Mannheim
Compact Memory

Das jüdische Echo · 1918-01-25 · 4 (25.1.1918) · p. Seite 31

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Echo
Volume
5 (1918)
Issue
4 (25.1.1918)
Date
1918-01-25
Page
Seite 31 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/9072829-9102973-9138235--01875-9074697
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Das Jüdische Echo 31?as*rs jst feif;Ä 2' Ssers- Infol 'S , /niedrij ’i'chkeit). ( laraui hin, daß die ivisse persönliche esem Kriege sich wertvoll erwiesen Tauglichkeit, und in MiJitärpflichti- Fähigkeit, Sprachirztliche, journase Vorzüge mehr ur Geltung kom- Anzahl der jüdis jüdische „Gele diejenige de- „ die ihre milirn scheint, ihr städtischen Bedie militärische höheren Sinne Hein den Eriahsie auch erhöht, n „Tauglichkeit“ Kauileute? Gerwendungstähig, ehrmacht geistige Nr. 4 völkerung Zurückbleiben als die Zahl der evangelischen Christen gegen deren Prozentsatz in der Bevölkerung zurückbleibt, und ebenso muß die Zahl der gefallenen Juden in noch größerem Maße hinter ihrem Prozentsatz im Heere Zurückbleiben als der Prozentsatz der Gefallenen bei den evangelischen Christen hinter deren Prozentsatz im Heere zurückbleibt. Die Protestanten werden, sowohl was ihren Prozentsatz im Heere, als was den Prozentsatz ihrer Gefallenen anbelangt, nicht ganz in der Mitte stehen zwischen den betreffenden Prozentsätzen bei den Katholiken und bei den Juden. Wenn diese Prozentsätze maßgebend wären für den Patriotismus, dann wären, was Vaterlandsliebe anbelangt, die Katholiken den Protestanten weit voraus.“ Und Seite 21 sagt May: „Im Kriegsheer müssen nach vorstehenden Zahlen (die Zahlen beziehen sich auf Altersaufbau, Geburtenhäufigkeit usw.) die Katholiken stärker, die Protestanten — vom Offizierskorps abgesehen — schwächer vertreten sein als in der Bevölkerung“. Die hier wiedergegebenen und ähnliche Stellen der Mayschen Schrift haben in der Zentrumspresse einerseits, der zentrumsgegnerischen Presse anderseits ein schwer begreifliches Aufsehen erregt. Schwerbegreiflich für May, seine Leser und, wie ich hoffe, nun auch für die Leser dieser Zeilen. Denn erstens sind die Behauptungen von May rein hypothetisch und als solche, wenn auch nicht ausdrücklich bezeichnet, so doch gefaßt. Zweitens will May diese hypothetische größere oder geringere militärische Tauglichkeit nicht kritisch oder apologetisch verwerten als einen Beweis für den größeren oder geringeren Wert einer Konfession, sondern wissenschaftlich, er will sie nur erklären, im obigen Sinne, aus gewissen sozialen Erscheinungen heraus. Der ganze Vorgang aber ist sehr lehrreich für die Juden, besonders deshalb, weil er sich in anderen Fragen öfters wiederholt: Ein Vorwurf wird gegen die Juden erhoben, von diesen zurückgewiesen, plötzlich wird er von irgend einer Seite verallgemeinert — und nun erst erkennen die Betroffenen: et mea res hic agitur, auch auf mich wird hingezielt, auch ich muß mich wehren. Aus einer „Judenfrage“ ist im Nu eine allgemeine Frage geworden, und das ist gut so; denn nun kann sie erschöpfend beantwortet, wirklich gelöst werden. Die Judenfrage in der Internationale. Von Helene Hanna Cohn. Das Friedensmanifest, das die Abgesandten der skandinavischen Länder und Hollands im Aufträge des Organisationskomitees der Stockholmer Sozialistischen Konferenz an die der Internationale angehörigen Parteien gerichtet haben, enthält , die folgenden Forderungen: „Internationale Lösung der Judenfrage: Personalautonomie in den Gebieten Rußlands, Österreichs, Rumäniens, Polens, wo die Juden in geschlossenen Massen wohnen; Schutz der jüdischen Kolonisation in Palästina.“ Ferner wird bei der Forderung der Errichtung eines freien, unabhängigen Polens die Notwendigkeit der „Sicherung der wirtschaftlichen Entwicklung und Autonomie der jüdischen und anderen nationalen Minoritäten“ betont. Dieses Programm besagt, daß das Organisationskomitee die Juden als eine besondere Natibn anerkennt und demSozialistenkongreß, der über kurz oder lang ja doch einmal zustande kommen muß, aufgeben wird, sich mit djer Judenfrage als einem nationalen Problem zu befassen. Wird das erreicht, so findet ein alter Streit seine endliche Lösung, dessen Verlauf nicht nur für die Entwicklung des Judentums, sondern auch für diejenige der Internationale von Bedeutung ist. Die Behandlung der Judenfrage durch die Internationale würde nämlich einen deutlichen Beweis bilden für die immer stärker werdende Nationalisierung sowohl des Judentums wie auch der sozialdemokratischen Parteien. Die Aufnahme der Judenfrage in das Friedensprogramm wäre nicht möglich gewesen, wenn nicht die Weltanschauung der jüdischen Nationalisten über diejenige der jüdischen Assimilanten gesiegt hätte; sie wäre aber auch nicht möglich gewesen, wenn die sozialdemokratischen Parteien nicht immer mehr von der Anerkennung des Staatenprinzips zu derjenigen des Nationalitätenprinzips übergegangen wären. Die Nationalisierung des Judentums und die Nationalisierung der Sozialdemokratie haben sich in den letzten beiden Jahrzehnten als 2 gleichzeitige, aber voneinander unabhängige Strömungen entwickelt. Sie haben sich jedesmal berührt, wenn auf sozialdemokratischen Kongressen die Frage der Vereinigung jüdischer Arbeiterorganisationen zu einer besonderen Sektion in der Internationale aufgeworfen wurde, waren aber bis jetzt beide zu schwach, um eine Bejahung dieser Frage und damit eine Anerkennung der Juden als einer besonderen Nation herbeizuführen. Bei einem Überblick über das frühere Verhältnis zwischen Internationale und jüdischer Arbeiterschaft läßt sich ihrer beider Entwicklung zum Nationalismus deutlich verfolgen. In der alten Internationalen Arbeiterorganisation, die von 1864 bis 1873 bestand, hatte es nur eine einzige Partei, nämlich die Internationale Partei gegeben, in die sich die proletarischen Verbände ohne Rücksicht auf ihre Nationalität einfügten. Erst als sich dieses System aus äußeren Gründen, hauptsächlich mit Rücksicht auf die Sprachenfrage, als unpraktisch erwiesen hatte, ging man zu einer Gruppierung der in der Internationale vertretenen Verbände nach Gesichtspunkten der gemeinsamen Sprache und Kultur über. In das Memorandum des Eisenacher Kongresses wurde zwar schon 1869 der Satz aufgenommen: „Der wirkliche Kreis einer nationalen Zentralbehörde wird nicht durch Staatsgrenzen beschränkt, sondern dehnt sich nach dem Gebrauch der respek- KönigI. bayer. Lotterieeinnahme der Preuss.- Stidd. Klassen-Lotterie A. Ostermaler, München Promenadepl. 12/1, Eing durch d. Zigarrengeschaft Beginn der 11. (237 ) Lotterie mit Ziehung I. Klasse am 8. u. 9. Januar 1918, 2. Klasse am 12. u. 13. Februar 19)3, 3. Klasse am 12 u. 13. März 1918, 4. Klasse am 9 u 10 April 19 <\ 5. Kiasse (Hauptunu Schlußziebung» beginnt am 7. Mai und endet am 3 Juni 1918. Lose in grofler Auswahl stets vorrätig. Preis für die 1 Klasse; für Vb V«_Vs_Vi 6 * 10 20 40 M. Bei den folgenden Klassen sind die Vorklassen stets nachzubezahlen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.