Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- 2 (11.1.1918)
- Date
- 1918-01-11
- Page
- Seite 13 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 2 Das Jüdische Echo 13 f-iö erhabene rn/n Gedan naprinzip d insondern Dauer- 0d< men Teil d Gebote dei -rkaufen e' id nur Lan< :kte im ine/, dan > zur Einrichtung uch einer srerechicr nicht der Ort Triebkräfte der Grund und Born erinnert, dal ■ der russischen sbruch auch das 1 Politik gebildet i der Spitze der dreform.1) die in Ländere Staate durch#- Regierungen den ie Entgelt. Auch :wanderten Masrende Mittel bc- •rmögüchen. Der jlie, die kein Us>*': fes< | r»(?. nflliU’ jer Verl»?- pital für den Erwerb des Bodens besitzen. Als Vertreter der Gesamtheit sorgt er fiir die wichtigste Grundlage der landwirtschaftlichen Produktion — das Land das er den Ansiedlern in Erbpacht überläßt. Statt ihr unzulängliches Kapital im Boden festzulegen, können die Mindervermögenden ihre Mittel zum Ausbau ihrer Wirtschaft, für Inventar und Betriebskapital benutzen. Ihr Pachtrecht auf JNF-Boden und ihre eigenen Mittel geben ihnen dann die Möglichkeit, Kredit zu erlangen, ohne welchen eine geregelte Wirtschaftsführung unmöglich ist. Es wurde oft dem JNF als Nachteil angerechnet, daß er seinen Boden nicht wegveräußert. Auf den ersten Blick scheint es, als ob eine Million Franken mehr Nutzen bringt, wenn man damit einpn Bodenkomplex erwirbt, nach dessen Veräußerung die Million zurückerhält, sod?*m wieder neuen Boden kauft und so weiter ohne Ende. Der JNF, wird behauptet, entbehrt der Vorteile dieses raschen Umsatzes. Sein Kapital „arbeitet nicht“. Das trifft aber nur in der Theorie zu. In der Praxis kann eine Landgesellschaft das in den Boden investierte Kapital nur dann schnell zurückbekommen, sobald sie reiche Käufer findet, die für den erworb'enen Bod'en in bar bezahlen können. Käufer dieser Art sind aber eine kleine Minderheit. Die Mehrheit der Juden, auf die es ankommt, die sich auf Palästinaboden ansiedeln will, um ihn zu bearbeiten, besteht aus kapitalarmen und besitzlosen Imigranten. Ihnen müßte man den Boden gegen Abzahlung auf viele Jahre übergeben, und die Bodenschulden würden ihren Wirtschaftskredit vermindern. Auf diese Weise würde die Übergabe des Bodens in Privateigentum den „Umsatz“ der Landgesellschaften zunichte machen und tatsächlich das Land für die breite Masse sperren. Der JNF hingegen gibt uns, sobald er genügend erstarkt, die Möglichkeit, auf dem Lande diejenigen Elemente des jüdischen Volkes anzusiedeln, aus denen die freien jüdischen Farmer und Landarbeiter, welche das Land mit ihren eigenen Händen bearbeiten, hervorgehen werden. Denn nur, wenn jüdische Hände in Palästina den Pflug führen und die Hacke schwingen, wird das Land jüdisch sein. Das ist der zweite große Vorteil des nationalen Bodeneigentums. Es ist der einzig wirksame Schutz gegen Entnationalisierung durch fremdnationale Arbeit. Erez-Israel in den Händen jüdischer Gutsbesitzer, die ihr Land mit nichtjüdischen Arbeitern bewirtschaften, ist keine Lösung der Frage unserer Heimatlosigkeit. Dazu kann es aber gar leicht kommen, falls der Einzelne mit seinen Privat- und Profitinteressen der ausschlaggebende Faktor auf dem Boden Palästinas werden sollte. Einige Erfahrung in dieser Hinsicht haben wir schon aus der Geschichte der bisherigen Kolonisation geschöpft. Der JNF als Vertreter der Interessen des ganzen Volkes kann und wird dafür sorgen, daß das mit blutigen Groschen des Volkes erworbene Land durch jüdische Arbeit okkupiert, geheiligt und gesichert wird. Um ein Land zu kolonisieren, sind drei Dinge erforderlich: Boden, Kredit und Bauern. Andere Völker bedürfen nur der zwei ersten Faktoren; an Menschen, die fähig sind, den Boden zu bewirtschaften, haben sie keinen Mangel. Wir müssen nicht nur für den Boden und den nötigen Kredit sorgen; uns fehlt auch der fertige, sozusagen geborne Farmer. Er kann nur im Prozesse der Arbeit entstehen. In dem Maße wie dem jüdischen Einwanderer Arbeitsmöglichkeiten verschafft werden, in dem gleichen Maße wird das Menschenmaterial geschaffen, aus dem der jüdische Landbauer entstehen wird. Der JNF sorgt für die zwei wichtigsten Faktoren einer systematischen Volkskolonisation — für das Land und seine Bebauer. Die Wirtschaften des JNF sind die wichtigsten Stützpunkte der jüdischen Arbeit im Lande geworden. Der Landbesitz des JNF ist noch nicht groß, im ganzen ein Prozent der gesamten jüdischen Erde in Palästina. Aber er beschäftigt 20—25 Prozent aller jüdischen Arbeiter Palästinas und gibt weiteren Hunderten von jüdischen Arbeitern durch seine Arbeitersiedlungen die Möglichkeit einer Existenz als Lohnarbeiter in den privaten Kolonien. Zu diesem wichtigen Regler der jüdischen Landarbeit ist der JNF geworden durch das kombinierte Zusammenwirken mit seinen drei Zweigfonds, die im Laufe der Jahre entstanden sind: dem Baumfonds (Herzlwald), dem Genossenschaftsfonds (inkl. Pionierbeitrag), dem Arbeiterheimstättenfonds. Einige Zahlen werden am besten die kolonisatorische Arbeit des JNF in der ersten kurzen Periode von 6 Jahren (1908/9—1913/14) veranschaulichen. Ende 1914 besaß der JNF ein Vermögen von 5.130.000 Franken; damit hatte er das Grundkapital äLVä. •j»\ /ixyfü&ferant München ThßoänevlCrAÖ. / Y> ö