Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- 2 (11.1.1918)
- Date
- 1918-01-11
- Page
- Seite 14 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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14 Das Jüdische Echo Nr. 2 (von 2 Millionen =£) erreicht, mit dem bei seiner Gründung (30. Dezember 1901) gerechnet worden war. Es ging nicht so schnell wie Theodor Herzl sich das Wachstum der von ihm geschaffenen Volksinstitutionen vorgestellt hatte. Es dauerte fast 13 Jahre. Von den über 5 Millionen Franken waren Ende 1914 (richtiger zu Neujahr 5674) in Palästina ca. 3.700.000 Franken investiert, oder fast 72 Prozent. 25 Prozent seines Vermögens muß der Nationalfonds ständig in Reserve halten. Die Investitionen des JNF in Palästina lassen sich in fünf Gruppen einteilen: 1. Über eine Million Franken sind in den Ländereien investiert, die durch Arbeitergenossenschaften bewirtschaftet werden. (Hittin, Daganiah und Kinerth, Merhavjah, Gan Schumel, Beer-Toviah.) Dazu kommen nahezu 150.000 Franken Kapital des Genossenschaftsfonds. 2. Ca. eine viertel Million sind in den Ländereien und Pflanzungen des Herzlwaldes (Ben- Schemen, Huldah, Hederah) investiert. 3. Ca. eine viertel Million hat der JNF mit Hilfe von Stiftungen für Arbeiterhäuser (Wolffsohn- Fond, Halperin-Stiftung u. a.) in Arbeitersiedlungen investiert (Nachliel b. Hederah. Machneh-Jehudah b. Petach-Tikwah, Schomre-Thorah b. Rehovoth, Moschaw Cahane b. Ben-Schemen), ferner in Häusergruppen für Arbeiterfamilien, sowie in Ledigenheimen in verschiedenen Kolonien in Galiläa, Samaria und Judäa. 4. Über 850.000 Franken hat der JNF an Darlehen für Tel-Awiw mit Nachiah Benjamin, für Agrarkredite an judäische Pflanzer, der Landentwicklungsgesellschaft und dem Technikum in Haifa gegeben. 5. Mit über 350.000 Franken hat sich der JNF an städtischen Kulturanstalten beteiligt (Gymnasium „Herzliah“ in Jaffa und Kunst-Gewerbeschule „Bezalel“ in Jerusalem). Den Rest von 200.000 Franken bilden Anzahlungen für noch nicht abgeschlossene Bodenkäufe. In dem Zustand der Vorbereitung für eine größere kolonisatorische Tätigkeit, am Beginne größerer Aufforstungsarbeiten, die den Bergterassen Palästinas ihre grüne Herrlichkeit zurückgeben und die Sümpfe in den Niederungen austrocknen sollen, bei Erprobung der Methoden moderner Arbeitergenossenschaften, bei der Lösung der Wohnungs- und Familienfrage der Landarbeiter in den privaten Kolonien, bei Enfiihrung der neuesten technischen Arbeitsmethoden in den Wirtschaften, um die palästinensische Landwirtschaft auf die nötige Stufe der Intensität zu bringen, kurz, inmitten einer Reihe schwerer Arbeiten, die das Land für die Menschen und die Menschen für das Land vorbereiten sollen, hat der Krieg die Anfänge des Nationalfonds vielfach unterbrochen. Wir können aber ruhig sagen, daß er die ihm auferlegte Prüfung bestanden hat. An alle Freunde des Volksschatzes erging der Ruf, die schwer errungenen Positionen zu erhalten, den Palästina-Pionieren Hilfe durch Arbeit zu leisten. Der Ruf ist nicht ungehört verhallt. Es ist gelungen, alle Wirtschaftsbetriebe weiterzuführen und alle Arbeitskräfte zu erhalten; außerdem ist der JNF vielen Arbeitslosen durch Notstandsarbeiten zu Hilfe gekommen. Die Aufwendungen des JNF zur Erhaltung seines Siedlungswerkes während der verflossenen Kriegsjahre errreichen die Höhe 1.200.000 Franken, davon ca. 100.000 Franken für Bau- und Ameliorationsarbeiten, sowie für Gemüsebau zur Linderung der Arbeitslosigkeit und Förderung der Lebensmittelversorgung der Bevölkerung. Für Notstandsarbeiten im laufenden Wirtschaftsjahre 1917/18 wurden vom JNF weitere 100.000 Franken bewilligt. (Schluß folgt.) Das Palästina-Hilfswerk. Wie aus dem Bericht, den Dr. H a n t k e auf der Berliner zionistischen Sitzung erstattet, hervorgeht, hat die Zionistische Vereinigung für Deutschland im vergangenen Jahr 300 000 Mk. für das Palästina-Hilfswerk und 30—.40 000 Mk. für die Notstandaktionen in Palästina abgeliefert. Judenpogrome. Nach Berichten der russischen Zeitungen sind Judenpogrome in großem Umfange ausgebrochen. Besonders beteiligten sich daran Soldaten der Roten Garde. In Brody, der galizischen Grenzstadt, die sich noch in russischen Händen befindet, haben die Pogrome einen blutigen Charakter angenommen. Tag und Nacht kommen Brandstiftungen, Plünderungen, Mord und Gewalttaten vor. Kundgebung der Zionisten Frankreichs. Die zionistische Vereinigung von Frankreich hielt im „Groß-Orient“ eine Versammlung ab, um Kenntnis zu geben von dem Versprechen der englischen Regierung bezüglich der WÜederaufnictN tung der jüdischen Nation in Palästina. Die Versammlung drückte der Regierung ihre Befriedigung und ihren Dank aus. Die Gleichberechtigung der polnischen Juden. Beim Empfang der Abordnung der Warschauer Rabbinerkonferenz durch den polnischen Ministerpräsidenten antwortete Kucharzewski (dem „Lokalanzeig.“ zufolge) auf die Begrüßungsansprache, die Regierung werde sich um die Gleichberechtigung der Juden bemühen; der äußere Charakter des neuen Staates müsse jedoch einheitlich polnisch bleiben. Für die Forderung betreffend Abschaffung der beleidigenden russischen Beschränkungen für die polnischen Juden und die Gleich- Größte,tägl.2mal erscheinende Zeitung Süd- und Mitteldeutschlands. Kaufkräftiger Leserkreis und über OeutschlandsGrenzen hinausgehende Verbreitung. Großer kaufmänn. u.gewerbl.Stellenmarkt ri Anerkannt sehr erfolgreich für Anzeigen aller Art. Anzeigenpreis und Nachlaß nach Tarif. Äezugspreis monajl.Mk.4.50 bei allen deutschen Postanstalten TäglicheAuflage 2mal EoooEkemplare/Über'/-MillionLeser