewisser Hemmerdinger, der vorher in einem Infanterie- Hohlsaum Plissee, Feston und alle einschlägigen Arbeiten. Stoffkn opf-Fabrlkatloii. Spezialität: Eichelknöpfe und Doppelknöpfe. Rasche Bedienung! E. Dalimayer, Sonnenstraße 9fn. yx-cccoooaocci- Moderne Kichei- Eioridiiiigp ln gediegener preiswerter Ausführung Ednard Rau Schltsel’t Zickenuni Wirtschaft - Einrichtung« - Uagaciu München KaaIIngerstr.9 PassageScbfistel t Q< —XPOOOOODnry— m s Reparaturen und Reinigungen aller Systeme schnell, fachgemäß, preiswert. Erstklassige Farbbänder u. Kohlepapiere sowie alle Zubehöre. Reinbolb Sd)ul3 Lindwurmstraße 1 (Ecke Sendlingertorplatz). Alleinvertrieb der TRIU8PH- und JOST - SCHREIBMASCHINEN Fernru' 54018. €* bekanntes erstklassigstes deutsches Fabrikat. Ver chiedene patentierte Neuerungen Bei Behörden, Banken, Grossfirmen usw bevorzuflt. Gereralvertrieb: ... S. Gutmann, München Telefon4

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