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Das jüdische Echo · 1918-01-18 · 3 (18.1.1918) · p. Seite 21

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
5 (1918)
Issue
3 (18.1.1918)
Date
1918-01-18
Page
Seite 21 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 3 Das Jüdische Echo 21 Cr '“«»ähr, vfs C ^5" °-° 2 rtf" Q» m R e|t hmaussc e ßejaher d volutionär u Irl>cli als ni 5r Jude 'diuld erhel onservatism ,rroen zurüc ischend, m eines Wese rindet, so mi bilden hinai enossen au »“-Kapitel be- Gottes: „Ich eute so schon hte ihn nicht kündigt und in ein. Uner und Ur-?r Entwickas ist alles,; sagt. Es s von ihm en Erlebnis n zieht, der en Vorgang n, andre an ■es Volk“ nch möffc b W'K H»s'i *«»• ^"nd sichtbar unirfl:ai b'"f dis*" «enJ traü® Ä flfat >a» Bim11 trägen Genügsamkeit, ruft Birnbaum der Jucleiiheit zu, sehet, ich lehre euch den Messias: ein Gipfelmensch wird es sein, hervorgegangen aus Gottes Volk. Und er fordert die Tat: „Von und mit dem Gesetze durch Heiligkeit zum Messias!“ In heißer fruchtbarer Messiassehnsucht, zu freudiger Gewißheit, sich den Messias selber verdienen zu können, muß die gläubige Judenheit geweckt werden. Und nun tritt Birnbaum hin vor die Judenheit als der Weiser eines neuen Weges zum Messias, eines Weges, der hinwegführt über „die Heiligkeit der Erkenntnis, indem man Gott erkennt, an ihm sich entflammt und vor ihm sich beugt“, über „die Heiligkeit des Erbarmens, indem man von Gottes Barmherzigkeit erwirbt und der Geschöpfe sich erbarmt“, über „die Heiligkeit der Pracht, indem man sich verpflichtet zum Streben nach Schönheit u. Anmut, nach Reinlichkeit u. Ordnung“. Dann aber kommt das Wundersame, fast möchte der, welcher Birnbaum noch als „Acher“ kannte, sagen, das Wunderliche seiner neuen Lehre: er fordert Umzäunungen der Gebote sowohl für die einzelnen wie für die ganze Gemeinschaft, und er nennt im einzelnen diese Umwälzungen, deren Bewahrung ein von ihm gegründeter Bund der „Aufsteigenden“ bereits gelobt hat. Unter diesen „Umzäunungs-Gelübden sind solche des Wohnens nur au Orten mit besondrere jüdischen Wohnbezirken (und nicht in Großstädten), des Bewahrens der jüdischen Tracht und Sprache, des Talmudlernens als Grundlage der Jugenderziehung, der Gründung von Kolonien im heiligen Lande. Es ist ferner unter den Umzäunungsgelübden eines der Anerkennung von Gesamtheitseinrichtungen für den Gottesdienst, für das Siedlungs- und Berufswesen, die Kolonien, die Mildtätigkeit, die Pflege der Gottespracht im Volke, für die jüdische Sprache und die Erziehung. Und es ist endlich darunter eines der Anerkennung von Gemeinde-, Bezirks-. Landes-, Reichssynoden und einer Hauptsynode, die die Glaubenshüter des Volkes umfassen sollen. Es lassen sich eine Eiille von Argumenten gegen diese „Umzäunungen“ Vorbringen; es läßt sich vor allem sagen, daß einem entgötterten Judentum nicht aus der Rückkehr zur jüdischen Form, die den wenigsten der ihr bereits Entfremdeten (zu denen selbst Birnbaum gehört ein ehrlich empfundenes Bedürfnis wäre, das Heil erblühen kann, sondern aus der Weiterbildung und Neuschaffung des jüdischen Gedankens. Es läßt sich' ferner dagegen sagen, daß eine Einteilung des geistigen Lebens in einzelne Bezirke, eine Eingliederung der Glaubenshüter in ein festes Synodensystem niemals mit einem Schlage gemacht werden kann, sondern sich in organischem Wachstum entwickeln muß. Aber noch ist est wohl zu früh, hierüber zu streiten, denn noch gilt es, das wichtigste zu erfahren: ob hinter diesen neuen, verblüffenden Worten des Autors eines Willens quantum satis, hinter dem Phantasiegebilde einer neuen Gemeinschaft eine vom göttlichen Funken angefachte Schöpferkraft steht. Ist dies> der Fall, so werden die Birnbaumschen Worte bald mehr als Worte, werden bald Taten sein, die ihre Kreise so tief ins Judentum hinein ziehen wie es z. B. vor zwei Jahrzehnten das Erscheinen von Heyls „Judenstaat“ tat. Wenn wir die ersten Lebensregungen aus der neuen Gemeinschaft um Birnbaum spüren, wird es zeitig genug sein, zu seinem Aufruf zur „Tat“ Stellung zu nehmen. H. H. C. Eine weitere Unterredung mit Talaat Pascha. Der Berichterstatter des „Tag“, Dr. Alfr. N o s s i g, hatte Anfang Januar eine Unterredung mit dem Großwesir, worin dieser nochmals auf die Judenfrage zu sprechen kam. Talaat Pascha sagte: „Es gibt noch eine Angelegenheit, die mir am Herzen liegt, und hinsichtlich deren die Öffentlichkeit vielfach irregeführt worden ist. Das i;st unser Verhältnis zur jüdischen Bevölkerung. Ich habe über diesen Gegenstand vor kurzem in Konstantinopel eine Erklärung abgegeben, die Ihnen bekannt sein wird. Ich lege Gewicht darauf, auch hier zu betonen, daß unsere Stellungnahme der jüdischen Bevölkerung gegenüber die denkbar wohlwollendste ist. Ich stehe nicht an zu erklären, daß unter allen nichtmohammedanischen Elementen der Türkei die Juden stetst die wärmste Vaterlandsliebe und die zuverlässigste Hingabe an den osmanischen Staatsgedanken bewiesen haben. Ich selbst habe zahlreiche jüdische Fremde. Den Juden steht bei uns der Weg zu allen Stellungen offen — höchstens —■ hier lächelte der Großwesir — können sie nicht Khialifen werden. Das wäre aber auch mir nicht möglich. Diese Stellung ist für die Familie Osman reserviert. Jedoch Scherz bei Seite: was immer auch böswillige Machenschaften anstreben mögen, die Freundschaft zwischen Osmanen und Juden wird nicht erschüttert werden. Wir kennen genau den Charakter der jüdischen Bevölkerung und wir werden uns nie Mißtrauen zu ihr einimpfen lassen. Ebenso können die Juden stets auf unsere ihnen bekannten Gefühle rechnen.“ „Die wahre Gesinnung der türkischen Regierung und insbesondere die Ew. Hoheit — bemerkte Dr. Nossig — sind der jüdischen Bevölkerung der ganzen Welt bekannt. Nur gewisse Mißgriffe, die von nachgeordneten Behörden in Palästina begangen worden sind, haben zu Machenschaften gegen die Türkei Anlaß gegeben.“ „Auch für die jüdische Bevölkerung Palästinas — antwortete der Großwesir — habe ich mein möglichstes getan. Unter dem alten Regime gab es da verschiedene administrative Hindernisse, rote Scheine, weiße Scheine usw. Ich habe alle diese Erschwerungen aufgehoben. Die weiteren Pläne meiner Regierung konnten infolge des Krieges noch nicht zur Ausführung gelangen. Während des Krieges und besonders an Front- «8 * wohlfeile Künstler-Postkarten sind die „Bugend"-Postkarten. Die Sammlung umfaßt 152 verschiedene Karten und 28 Kriegs- Pokstarten, alles farbige Wiedergaben nach in der Münchner „Bugend" veröffentlichten Zeichnungen. Troß großer Preissteigerungen in der Herstellung haben wir den alten Preis von 10 Pfennige für jede Karte beibehalten, so daß die „Bugend"-Postkarten heute die billigsten Künftlerf arten Jj sind. Bllustr. Verzeichnisse versendet kostenfrei der ^Verlag der „Jugend" München, Lessing st raße 1

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