Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- 4 (25.1.1918)
- Date
- 1918-01-25
- Page
- Seite 35 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Oettinger berechnet, daß zur Ansiedlung von hunderttausend landwirtschaftlich tätigen Familien mit einer halben Million Seelen (was der Schaffung einer jüdischen Dorfbevölkerung von etwa einer Million entsprechen würde) rund zwei Milliarden Franken nötig wären. Der Anteil des JNF für den eirfdrderlichbn Bodkn (ca. 3/« Millionen Hektar) würde sich auf 600 bis 700 Millionen Franken belaufen. Wir sind nicht bescheiden und dürfen es in unseren Zielen nicht sein. Der sehr bescheidene Plan, in den nächsten Jahren größere Kolonien auf NF-Boden zu begründen, erschöpft keineswegs die Möglichkeiten Palästinas und unsere Erwartungen. Es wird bloß ein guter Anfang systematischer Kolonisation sein, bei der wir von dem Lehrgeld profitieren werden, das wir bisher gezahlt haben. Welches Volk, selbst ausgerüstet mit einem starken staatlichen Apparat, hat keine Fehler beim Kolonisieren von Neuland gemacht? Alle haben aus ihrpn eigenen Irrtümern gelernt. Wir werden dasselbe in Palästina machen. So werden wir vor allem nicht wie bisher kleine Kolonien auf kleinem Raum ohne genug Reserveland zur Ausbreitung schaffen, mit einer Anzahl von Familien, die unter der Last großer Gemeindeausgaben (für Schulen, Arzt usw.) zusammenbrechen. Wir werden Bodenkomplexe erwerben, groß genug, um 100 Kolonisten- und Arbeiterfamilien anzusiedeln, mit der nötigen Landreserve auszustatten, die der Kolonie die Möglichkeit des Wachstums und der Ausbreitung geben soll. Das Land soll den Kolonisten nicht in einem unvorbereiteten nichtameliorierten Zustande gegeben werden, wie dies bisher geschah, ausgesogen und ausgeraubt durch die veralteten arabischen extensiven Arbeitsmethoden. Man wird den Boden für moderne Bewirtschaftung instandsetzen, durch Verbesserungen auf eine bestimmte Stufe der Produktivität bringen müssen. Mit den dazu erforderlichen Investitionen kann man die neuen Kolonien nicht belasten. Der JNF soll sie tragen und zum Werte des verbesserten Bodens bei Berechnung der ihm zu zahlenden Pacht schlagen. Das Menschenmaterial werden wir streng auswähilen. Nicht über Nacht und nicht durch die Palästinaluft allein kann aus einem jüdischen Städter ein Farmer oder Landarbeiter werden. Er muß früher in der palästinensischen Landwirtschaft arbeiten, um ein selbständiger Farmer oder ein nützliches Glied einer Arbeitergenossenschaft zu werden. Wir werden von unseren Erbpächtern vor allem Selbstarbeit verlangen. Sie müssen imstande sein, ihr Besitztum mit den eigenen Händen, mit Hilfe der Familie zu bewirtschaften. Dadurch wird am besten die Frage der Fremdarbeit vermieden werden. Für die Wirtschaften, die Lohnarbeit nicht entbehren können, wird durch Ansiedlung von Arbeitern als Halbkolonisten in der nötigen Anzahl in jeder Kolonie gesorgt werden müssen. Aber jeder Arbeiter soll die Möglichkeit haben, vom JNF mehr Boden in Pacht zu erhalten, um, falls er die Mittel und Fähigkeiten besitzt, von einem Halbkolonisten zu einem selbständigen. freien Farmer aufzusteigen. Ebenso wird der JNF die Genossenschaften von Arbeitern fördern, die sich auf seinem Boden ansiedeln wollen, und der Arbeiterklasse die Möglichkeit geben, zur kollektiven Selbständigkeit zu gelangen. Das Ausmaß des im Durchschnitt für eine Familie erforderlichen Bodens ist nicht gleichmäßig. Bei bewässerter Gemüsewirtschaft oder für eine Arbeiterheimstätte reichen 20 Dunam (2 ha 5 acres) und manchmal noch weniger aus. Für eine Getreidewirtschaft benötigt man 200—250 Dunam (ca. 20 ha 50 acres). Zwischen den beiden Grenzen liegen Wirtschaften verschiedener Größen von 40, 75 und 100 Dunam, — je nachdem. ob Orangen oder „Trockene“ Fruchtbäume gepflanzt werden, oder mehr Futter für Vieh produziert wird, das Milch und Fleisch liefert, oder ob die verschiedenen Kulturen kombiniert werden. Im Durchschnitt kann angenommen werden, daß der Bodenbedarf einer Familie 100 Dunam ausmacht. Der Wert eines solchen Bodens beträgt ca. 5000 Franken. Alle Einnahmen des JNF, die nicht für einen seiner Zweigfonds bestimmt sind, werden für Bodenkäufe verwendet. Unsere Freunde "RauThallmaier /iofüßferant München ThßatinßrÜr.iö. mino. ^Rxt^üajw.