Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- 4 (25.1.1918)
- Date
- 1918-01-25
- Page
- Seite 36 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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36 Das Jüdische Echo Nr. 4 haben indes den Wiunsch nach der Einführung einer Spende geäußert, die einem Landstück von bestimmter Größe entspricht. So ist die Land- Spende oder Dun am- Landspende (von 50 Franken oder 2 ■£) eingeführt worden. Mit einer solchen Spende gibt jedermann dem JNF die Möglichkeit, einen oder mehrere Dunam Land in Palästina zu erwerben, die auf den Namen des Spenders in einem besonderen Land-Kataster des JNF eingetragen werden. Den größeren Aufgaben gemäß, für welche wir uns für die Zeit nach dem Kriege rüsten, ergab sich die Notwendigkeit, eine Landspende von einem höheren Standard zu schaffen. Es ist darum die „Nachiah“ eingeführt worden, eine Spende von 5000 Franken, die 100 Dunam entspricht. Je mehr „Nachlahe“ dem JNF gespendet werden, desto mehr Farmer- und Arbeiterfamilien vermag er zu kolonisieren. (Schluß folgt.) Weit-Echo Die Regierungserklärungen. In der Abendausgabe der „Münchner Neuesten Nachrichten“ vom 16. Jan. geht an leitender Stelle Major F. C. Endres auf die Bedeutung der Regierungserklärungen zugunsten des Zionismus ein. Er weist darauf hin, daß durch die Erklärung Englands zum ersten Male der Zionismus von einer Großmacht als eine politische Angelegenheit offiziell anerkannt worden und auf das Programm des Friedenskongresses gesetzt worden ist. Der türkische Großwesir hat sich „sehr zurückhaltend, sehr dehnbar, sehr diplomatisch“ ausgesprochen; immerhin stehen seine Äußerungen im diametralen Gegensatz zu denen von Djemal Pascha. Über die deutsche Erklärung sagt Major Endres, sie habe „etwas enttäuschend gewirkt. Es läßt sich alles und wieder nichts aus ihr herauslesen. Sie ist ein diplomatisch-dialektisches Meisterstück. Aber unsere Zeit will ein Ja! Ja! und Nein! Nein! und was darüber ist. ist von Übel. Fort mit allen Redensarten! Programme, kurz und bündig und so klar, daß jeder Kommentar überflüssig ist, das sei die politische Sprache der Gegenwart.“ Ferner befaßt sich Maximilian Fla r den in der „Zukunft“ vom 12. Januar ausführlich mit dem Zionismus. Sein Aufsatz ist eine rückhaltlose Anerkennung der Berechtigung und praktischen Durchführbarkeit des Zionismus. Es erscheint ihm als sehr wünschenswert, daß die deutsche Regierung sich für seine Verwirklichung einsetzte. Der König und die bayerischen Rabbiner. Die Konferenz der bayerischen Rabbiner, die am 23. und 24. Dezember in Nürnberg tagte, hat an Seine Majestät den König ein HuMigungstelegramm mit dem Gelöbnis unwandelbarer Treue gesandt. Auf das Telegramm sandte der König folgende Ant- W°Ihnen und allen Teilnehmern an der Konferenz der bayerischen Rabbiner in Nürnberg danke Ich bestens für Ihre Huldigung und das Treugelöbnis. Mit Ihnen teile ich den Wunsch nach einem Frieden, der wert ist der vielen an Gut und Blut gebrachten Opfer. ffez.: Ludwig.“ Dr. Pinchas Kohn ist von kompetenter Seite in einem Briefe aufgefordert worden, als Mitglied des Schulkuratoriums des deutsch - orthodoxen Rabbinerseminars in Berlin seine Demission zu geben. Ob er dieser Aufforderung nachgekommen ist, ist uns unbekannt. Rabbiner Dr. Salfeld. Nach vierzigjähriger Tätigkeit als Rabbiner der Mainzer israelitischen Religionsgemeinschaft wird Professor Dr. Siegmund Salfeld in den Ruhestand treten. Der nunmehr 75jährige, der erst eben von schwerer Krankheit genesen ist, entfaltet noch heute eine umfangreiche wissenschaftliche Tätigkeit. Auch zur Geschichte der Juden von Mainz sind wertvolle Beiträge aus seiner Feder erschienen. Zu viel Selbstverläugnung. Aus Budapest wird gemeldet: Der Ungarische Israelitische Landesstipendienverein wählte in der Jahresgeneralversammlung den Justizminister Dr. Väzsonyi zum Präsidenten. Dr. Väzsonyi hielt hierauf eine Rede, worin er sich mit der Rechtslage der ungarischen Juden bschäftigte und sagte: Die Rückerinnerung an die Emanzipation, deren 50. Jahreswende das ungarische Judentum in den nächsten Wochen feiern wird, verpflichtet uns alle, das Andenken jener Männer dankbar in Ehren zu halten, denen wir die Gleichberechtigung verdanken. Der Geist dieser Männer und die Pietät gegen unsere Vorfahren, die noch in der Unterdrückung gelebt haben, verpflichten uns, Freiheit und Gleichheit für ewig hochzuhalten und immer dafür zu kämpfen. Die ungarische Judenschaft darf nie eine besondere konfessionelle Politik betreiben, denn sie findet ihre Zukunft, ihre Freiheit und ihre Rechte in einer wirklich nationalen und demokratischen Politik. Dankbarkeit ist eine gute Sache — aber weshalb sie die ungarischen Juden hindern soll, eine Po- Jtaufingmte391Stock r^tySwmplat^ xdearfäsec, (3ädskdißü, Snelhulhi. Uultuö -XV&/4W 3nJv. St ISb-fLr tbtßrrcn rf4tiacJi^ uSItotb/vozet 9/tunchen. 9%a.r:ünäuvutr W. ^chruMiVö^id^ Sw^ruMede£iTUKlempnJ{ttQp^cfitik murj&tfk