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Das jüdische Echo · 1918-01-25 · 4 (25.1.1918) · p. Seite 34

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
5 (1918)
Issue
4 (25.1.1918)
Date
1918-01-25
Page
Seite 34 (sequence 6)
Language
German
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34 Das Jüdische Echo Nr. 4 Was die Geldmittel betrifft, die der vorgeschlagene Verband benötigen würde, so brauchen sie in Hinsicht auf die überwiegende Mehrheit der Agenden nicht zu hoch bemessen werden. Die Beiträge der Mitglieder und etwaiger Förderer dürften genügen. Sollte es der Verband aber auch mit eigenen wirtschaftlichen Unternehmungen versuchen wollen, so könnte dies nur unter der Voraussetzung geschehen, daß sie das Budget der übrigen Arbeiten nicht belasten, vielmehr autonome Finanzierungsgrundlagen (besondere Fonds, besondere Kredite) erhalten. Es ist fraglich, ob, so lange der Krieg dauert, die hier vorgeschlagene Organisation der jüdischen Kriegsteilnehmer und Kriegsbeschädigten nicht schon in ihrer Gründung oder zumindest in ihrer Wirksamkeit behindert sein werde. Jedenfalls wird sie vom Friedensschlüsse ab mit vollem Einsatz aller Kräfte arbeiten können. Das Freiwerden von hunderttausenden jetzt noch in die strenge militärische Disziplin gebannten Kräften, ihr massenhaftes Zurückströmen in das wirtschaftliche Leben, der Wegfall der Ausnahmsbehinderungen des Vferein®- und Versamlungswesens wird der neuen Organisation die größten Möglichkeiten bieten. Es kommt ja nur darauf an, daß im geeigneten Augenblicke die Organisatoren und die Arrangeure bereit stehen. Dafür aber ist wieder Voraussetzung, daß der Gedanke schon jetzt in die Massen geworfen und ihm schon jetzt eine vorbereitende Stelle geschaffen werde. Vielleicht kann, speziell in Österreich, der geplante jüdische Kongreß diese Stelle werden. Oder — wenn er zu lange auf sich warten lassen sollte — das Komitee des Jüdischen Archivs. Oder vieleicht treten neue Männer ad hoc zusammen. Anmerkung der Redaktion: Der Vorschlag Herrn Dr. Birnbaums dürfte sehr vielen jüdischen Heeresangehörigen aus der Seele gesprochen sein. Die Redaktion ist gerne bereit. Zustimmungen zu dieser wichtigen Angelegenheit und Erörterungen der damit zusammenhängenden Fragen zu verwerten und weiterzuleiten. Der Jüdische Nationalfonds. (Fortsetzung.) Damit erschöpft sich aber keineswegs die Aufgabe des JNF in der schweren Kriegsizeit. Sobald das furchtbare Ringen der Staaten und Völker uns eine ruhige Zeit für unsere volksaufbauende Arbeit in Palästina bringt — wir hoffen alle, daß die fürchterlichen Opfer des jüdischen Volkes nicht umsonst sein werden — dann können wir nicht einfach den Faden dort aufnehmen, wo er durch den Krieg gerissen ist. Gewiß werden wir vor allem auf den schon gelegten Fundamenten weiterbauen, wir werden das schon früher Geschaffene weiter entwickeln, aber wir haben auch während des Krieges gelernt, weitere Horizonte sind sichtbar, die Begriffe umfassender geworden. Wir können nicht mehr mit dem alten Maßstab aus der Zeit vor dem Kriege an unsere Palästina-Arbeit herantreten Sie wird größer, systematischer, schneller werden müssen. Und dazu muß auch! das wichtigste Instrument dieser Arbeit der Jüdische Nationalfonds — viel größer, mächtiger, stärker werden. Schon jetzt während des Krieges müssen wir alles für die Aktionsfähigkeit unseres Landfonds vorkehren. Im Mittelpunkt der künftigen Arbeit müssen wie bisher die zwei Hauptprobleme der nationalen Kolonisation stehen — die L a n d f r a g e und die Menschenfrage. In Übereinstimmung damit wird sich die Arbeit für den JNF auf seine Hauptzwecke konzentrieren müssen — den eigentlichen Landfonds, oder die Nachiah, und auf den Pionierbeitrag des Genossenschaftsfonds. Wollen wir aber, daß der JNF der Regulator und ausschlaggebende Faktor in der palästinensischen Landpolitik, der Landgeber für die große, nicht- oder minderbemittelte Masse werden soll, dann müssen wir ihm viel größere Kapitalien als bisher zuführen. Der erste agronomische Fachmann des JNF, Agr. Ine. J. 0 e 11 i n g e r , hat berechnet, daß der Wert des Bodens im Durchschnitt ein Drittel der Ausgaben für die Kolonisierung einer Familie darstellt.1) Um z. B. 30 Kolonien zu 100 Familien nach den von ihm ausgearbeiteten Plänen zu begründen, sind ca. 75 Mill. Franken erforderlich. Davon sind für Boden und die notwendigen Ameliorationen 25 Mill. Franken aufzuwenden. Mit anderen Worten, wollfcn wir in den ersten Jahren nach Friedensschluß insgesamt 30 Kolonien begründen, d. h. eine jüdische Dorfbevölkerung von etwa 80 000 Menschen, wozu sich erfahihmgsgemäß die Städte um weitere 30 000 jüdische Einwanderer vermehren würden, wollen wir auf diese Weise eine Existenzbasis für etwa 60 000 Juden in Palästina schaffen, dann müssen wir dem JNF wenigstens 23 Millionen Franken zur Verfügung stellen. Das ist an sich durchaus nicht viel. Vor 15 Jahren stellten wir uns als Ziel, einen Betrag von 5 Millionen aufzubringen. In diesem Zeitraum hat der JNF seine Organisation ausgebaut und den Weg zu den jüdischen Massen gefunden. Die Opferbereitschaft des jüdischen Volke® ist, insbesondere nach den Kriegsleiden, bedeutend gewachsen. Wir wissen, daß, wenn wJr wirklich Palästina durch Arbeit erobern wollen, wir den JNF nicht mehr mit kleinen Spenden abfinden dürfen. Da® Minimum von 1) Agr. Ing. J. Oettinger: „Methoden und Kapitalbedarf jüdischer Kolonisation in Palästina“, JNF- Bibliothek Nr. 3, herausgegeben vom Hauptbüro des Jüdischen Nationalfonds. Den Haag. Die „WIRKLICHKEIT”! Deutsche Zeitschrift für Ordnung und Recht. Herausgeber: r\:_ t„i„ . ** will. Karl Qraf v. Bothmer,fiüncheo. Die „Wirklichkeit" ist die einzige politische Wochenschrift, welche von sich ssgen kann, daß sie schon mit dem Beginn ihres Erscheinens zu den angesehensten politischen Zeitschriften des deutschen Sprachgebietes gehörte. Die „Wirklichkeit" ist eine von allen Parteien und Interessenvertretungen unabhängige, nicht belehrende, sondern unterrichtende politische Wochenschrift. Sie sieht ihre'Aufgabe darin, alle politischen Vorgänge und Entwicklungen zu nehmen wie sie sind, den Sinn für das geachlchtlch Gewordene zu pflegen und unser politisches Denken frei zu maDlen WirklÄhSUJdCn utopischen Einflüssen, sierlin wvit i!» l hat,slch 10 der politisch interes- und wS lpl a.SC5°fc“ einen s*chercn Markt geschaffen scheid'i/bliia d«u 8taat,*bui;P,rder die Kenntnis des politl- Jeworden unerlässlich beBriffen hat. unentbehrlich '•**5vl* ijuhwi uull< Bestelluogezi „l»m, «».gegen (Ze,.»»gSveree,oh»le-Mü„chei, 'S’hL,, i,„d der Vertag.

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